Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
die letzten Tage in 2011 wollen wir nutzen, um ein wenig zurückzublicken und uns eine Anlage-Strategie ansehen, die nach wie vor eine hohe Popularität besitzt – der Buy-and-hold-Ansatz („kaufen und liegenlassen“). Hintergrund dieser Philosophie ist, dass dem Einstiegszeitpunkt vor allem in Aktien eine sekundäre Bedeutung zukommt, da die Börsen langfristig steigen und es somit stets nur eine Frage der Zeit ist, wann Engagements ins Plus wandern. Gerne wird in diesem Zusammenhang der legendäre Andrè Kostolany zitiert, der einst sagte: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen sie die Papiere nicht mehr an“.
Viele Anleger wendeten den Ansatz in den vergangenen Jahren auch auf andere Basiswerte wie Rohstoffe an. Schließlich erscheint diese Vorgehensweise gerade bei zukunftsträchtigen Märkten lohnend, da kurzfristige Fluktuationen nicht zu interessieren brauchen und sich der Aufwand zudem in Grenzen hält.
Doch so sehr die Vorteile auch zu überwiegen scheinen, wir beim TM Börsenverlag stehen diesem Ansatz schon seit mehreren Jahren sehr skeptisch gegenüber. Denn im Vergleich zu früheren Jahrzehnten sind die Börsen heute von massiven Schwankungen geprägt, die sich innerhalb großer und immer schneller und schärfer verlaufender Trends abspielen. 2011 war dafür abermals ein Paradebeispiel und es sieht ganz danach aus, dass diese Dynamik noch einige Zeit anhalten wird. Natürlich heißt das nicht, dass „langfristig“ mit einer Buy-and-hold-Strategie und damit einer „long-only“-Philosophie keine ansehnlichen Gewinne erzielt werden können. Doch wie wusste auch schon Keynes: „Langfristig gesehen sind wir alle tot“. Zuletzt war mit „kaufen und liegenlassen“ auf jeden Fall kein Blumentopf zu gewinnen. Konkret:
Ein Anleger, der beispielsweise zu Jahresbeginn 2011 in den amerikanischen S&P500 investiert hat (zum Beispiel über ein Index-Zertifikat oder ETF), erzielte trotz der massiven Bewegungen keine Rendite, da der Markt per heute praktisch unverändert notiert. Noch wesentlich dramatischer ist ein Blick auf das große Bild. Da die marktbreite US-Börse in den vergangenen 12 Jahren unter dem Strich lediglich auf der Stelle getreten war (!), ergibt sich für Anhänger eines Buy-and-Hold-Ansatzes seit 1999 ein Nullsummenspiel.
Um daher erfolgreich an der Börse zu agieren, ist es fast schon Pflicht, den großen Bewegungen und damit den übergeordneten Trends zu folgen und diese aktiv zu handeln statt Engagements einfach liegen zu lassen.
Trendbrief-Abonnenten wissen: Auch wenn 2011 beileibe kein einfaches Börsenjahr war, durch ein Handeln der Trends auf beiden Seiten – long wie short – konnten kräftige Gewinne eingefahren und insgesamt eine ansehnliche 2011er-Rendite erzielt werden.
Im nächsten Trend-Ausblick werden wir uns ansehen, zu welchen Resultaten ein Buy-and-Hold-Ansatz bei Rohstoffen geführt hätte und welche Strategie sich für 2012 empfiehlt.
Bis dahin,
Ihr
Tobias Pichler
P.S.: Tobias Pichler zeigt Ihnen im Trendbrief mit konkreten Empfehlungen zu Aktien, Indizes, Devisen sowie Rohstoffen, wie Sie Ihre Profite „hebeln" und alle Gewinn-Chancen nutzen.
Testen Sie jetzt zwei Trendbrief-Ausgaben völlig kostenlos!