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Kolumne14:33 17.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Palmöl am markttechnischen Scheideweg
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Hand aufs Herz: Wie vertraut ist Ihnen Palmöl? Nicht sehr vertraut, denken Sie? Ein exotisches Produkt, das allerhöchstens in exotischen Speisen zu finden sein wird?

Weit gefehlt! Palmöl steckt in ungemein vielen Produkten des täglichen Bedarfs und regelmäßig kommen neue Anwendungsgebiete hinzu. Das glauben Sie nicht? Dann lassen Sie uns einmal in einen ganz normalen deutschen Supermarkt schauen: Margarine, Gebäck, Fertigpizza, Speiseeis, Waschmittel, Lippenstift, Wimperntusche, auf all diesen Produkten lässt sich auf der Zutatenliste ablesen, dass in ihnen allen Palmöl verwendet wird. Manchmal sind es nur ganz geringe Mengen, aber aus der Produktion sehr vieler Lebensmittel und Güter aus dem Kosmetikbereich ist Palmöl nicht mehr wegzudenken. Auch die Biokraftstoffindustrie macht sich das energiereiche Öl bisweilen zunutze.

Doch was ist eigentlich Palmöl? Nun, Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Früchte der Ölpalme gewonnen wird. Die wichtigsten Anbauländer für diese Ölpalmen sind Malaysia und Indonesien.

Aktuelles La-Nina-Phänomen keine starke Bedrohung für das Palmölangebot

Verglichen mit den Auswirkungen des Wetterphänomen La Nina im Nina-Zyklus 2010/2011, als das Angebot teilweise um rund fünfzehn Prozent rückläufig war, sind die möglichen Auswirkungen des 2012er Ninas auf den Preis wohl weniger drastisch. Denn auch wenn das Phänomen auch in diesem Jahr zuschlagen wird, wird es nach Ansichten von Meteorologen schwächer ausfallen und zudem auf vollere Lagerhäuser als in der Vorperiode treffen. Dies wird helfen, Produktionsausfälle abzumildern und den Markt nicht zu stark zu verunsichern. Während des letzten La-Nina-Auftretens ging der Preis zeitweise um vierzig Prozent nach oben.

Die Rohstoffexperten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Palmölvorräte aufgrund eines starken Produktionsanstieges in 2011 um rund zehn Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. In 2012 dürften die Fundamentals zum Jahresende hin wieder positiver ausfallen. Hierfür macht die Deutsche Bank vor allem das voraussichtlich niedrigere Produktionswachstum sowie ein wahrscheinliches Wiederanziehen der chinesischen Konjunktur verantwortlich. Da die Palmen die vergangenen Jahre auf Hochtouren Früchte tragen mussten, wird im aktuellen Jahr mit einer „biologischen Bremse“ gerechnet.

Palmöl-Markttechnik am Scheideweg

Aktuell kämpft der Palmölpreis, umgerechnet in US-Dollar, gleich mit zwei wichtigen charttechnischen Punkten. Zum einen hat der Preis die wichtige 200-Tage-Linie nach oben durchstoßen und gleichzeitig den mittelfristigen Abwärtstrendkanal nach oben verlassen. Zwei an für sich positive Signale, die für weiter steigende Notierungen sprechen. Allerdings müssen diese beiden Punkte nun verteidigt werden, um die Basis für wieder steigende Palmölpreise zu untermauern. Investments gehen Sie bitte wie immer nur mit klaren Stop-Loss-Limiten ein.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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