Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
Gold, Öl oder Kaffee? Wir leben ja in einer Zeit der Sachwertanlagen, weil dem Papiergeld nachhaltig misstraut wird. Neben der Beteiligung am Produktivkapital durch Aktien und den bei Bundesbürgern traditionell besonders beliebten Immobilien gehören Rohstoffe zum engeren Kreis der handfesten Investments. Aber Vorsicht! Die sogenannten „Commodities“ sind nichts für Anfänger!
Heute möchte ich einmal Werbung für meinen früheren, langjährigen Arbeitgeber machen: Das „Handelsblatt“ hat in seiner Wochenendausgabe die Rohstoffmärkte 2012 zu einem Spezial gemacht, das es Wert ist, einmal studiert und/oder als aktuelles Nachschlagewerk aufbewahrt zu werden. Auf zehn Seiten werden alle wichtigen Marktsegmente ausführlich und mit Prognosen durchsetzt behandelt – außerdem zum Teil auch informativ illustriert. Daraus einige thematische Highlights:
- Wohin treibt der Ölpreis?
- Spekulanten entdecken Kaffee, Zucker und Weizen.
- Was folgt auf den Goldrausch?
- Was Chinas Rohstoffhunger für die Anleger bedeutet.
Gerade auf diesem Gebiet sollten sich wirklich nur Anleger tummeln, die Zeit für ein ausreichendes Informationssammeln aufbringen können. Nicht vergessen: Den Rohstoffmarkt kann es nicht geben, dafür sind die Produkte viel zu heterogen. Überdies geht es ja nicht nur um die Frage, ob man eine Anlageobjekt kaufen sollte oder nicht (Asset Allocation), sondern auch um das Wie, das hier eine besondere Rolle spielt. Deshalb bekräftige ich an dieser Stelle meinen Appell, vor einem Einstieg in die bunte Welt der Commodities nicht allein den oder die Favoriten zu bestimmen, sondern sich gleichzeitig zu fragen, welches Anlageinstrument dafür am besten geeignet sei (Future, Option, Aktie, Fonds, Zertifikat etc.). Im Zweifel sollte man mit Aktien führender Rohstoffunternehmen beginnen – Goldminenwerte sind ja nicht zu unrecht ziemlich populär.
Noch ein wichtiger Hinweis: Rohstoffpreise werden naturgemäß von ganz unterschiedlichen Faktoren bestimmt. Beispiel: Für das Industriemetall Kupfer sind Weltkonjunktur, speziell die chinesische Nachfrage und aktuelle Veränderungen im Angebot (etwa durch längere Streiks in Minen) relevant. Beim Kaffee hingegen ist es eher das Wetter. Heute werden solche „natürlichen“ Faktoren aber immer stärker durch Operationen internationaler Großanleger überschattet – große Kapitalsammelstellen (z.B. US-Pensionskassen und ähnliche Institutionen) haben die Rohstoffmärkte als Spielfeld entdeckt. Das erschwert die Preisprognose zusätzlich.
Wirft man einen Blick auf die Performance der wichtigsten Rohstoffindizes in 2011, so fällt das Ergebnis sehr ernüchternd aus: Der S&P GSCI fiel um ein Prozent und der DJ UBS, der vor allem zahlreiche Industriemetalle und Agrarwerte enthält, brach um mehr als 13 Prozent ein. Der CRB-Rohstoffindex verlor ebenso wie der MSCI World Aktienindex rund acht Prozent. Während Energiewerte und Edelmetalle zu den Gewinnern des Jahres gehörten, wurden Industriemetalle und Agrarwerte besonders hart abgestraft.
Machen Sie weiter mit – und machen Sie’s gut!
Ihr
Hermann Kutzer
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