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Kolumne11:17 24.05.16

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Von Krankenkassen, unseren Beiträgen und der Anlageform Aktie

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir eine Beschreibung dafür benötigen, warum die Aktie in Deutschland nach wie vor einen so schlechten Ruf und damit auch nur vergleichsweise wenige Anhänger hat, so muss sich jeder eigentlich nur eine Schlagzeile der vergangenen Woche ansehen.

Die BILD-Zeitung titelte: „Millionen für die Börse - Verzocken Krankenkassen bald unsere Beiträge?“ Der geneigte Leser kratzt sich am Kopf und fragt sich, was sich dahinter verbirgt. Die Antwort ist relativ einfach:

Die Krankenkassen verfügen über zum Teil erhebliche Rücklagen. Diese dürfen derzeit nur in vermeintlich sicheren Staatspapieren angelegt werden. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sorgt aber dafür, dass die Rücklagen eher schrumpfen, anstatt durch Zinsen anzuwachsen. Konkret:

Der Gesundheitsfonds musste im vergangenen Jahr die stolze Summe von 1,8 Millionen Euro als Strafzinsen an die Banken zahlen! Cash-Reserven werden eben häufig auf Konten geparkt, anstatt in Banknoten im Tresor. Doch es trifft keineswegs nur den Gesundheitsfonds der Krankenkassen, sondern auch die Kassen selbst.

Die Politik reagierte daher und packte in einen größeren Gesetzentwurf zur Sozialversicherung nun auch die Option, dass Krankenkassen die Reserven für die betriebliche Altersvorsorge ihrer Angestellten zu einem Teil in Aktien anlegen dürfen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung ermittelt hat, soll das Engagement in Aktien dabei auf 10 Prozent des Anlagebetrages begrenzt sein. Laut dem Bericht will die Bundesregierung auf diese Weise grundsätzlich bestehende Verlustrisiken begrenzen. Außerdem sind offenbar nur auf in Euro ausgegebene Aktien zulässig, und das Management muss „passiv und indexorientiert“ ausgerichtet sein. Das bedeutet:

Die BILD-Schlagzeile erweist sich (einmal mehr) als Luftnummer. Denn die Finanzreserven der Krankenkasse, die aktuell rund 14,5 Milliarden Euro betragen, bleiben dem Aktienmarkt auch weiterhin fern.

So bedauerlich das ist, so erfreulich ist der Gesetzentwurf für die Beschäftigten der Krankenkassen. Denn deren Rente dürfte durch die Aktienanlage-Pläne ein gutes Stück zukunftssicherer geworden sein. Wer dann noch privat den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien betreibt, der sollte den Ruhestand genießen können – egal was für Schlagzeilen er morgens in der Zeitung liest.

Ihr
Christoph Scherbaum
Chefredakteur
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Performance: Dax-Aktien 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 8,93 auf 6,79 Euro
Performance: -24,90%

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