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Kolumne10:26 16.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Nickel - niedrige Lagerbestände und Angebotsüberschuss
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Nickelinvestoren hatten es im vergangenen Jahr nicht leicht: Der Preis für das vor allem für die Herstellung von Edelstahl benötigte Metall kannte nach einem Höhenflug zu Begin des Jahres 2011 nur den Weg gen Süden und notierte Ende 2011 auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Seit Jahresbeginn konnte der Preis allerdings wieder deutlich zulegen und die 20.000 US-Dollar-Marke knacken.

Relativ gute Konjunkturdaten und niedrige Lagerbestände sorgen für Rückenwind…

Unterstützt durch positive Konjunkturmeldungen aus China und den USA sowie immer wieder aufkeimender Hoffnungen auf eine baldige und tragfähige Lösung der Euro-Schuldenkrise konnten die Märkte für konjunktursensible Industriemetalle in 2012 eine kräftige Aufwärtsbewegung verzeichnen. Auch Nickel konnte sich dieser positiven Entwicklung nicht entziehen und der Preis zog wie bereits erwähnt deutlich an. Das hängt zum Teil auch mit den niedrigen Lagerbeständen an Nickel an der Londoner Metallbörse LME zusammen. Seit Jahresbeginn 2011 sind die Börsenbestände an Nickel um mehr als dreißig Prozent gefallen. Dies spiegelt immer noch das im Vorjahr zu beobachtende Marktdefizit wider. In den vergangen Wochen haben die Lagerbestände jedoch wieder leicht zugelegt.

…deutliche Angebotsausweitung dürfte hingegen Gegenwind erzeugen

In 2010 erlebte die Nickelnachfrage einen wahren Boom: Gegenüber dem Vorjahr stieg in diesem Jahr die Nachfrage um rund achtzehn Prozent an. Auch 2011 ging es weiter aufwärts, die Dynamik hat jedoch mehrere Gänge runtergeschaltet. Um etwa vier Prozent legten die Aufträge hier nur noch zu.

Interessant dabei die regionale Verteilung der der Edelstahl- und somit der Nickelnachfrage. Der Ferne Osten ist und bleibt seit Jahren die ungeschlagene Nummer 1 und somit die Wachstumslokomotive in diesen Märkten. Asien produziert mittlerweile einen Weltmarktanteil von sechsundsechzig Prozent (China: neununddreißig Prozent) bei Edelstahl, weit mehr als Europa (fünfundzwanzig Prozent) und Nord- und Südamerika (acht Prozent). Damit ist auch klar, dass die Nickelkonjunktur immer stärker von China abhängt. So war es auch das Reich der Mitte, das eine Nachfragesteigerung von rund achtzehn Prozent auf sich vereinigte.

Nur: Die Angebotsseite des Nickelmarktes hat aktuell sowohl auf der Minen-, als auch auf der Raffinerieebene noch stärker zugelegt als die Nachfrage. Vorläufige Daten des World Bureau of Metal Statistics zeigen, dass die globale Nickel-Minenförderung in 2011 um fünfzehn Prozent zugelegt hat. Insbesondere die Produzenten in Brasilien und Indonesien haben dabei ihren Ausstoß kräftig vergrößert.

Und auch in 2012 sollte sich das starke Angebotwachstum nach Ansicht der Rohstoffexperten der LBBW weiter fortsetzen, da neben dem Ausbau der Raffineriekapazitäten jüngst auch einige neue Großminen ihren Betrieb aufnehmen haben.

Und was sagt die aktuelle Markttechnik zu Nickel



Nickel konnte im aktuellen Preisanstieg zuletzt zwei wichtige Barrieren nach oben durchbrechen: Den 2011er Abwärtstrend sowie die wichtige 200-Tage-Linie. Allerdings hat sich der Preis noch nicht dazu entschließen können, dass dies so bleibt. Die volatilen Preisbewegungen können kurzfristig dafür sorgen, dass das aktuelle Preisniveau schnell wieder nach unten verlassen wird. Sollte sich Nickel jedoch über 21.000 US-Dollar halten können, dann sind weitere Preissteigerungen wahrscheinlich. Investments bitte wie immer nur mit Stop-Loss-Limit.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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