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Kolumne09:57 13.03.17

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Von 20 Jahre „Neuer Markt“-Desaster und echten Champions

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

am 10.3.1997 hat eine Börsen-Geschichte begonnen, die leider dafür verantwortlich ist, dass vielen Anlegern bis heute noch die Lust auf Aktien langfristig verdorben wurde. Erinnern Sie sich?

Der „Neue Markt“ war im Jahr 1997 als ein Segment der Deutschen Börse eingerichtet worden. Seitens des Betreibers sollte der Finanzplatz Deutschland endlich auch seine Technologiebörse „à la Nasdaq“ bekommen. Die Euphorie im Zuge der damaligen sogenannten „New Economy“ kannte keine Grenzen. Erst Recht – oder besser vor allem – in Deutschland. Die Idee an sich war gut. Im Detail:

Unternehmen der „neuen Technologien“ aus den zukunftsträchtigen Branchen wie IT, Multimedia, Biotech, Telekom und Forschung sollten in einem Index aufgeführt sein. Die ersten beiden an diesem „Neuen Markt“ gelisteten Aktien waren übrigens Mobilcom und Bertrandt. Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit.

Als Börsenfan gab es fast jeden Tag etwas zu feiern. Augenscheinlich. Im Nachhinein können wir alle wohl sagen: Es gab leider viel zu wenige Mahner, die der breiten Anlegerschaft versuchten zu vermitteln, wohin das Ganze führen könnte. Ein schönes Beispiel für den damaligen Hype und die (zum Teil viel zu) geringe Substanz von Aktien ist wohl die Biodata-Geschichte. Konkret:

Biodata ging im Jahr 2000 mit zu je 45,00 Euro platzierten Aktien an die Börse. Die PR-Maschinerie im Umfeld war gigantisch. Biodata, ein Unternehmen, das die beiden großen Themen Biotech und Data in einem vereinte – das konnte nur gut für den deutschen Anleger sein! Am ersten Handelstag lag der Kurs dann irgendwann bei 240 Euro – ein Plus von 433 Prozent zum Börseneinstieg. Das Verrückte:

Das Unternehmen, mit einem damaligen Umsatz von weniger als 10 Millionen Euro, war auf einmal an der Börse 4 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Das „kleinste“ Dax-Unternehmen ist derzeit die Deutsche Lufthansa mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als 6,5 Milliarden Euro und hier arbeiten mehr als 100.000 Angestellte für einen Weltkonzern.

Wie die Neue-Markt-Story ausging, weiß jeder, der sich mit der Börse beschäftigt. Es war ein regelrechtes Blutbad. Deutschlands (unerfahrene) Aktien-Anleger verloren mit diversen Wertpapieren richtig viel Geld. Manch einer spürte die Folgen sogar noch Jahre später, weil er gemeint hatte, bei seiner Hausbank einen Kredit aufzunehmen, um damit am Neuen Markt zu spekulieren – schließlich waren ja die 433 Prozent beim IPO von Biodata keineswegs eine Seltenheit zu dieser Zeit gewesen ...

Schade ist wirklich nur, dass wegen der Folgen der „Neue Markt“-Zeit die Aktienkultur in Deutschland massiv gelitten hat. Bis heute. Dabei ist die Aktie an sich eine der attraktivsten Investmentmöglichkeiten überhaupt. Letztlich ist es aber wie bei Aschenputtel – „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“. Das heißt:

Einen Teil des eigenen Vermögens in Aktien zu investieren ist völlig richtig! Aber bitte nur in Wertpapiere von Unternehmen, die Ihr Geld auch im wahrsten Sinne des Wortes verdienen. Das bedeutet:

Wir sprechen von Qualitätswerten. Von echten Champions, die über (viele) Jahrzehnte Substanz bewiesen haben und an der Börse Erfolg hatten. Das können nur die wenigsten aufweisen. Der boerse.de-Aktienbrief hat hier genau eine Zahl zu bieten: 100.

Ein schönes Beispiel für einen solchen Champion zeigte Ihnen bereits Aktienbrief- Chefredakteur Jochen Appeltauer vor kurzem auf. Weitere bekommen Sie alle 14 Tage im boerse.de-Aktienbrief präsentiert.

In diesem Sinne, noch einen erfolgreichen Handelstag
Ihr

Christoph Scherbaum
Redaktion
Aktien-Ausblick

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Performance: Dax-Aktien 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 8,93 auf 6,79 Euro
Performance: -24,90%

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Champions-Timing - der richtigen Zeitpunkt ist entscheidend
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Unsere Einstiegs-Strategie: Nicht jeder Tag ist Kauftag. Die Gewinn-Chancen der Champions aus dem boerse.de-Aktienbrief lassen sich durch die Wahl des richtigen Einstiegszeitpunkts nochmals erheblich verbessern. Dafür bedarf es keinen hellseherischen Fähigkeiten, sondern es gilt, Kauf- und Nachkaufsignale mit Ruhe und Disziplin zu beachten.