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Kolumne11:47 10.02.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Weizen profitiert von sibirischer Kälte
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

nun ist er also da – der Winter, auf den einige von uns sehnsüchtig gewartet haben, den andere jedoch am liebsten ganz übersprungen hätten. Und wie er angekommen ist: Sibirische Kälte hält Deutschland fest im Griff und zweistellige Minustemperaturen sorgen für das große Bibbern in der Bevölkerung.

Doch nicht nur den Menschen macht diese extreme Kälte zu schaffen, auch die Natur leidet teilweise erheblich unter dem Dauerfrost. Tiere erfrieren, weil sie nicht an solche Temperaturen angepasst sind und Pflanzen gehen ebenfalls ein. Darunter auch wichtige Nutzpflanzen wie beispielsweise Weizen.

Weizen wird zweimal im Jahr geerntet

Dazu muss man wissen, dass Weizen nicht nur einmal im Jahr, sondern gleich zweimal geerntet wird. Der im Frühjahr ausgesäte und im Herbst abgeerntete Weizen wird als Sommerweizen bezeichnet. Dieser stellt jedoch mengenmäßig betrachtet gegenüber der Ernte des Winterweizens den kleineren Teil dar.

Winterweizenernte in Gefahr

Winterweizen wird im Winter gesät und dann im Sommer des Folgejahres geerntet. Das aktuelle Problem dabei: Diese Ernte ist aufgrund der aktuellen Kältewelle in Gefahr! Rohstoffanalysten befürchten, dass aufgrund der fehlenden Schneedecke die Aussaat nicht ausreichend vor dem Frost geschützt ist und deshalb Schaden nehmen könnte. Doch nicht nur bei uns könnte die Ernte des Winterweizens deshalb in Gefahr sein. Vor allem in der Kornkammer Europas, der Ukraine, werden in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu minus 26 Grad erwartet.

Weizenmarkt hat bereits mit Preisaufschlägen reagiert

Doch nicht nur Analysten befürchten ein solches Szenario: Auch der Weizenmarkt hat bereits in den vergangenen Tagen reagiert und der Weizenpreis hat in den vergangenen beiden Handelswochen deutlich zulegen können. Die Gefahr, dass die Ernte 2012 weniger gut ausfallen wird als bislang angenommen, lastet auf der Stimmung.

Hierzu beigetragen hat aber nicht nur der harte Winter. Aus Russland kommen wie bereits in den Vorjahren politisch motivierte Schockwellen an den Markt. Die dortige Regierung plant erneut administrative Eingriffe in den Welthandel mit Weizen. Nachdem zunächst ein Ausfuhrverbot im Vorjahr wieder aufgehoben worden war wurde nun verkündet, dass noch im Februar die Einführung eines neuen Ausfuhrzolls für Getreide geprüft werden soll.

Und was sagt die aktuelle Markttechnik zu Weizen



Der Weizenpreis konnte aus dem seit Herbst 2011 ausgebildeten Seitwärtstrend nach oben ausbrechen, notiert aber weiter unter der 200-Tage-Linie und dem mittelfristigen Abwärtstrend von März 2011. Erst ein Überschreiten dieser beiden charttechnisch wichtigen Widerstände lässt auch seitens der Markttechnik einen weiteren starken Preisanstieg in Richtung acht US-Dollar erwarten. Nach unten erscheint der Preis bei etwa sechs US-Dollar gut abgesichert. Investments bitte wie immer nur mit Stop-Loss-Limit eingehen.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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