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Kolumne12:05 22.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Neuer Chef, neues Glück?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

endlich ist es soweit:

Deutschland hat wie’s aussieht bald einen neuen (tragbaren) Bundespräsidenten, und Griechenland kann buchstäblich in letzter Sekunde auf neue Rettungsgelder hoffen.

Doch was hat der Euro davon?

Momentan noch nicht viel – zumindest, wenn man ihn mit dem US-Dollar vergleicht (EUR/USD). In der vergangenen Woche haben wir einen Kursabfall erlebt. Folge ist, dass nach dem neuen höheren Hoch nun ein tieferes Tief folgte – und somit die Möglichkeit eines potentiellen „Broadening Top“ eröffnet; eines sich verbreiternten Hochs. Diese Formation tritt am Ende eines Aufwärtstrends auf und kündigt eine Trendumkehr an. Noch ist es jedoch nicht soweit, denn ein Broadening Top wird ausschließlich durch fünf Umkehrpunkte definiert:

Drei steigende Hochs und zwei fallende Tiefs. Normalerweise tritt diese Umkehrformation nur am Ende von längerfristigen oder sogenannten primären Trends auf. Der EUR/USD befindet sich jedoch erst seit Mitte Januar in der Aufwärtsbewegung. Auch wenn man bedenkt, dass der Devisenmarkt schnelllebiger ist als andere Märkte ist dies doch eher ein kurzfristiger Trend.

Trotzdem möchten wir diese Formation bei dieser Gelegenheit hier vorstellen, da die Bildung eines Broadening Tops nur selten stattfindet. Da wir uns hier in einem kürzeren, also sekundären Trend befinden, dauert die Bildung einer solchen Formation typischerweise 2-6 Wochen.

Durchaus denkbar ist auch, dass der Kurs es sich auf seinem Weg nach oben um den Gleitenden Durchschnitt (GD) 50 gemütlich macht, während der EUR/USD sich langsam an den GD 200 herantastet.

Grenzmarken für die Woche sind nach unten die 1,300-Marke; nach oben der Widerstand bei 1,3325.



Einen weitaus eindeutigeren Aufwärtsdrang legt hier der Euro im Vergleich zum japanischen Yen vor. Der EUR/JPY hat sich seit seinem Bruch der Abwärtstrendlinie Anfang des Monats zusehends vom bereits aufsteigenden GD 50 entfernt. Wir gehen davon aus, dass das Währungspaar im Laufe der Woche den GD 200 – und somit unser bullisches Wochenziel – erreicht. Alternativ gehen wir davon aus, dass der GD 50 die Grenzmarke einer bärischen Woche darstellen könnte.



In beiden Fällen erwarten wir eine eher bullische Woche, denn mit den politischen Unsicherheiten der letzten Zeit – zumindest vorläufig – bereinigt, ist dem Euro einiges an Last von den Schultern gefallen.

Ob die Frau Merkel jedoch über die eine oder andere Entwicklung erfreut ist, sei dahingestellt…

Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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