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Kolumne14:15 15.03.16

Börsenexperte und Autor Gerhard Mahler

Prinzip Hoffnung in Neuauflage

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

für heftige Turbulenzen an den europäischen Märkten sorgten die in diesem Umfang nicht erwarteten EZB-Maßnahmen. Im Vorfeld war von prominenter Seite teils eindringlich vor deren Ausweitung gewarnt worden (Leitzins 0%, mehr Anleihenkäufe, Banken-Kreditprogramm, negative Einlagensätze erhöht u.a.). Die Zweifel an ihrer Wirksamkeit bestehen fort. „Diese Geldpolitik wird kaum in der Realwirtschaft ankommen“, erklären namhafte Analysten vor dem Hintergrund bisheriger Erfahrungen. Und einzelne Branchen wie etwa Versicherungen sehen „ihre Geschäftsmodelle gefährdet“. Fragwürdig ist die permanente Nullzinspolitik ohnehin, auch unter Gesichtspunkten wie einer vernünftigen Altersvorsorge. Und vor allem, auf welche Art und Weise soll die künstliche EZB-Geldwelt eines Tages beendet werden? Niemand weiß es. Entsprechend kritisch sind etliche Kommentare.

Bizarre Reaktionen

Die Praxis liefert den Beweis. Der Dax schoss während der EZB-Konferenz bis 9996 Punkte hinauf, um wenig später auf rund 9500 abzustürzen, eine völlig exaltierte Reaktion. Die Gemeinschaftswährung zu drücken, um die Eurozone Konkurrenz fähiger zu machen, ist nicht gelungen. Denn nach dem Abtaucher des Euro auf 1,08 Dollar lautete die Parität sogleich wieder 1,118 Dollar. Glaubhafte Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur haben andere Antworten. Jedenfalls dürfte die EZB ihre Rohre jetzt geleert haben. Und nach der kurzen Phase der Irritation sieht man bekannte Muster wieder. Unter Führung der festen US-Futures und der steigenden Wall-Street-Barometer kam vor dem Wochenende die Erholung der Europa-Aktienindizes doch noch in Gang. So erlebt das „Prinzip Hoffnung“ ein Comeback. Eine Art ewige Geldschwemme soll Wirtschaft und Aktien zugute kommen.

Widersprüche erzeugen Schwankungen

Solche Botschaften entwickelten gerade nach EZB-Interventionen in den vergangenen Jahren immer wieder beachtliche Zugkraft – in Gestalt hoher Kursgewinne. Kurzfristig allerdings führen Zentralbank-Aktionen wie die jetzt von EZB-Chef „Super-Mario“ Draghi inszenierten stets zu Verwerfungen, die die natürlichen Kräfte der Märkte in die eine oder andere Richtung verzerren. Angesichts der gegenwärtig abwärts revidierten Wachstumsprognosen steht das Prinzip Hoffnung auch noch auf zunehmend dünneren Beinen. Und bis zu welchem Niveau die Erholung an den Börsen trägt, ist zur Stunde offen. Nach Lage der Dinge ist es zu früh, die Trendwende auszurufen. Doch gilt es, Veränderungen im Abwärtstrend auszuloten, die als Vorboten für bessere (oder nochmals schlechtere) Zeiten taugen könnten. Insofern bleiben wir flexibel, um die KFT-Transaktionen entsprechend auszurichten. Neben den Signalen der Chart- und Markttechnik (siehe unten) sind diese Woche die Sitzung der US-Notenbank sowie die neuen US-Konjunktur-Indikatoren besonders interessant.

Viel Erfolg mit Ihren Investments
Ihr

Gerhard Mahler
Chefredakteur
Kurzfrist-Trader

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Mahler 's Kurzfrist-Trading-Bilanz

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