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Kolumne14:59 02.05.16

Börsenexperte und Autor Christoph A. Scherbaum

Wenn meine Sparkasse auf faulen Krediten sitzt...

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Euro-Krise ist für viele Deutsche beendet. Doch in Wahrheit schwelt sie unter der medialen Wahrnehmungsschwelle. Sichtbar werden die Probleme mit faulen Krediten meist nur dann, wenn in irgendeinem Land der Eurozone mal wieder eine Bank still und leise gerettet werden muss. In Deutschland war dies allerdings zuletzt keineswegs der Fall – da kann ich sie beruhigen.

Weniger erfreulich sind allerdings die Untersuchungsergebnisse des Recherchezentrums correctiv.org und der Frankfurter Allgemeine Zeitung in Bezug auf die Lage der deutschen Sparkassen. Als Hintergrund für Sie:

Kredite gelten als „faul“, wenn sich der Schuldner mehr als 90 aufeinanderfolgende Tage nicht an die Absprachen hält. Das kann etwa die fehlende Überweisung der monatlichen Rate sein. Zu den Ergebnissen:

Zwar lag der durchschnittliche Anteil fauler Kredite bei den Sparkassen zuletzt deutlich unter dem Durchschnitt aller deutschen Banken. Aber wie so oft verdecken Durchschnittszahlen die Problembereiche. Denn:

Besorgniserregend ist die regionale Verteilung der faulen Kredite. Der durchschnittliche Anteil fauler Kredite lag im Jahr 2014 bundesweit bei allen deutschen Banken bei 2,34 Prozent, so die Bundesbank. Bei den Sparkassen wiederum liegt die durchschnittliche Quote bei 1,62 Prozent.

Schauen wir wiederum auf die Zahlen dahinter, fallen die Unterschiede zwischen den Bundesländern auf. Besonders die hohe Lücke zwischen den beiden reichsten Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg ist – höflich gesagt – bemerkenswert.

Während die bayerischen Sparkassen einen durchschnittlichen Anteil fauler Kredite von 0,68 Prozent haben, weisen die Sparkassen im „Ländle“ eine Quote von 2,34 Prozent auf. Das ist der Bundesdurchschnitt. Dieser überraschend hohe Anteil kommt durch die sehr unterschiedliche Verfahrensweise bei der Kreditvergabe zu Stande. Konkret:

Die eine Sparkasse vergibt deutlich risikoreichere Darlehen als die andere und kommt daher auch auf deutlich höhere Quoten bei den faulen Krediten. Damit zeigt sich im Kleinen, was auch in der großen Eurozone zu sehen ist: Bank ist nicht gleich Bank! Wo keine einheitlichen Regeln für die Kreditvergabe existieren, kann es auch keine einheitlichen Quoten für faule Kredite geben. Was heißt das für Anleger?

Wenn es schon die deutschen Sparkassen als Inbegriff von Solidität kaum schaffen nach einheitlichen Standards zu handeln, dann sieht es bei den Banken in Europa nur bedingt anders aus. Als Privatanleger also eine vernünftige Bank herauszufinden, deren Aktien man kaufen kann, dürfte schwierig sein. Ganz im Gegenteil zu den Champions-Aktien. Erst recht wenn es eher defensiv ausgerichtet Titel sind, die auch die Basis für das BCDI-Zertifikat (WKN DT0BAC) liefern. Damit gelingt der Vermögensaufbau besser. Das geht natürlich mit einem Depot  - bei jeder Bank.

In diesem Sinne,
Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche (Ihre persönliche Terminübersicht)

Ihr

Christoph Scherbaum
Chefredakteur
Börsen-Ausblick

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Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

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