Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
zur Wochenmitte bescherte uns der
DAX dann doch das ersehnte Kursfeuerwerk - und das auch noch am Tag des Vetos aus Brüssel für die transatlantische Börsenhochzeit. Am Ende des Tages stand ein deutliches Plus von über 2 Prozent. Ebenso schaffte es der DAX die Marke von 6.600 Punkten zu überschreiten.
Besonders gut wurden die positiven Konjunkturnachrichten aus China auf dem Frankfurter Parkett aufgenommen. Genauso konnten sich die Anleger an dem Anstieg des deutschen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe erfreuen. Dieser bedeutet einen weiteren Anstieg in der Reihe der zuletzt beobachtbaren positiven Entwicklung deutscher Indikatoren, wie die jüngsten Zahlen von ZEW, Ifo und Gfk gezeigt haben. Ein Blick auf den heutigen Tag:
Wie sehr häufig schon in den letzten Tagen, fragen wir uns auch an diesem Morgen, ob das gestrige Kursfeuerwerk nur von kurzer Dauer war, oder ob es den Auftakt zu einer nun langanhaltenden DAX-Rallye bedeutet. Fakt ist, dass die Luft nach oben weiterhin zum Atmen ausreicht – bis in die Region 6900/7000. Es sei aber an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass wir beim DAX in weniger als drei Monaten einen Anstieg von 20 Prozent zu verzeichnen haben. Einziger Wermutstropfen dabei bleibt, dass im Hintergrund die alten Gefahren lauern: Griechenland, Euro-Krise, Konjunkturschwäche. Man könnte also behaupten, wir erklimmen einen Berg, aber ohne jegliche Absicherung. So könnte es sein, dass wir abstürzen. Hoffen wir einmal, den DAX überkommt dieses Schicksal nicht. Anders formuliert: Es hat sich an der fundamentalen Situation nichts geändert. Ein Schuldenschnitt, der aktuell schon „gefeiert“ wird, bringt erhebliche Einbußen mit sich. Für alle.
Um auch genügend Munition für einen spannungsreichen Handelstag zu haben, werden auch heute einige Daten bekannt gegeben. Es stehen die EU-Erzeugerpreise der Industrie (Dezember) auf dem Programm. Aus Übersee gibt es die wöchentlichen Zahlen zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, ebenso der wöchentliche EIA Erdgasbericht.
Unternehmensseitig werden Zahlen von
CME Group,
Kellog,
MasterCard,
Merck,
Shell,
Take-Two Interactive und
Unilever veröffentlicht. In Deutschland sollten aber die Ergebnisse der
Deutschen Bank und der
Münchener Rück von besonderem Interesse sein. Neben dem Interesse für die reinen Quartalszahlen der Deutschen Bank, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Josef Ackermann zum letzten Mal als Vorstandsvorsitzender die Zahlen vorlegen wird. Gestern gehörte die Deutsche Bank-Aktie zu den großen Gewinnern im DAX. Könnte sein, dass sich Anleger in Erwartung guter Zahlen schon einmal mit den Papieren eindecken wollten.
In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Börsentag
Ihr
Christoph Scherbaum