Aktuell zeigt sich einmal mehr, wie sehr der Ölpreis von der weltweiten Konjunktur abhängt. Dabei überlagern die gesenkten Nachfrageerwartungen sogar die geopolitischen Aspekte, die zu Jahresbeginn zu einem steigenden Ölpreis geführt haben. Der Atomstreit mit Iran und der bevorstehende Boykott des iranischen Öls durch die EU und die USA scheinen beispielsweise im Hinblick auf die gestiegenen Risiken für die Weltwirtschaft derzeit in den Hintergrund getreten zu sein. Allerdings dürfte uns in der zweiten Jahreshälfte ein Comeback des Rohöls erwarten. Hierfür sprechen einige Gründe wie eine stabile weltweite Konjunktur und damit auch Ölnachfrage, eine saisonal höhere Nachfrage für Öl in Q3 und Q4 sowie der weiterhin schwelende Atomstreit mit dem Iran.
Die neuerliche Verschärfung der Eurokrise sorgte für eine erhöhte Unsicherheit bei den Anlegern und damit auch gleichzeitig für eine Flucht aus scheinbar riskanten Investments wie Aktien oder Rohöl. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostet mittlerweile nur noch etwas mehr als 80 US-Dollar und fiel in der Zwischenzeit sogar auf ein neues 8-Monats-Tief. Auch bei der Nordsee-Sorte Brent ging es mit dem Preis steil bergab. Hierbei wurde sogar zwischenzeitlich ein neues 16-Monats-Tief markiert.
Stand 06.06.2012
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