Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
was wäre die Neueröffnung eines Möbelhauses ohne den obligatorischen Auftritt eines C-Promis? Doppelt so langweilig wie sie es ohnehin schon ist. Da kommen doch locker ein paar Hundert kreischende Teenies mit ihren Eltern in die geheiligten Hallen des Konsums. Ein Spektakel, das mit Sicherheit für ein paar Schlagzeilen in der Regionalpresse und somit kostenlose Promotion für die an den Mann zu bringenden Sofas und Betten sorgt.
Einen ähnlichen Weg verfolgt nun auch allen Ernstes die PAI, die Palladium Alliance International. Diese Organisation hat sich das Marketing und die Vermarktung des Edelmetalls Palladium auf die Fahnen geschrieben und versucht nun, mit Promis der Sparklasse die Werbetrommel für Palladium zu rühren. Verpflichtet wurden zum einen Baywatch-Blondine und Silikon-Ikone Pamela Anderson und die Tochter des Prince-of-Darkness und Heavy-Metal-Urgesteins Ozzy Osbourne, Kelly Osbourne. Diese sollen mit markigen Sprüchen wie „I´m so over heavy metal“ Stimmung für Schmuck-Palladium machen.
Platin und Palladium – ein ungleiches Schwesternpaar Wie Silber oft als der kleine Bruder des Goldes bezeichnet wird, so werden Platin und Palladium gerne im gleichen Atemzug genannt. Und in der Tat: Die beiden Edelmetalle sehen nicht nur gleich aus, sie dienen in der Industrie und in der Schmuckverarbeitung auch denselben Zwecken. Sie werden beide im Bau von Autokatalysatoren eingesetzt und finden Verwendung als Edelmetall bei der Herstellung hochwertigen und hochpreisigen Schmuckes.
Doch es gibt auch –im wahrsten Sinne des Wortes- gewichtige Unterschiede: Platin kostet nicht nur etwa doppelt so viel wie Palladium, es hat auch ein viel höheres spezifisches Gewicht wie seine „leichte“ Schwester. Deshalb auch die oben bereits vorgestellte Anspielung auf das Heavy Metal Platin.
Palladium im Fahrzeugbau begehrt… Heutzutage wird Palladium, das bereits schon seit Jahrhunderten gefördert und in den verschiedensten Bereichen Verwendung findet, vor allem im Katalysatorenbau eingesetzt. Hier hat es das wesentlich teurere Platin in großen Teilen ersetzt, nachdem dieses jahrelang die Produktion dominiert hatte.
…in der Schmuckindustrie eher vernachlässigt Wie bereits geschildert bedarf es nun einer breit angelegten Werbekampagne, um den vielen Schmuckkäufern, für die Palladium ein unbekanntes Wesen ist, Palladiumschmuck schmackhaft zu machen. Hier ist es in der Tat so, dass allein in China ein bedeutender Markt für diesen Schmuck entstanden ist. Im vergangenen Jahr wurden alleine dort mehr als sechzig Prozent des weltweit verkauften Palladiumschmuckes nachgefragt. Interessant dabei, dass dort bereits vor fünf Jahren eine ähnliche Werbekampagne gestartet worden war.
Markttechnik am Scheideweg Seit dem Hoch im Frühjahr 2011 bei knapp 860 US-Dollar je Unze hat Palladium in der Spitze um bis zu fünfunddreißig Prozent korrigiert. Aktuell steht immer noch ein Minus von etwa achtundzwanzig unter dem Strich.

Im Bereich um 560 US-Dollar je Feinunze verläuft eine wichtige Unterstützungszone, die bereits zwei Mal in diesem Jahr erfolgreich verteidigt werden konnte. Insgesamt zeigt das Chartbild noch keine mögliche Ausbruchrichtung an, hier muss erst die Ausbildung einer typischen Keilformation abgewartet werden, die sich momentan ankündigt.
Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr
Holger Wentz
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