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Kolumne15:11 19.05.16

Börsenexperte und Autor Michael Vaupel

Verbraucherkredite: Von wegen Niedrigstzinspolitik

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

das kennt man ja: Wenn der Ölpreis steigt, wird das an den Tankstellen umgehend an die Kunden weitergegeben. Bei einem fallenden Ölpreis wird dieser Preisvorteil erfahrungsgemäß jedoch keineswegs so schnell weitergereicht.

Ähnlich bei den Zinsen. Dass wir es derzeit mit einer Niedrigstzinsphase historischen Ausmaßes zu tun haben, ist nun wirklich kein Geheimnis mehr. Und entsprechend werden Bankeinlagen auch kaum noch bzw. gar nicht mehr verzinst. Es könnte sogar noch schlimmer kommen – und zwar dann, wenn es auch für Privatkunden Negativzinsen geben wird. Wer weiß, ob nicht die Abschaffung des 500-Euro-Scheins in diese Richtung geht – denn das erschwert es tendenziell, größere Beträge daheim bildlich gesprochen unter dem Kopfkissen zu lagern.

Wer sich mit dem Thema Verbraucherkredit beschäftigt, könnte aber denken, wir befinden uns noch in den 1990ern. Denn von „Niedrigstzinsphase“ ist da wenig zu sehen! Die historisch niedrigen Refinanzierungskosten geben offensichtlich zahlreiche Banken nicht an diejenigen Kunden weiter, die einen entsprechenden Kredit aufnehmen möchten. Das erinnert an die Vorgehensweise, die wir an den Tankstellen sehen.

Und in der Tat: Bei der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hieß es zuletzt, dass es bei Verbraucherkrediten den Verdacht einer für Kunden nachteiligen Entwicklung gebe. Es war von „ungerechtfertigter Verzögerung“ bei der Weitergabe gesunkener Zinsen die Rede. Das solle nun genauer untersucht werden.

Diese Kombination „Niedrigstzinsen bei der Geldanlage – hohe Zinsen bei Verbraucherkrediten“ ist keineswegs verbraucherfreundlich. Und zumindest beim ersten Teil sind Sie zum Glück nicht von Banken abhängig. Denn anstatt Ihr Geld auf einem Sparkonto versauern zu lassen, bietet sich (neben einem notwenigen Cash-Anteil) die Investition in Aktien an. Für langfristig orientierte Anleger(innen) eignen sich da bekanntlich besonders die Champions-Aktien. Zehn besonders defensive Titel sind im BCDI-Zertifikat zusammengefasst und können so denkbar einfach abgedeckt werden.

Mit freundlichem Gruß!
Ihr

Michael Vaupel
Redakteur
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