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Kolumne16:09 10.10.11

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Verschnaufpause für den Euro

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

durch die Bank ging es bei den Euro-Paaren die gesamte vergangene Woche unterm Strich bergauf. Auch ein unveränderter Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und gute Arbeitsmarktdaten (NFP) aus den USA konnten dem Euro die kleine Wochen-Rallye nicht versalzen. Doch:

Bedeutet dieser Anstieg nur eine kurze Verschnaufpause oder eventuell sogar das Ende der Baisse?

Unser Divergenzindikator (DI) zeigt uns auf einem 4-Stunden-Chart – mittels bullischer, bärischer und neutraler Zone – Richtung und Stärke des längerfristigen Trends auf Basis der Divergenz zwischen den täglichen GDs 200 und 100 an. Während der seit Mai anhaltenden Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar (EUR/USD) befand sich der DI bis jetzt im Hausse-Modus. Dies ändert sich gerade, denn der Divergenzindikator ist dabei, in die neutrale Zone einzutauchen. Wir befinden uns langfristig zwar immer noch nicht in einer Baisse. Der Aufwärtstrend wurde aber inzwischen soweit abgeschwächt, dass er als neutral gilt.

Technisch gesehen haben wir auf dem Vier-Stunden-Chart lediglich eine Erholung erlebt, welche sich zum Ende der Woche zum nächsten Widerstandscluster hocharbeitete (Abwärtstrendlinie, Widerstandslinie, runde Marke 1,3500). Genau dort ging dem EUR/USD dann am Freitag der Wind aus den Segeln. Die nächsten Tage werden zeigen, in welche Richtung sich der DI entwickelt. Vorerst heißt es jedoch, abzuwarten, bis der Divergenzindikator die neutrale Zone wieder verlässt.


Beim Blick auf den EUR/USD stellt sich die Frage, ob der US-Dollar schwach ist – oder eben nur weniger stark als der Euro. Um dies zu beurteilen, betrachten wir das sogenannte „Cable“ (britisches Pfund Sterling vs. US-Dollar – GBP/USD):

Auch dieses Paar hatte sein Jahres-Hoch im Mai bei 1,6737, und erfuhr danach eine Abwertung. Tatsächlich schrieb der GBP/USD vergangene Woche ein neues Jahrestief bei 1,5271, bevor sich der Wechselkurs erholte. Kurzfristig zeichnet sich auf dem 4-Stunden-Chart zum Wochenende sogar ein Höheres Hoch nach einem Tieferen Tief ab – erstes Anzeichen für einen möglichen Trendwechsel auf diesem Chart.

Zurzeit bestätigt der GBP/USD also eine Schwäche im US-Dollar. Diese könnte vom Warten auf die NFP-Daten herrühren, welche am Freitag veröffentlicht wurden. Ob an dem Kursverfall mehr dran ist, wird die kommende Woche zeigen. Falls das Paar am Montag und Dienstag über der 1,5300-Marke bleibt und ein höheres Tief ausbildet, steht wohl eine Woche mit Kurszuwächsen bevor. Speziell ein Verbleiben des Cable oberhalb der nun gebrochenen vorherigen Widerstände der Abwärtstrendlinie sowie des früheren Hochs bei 1,5000 wären bullisch zu bewerten. In jedem Falle jedoch ist der DI neutral – und daher heißt es auch hier zunächst, abzuwarten.


In der kommenden Ausgabe werden wir die Entwicklung beim Euro im Auge behalten und unseren Blick auf den US-Dollar verbreitern. Bis dahin :

Bleiben Sie ruhig und gelassen im Wirrwarr der Kurschwankungen!

Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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