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Kolumne10:44 04.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Holger Wentz
Wird 2012 das Jahr des Kakaos?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

zunächst wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012, mögen Ihre Wünsche und Erwartungen an das noch junge Jahr erfüllt werden.

Haben Sie sich, wie das bei bierseligen Silvesterfeiern Usus ist, auch einige gute Vorsätze auf Ihre mentale To-do-Liste geschrieben? Vielleicht denjenigen, bei süßen Knabbereien etwas auf die Bremse zu treten um endlich wieder zu Ihrem Wunschgewicht zu kommen? Da stört die eine oder andere Tafel leckere Schokolade gewaltig, vor allem dann, wenn alle Schokoweihnachtsmänner und Schokoplätzchen bereits den Weg an die Hüfte gefunden haben.

Schokolade bald der Kaviar der Süßwarenindustrie?

Treffen die aktuellen Prognosen einiger Schokoladen-Gurus ein, die momentan in die Federn von Journalisten diktiert werden, dann könnte aus dem guten Vorsatz vielleicht sogar eine Zwangsdiät werden. Denn: Schokolade könnte tatsächlich zu einem knappen und dementsprechend teuren Gut werden!

Vorbei vielleicht also bald die Zeiten, als wir Deutschen jedes Jahr Berge von Schokoartikeln in uns reinstopfen konnten und uns um das dadurch im Geldbeutel entstehende Loch nicht sorgen mussten. Schokolade ist seit langem billig. Sehr billig teilweise, wie uns die Discounter mit ihren Hausmarken vor Augen führen.

Die Schoko-Auguren prophezeien, dass uns in den kommenden Jahren so etwas wie eine Schokoladenkrise ins Haus stehen wird. Schade also, dass sich der Süßkram aufgrund der relativ kurzen Haltbarkeit nicht großzügig bevorraten lässt. John Mason etwa, der Gründer des in Ghana beheimateten Nature Conservation Research Council, prophezeit gar folgendes Szenario: “In 20 Jahren wird Schokolade wie Kaviar sein! Sie wird dann so selten und so teuer werden, dass der Durchschnittsbürger sich keine mehr wird leisten können.” Billige Kalorienbomben wie Schokoriegel dürften dann der Vergangenheit angehören.

Hohe Nachfrage eventuell bald nicht mehr zu bedienen

Schauen wir uns einmal an, warum solche Szenarien an die Wand gemalt werden: Ein anderer Experte, Angus Kennedy aus London, ist der Ansicht, dass bis zum Jahr 2020 an den Kakaomärkten etwa eine Million Tonnen Kakaobohnen zuwenig angeboten werden und dadurch das Kakaoangebot nicht ausreichen wird, die ständig steigende globale Nachfrage zu decken. Hier sind es vor allem die Asiaten, die ständig mehr Kakao nachfragen und sich auch in Sachen Süßigkeiten dem westlichen Geschmack annähern. Diese fehlende Menge entspricht etwa dem heutigen Erntevolumen der Elfenbeinküste. Dieser afrikanische Staat ist momentan der weltgrößte Produzent von Kakaobohnen.

Die aktuell niedrigen Kakaopreise bewegen viele Kakaofarmer dazu, ihre Plantagen auf andere Agrargüter umzustellen, was zusätzlichen Druck auf die Angebotsmenge ausüben wird. Gekoppelt mit den sehr archaischen Anbaubedingungen, die einem starken Ausbau der Kapazitäten im Weg stehen, keine gute Ausgangssituation für die oben skizzierten Szenarien.

Markttechnik (noch) schlecht

Ein Blick auf die Markttechnik bei Kakao verheißt zunächst nicht viel Gutes:



Der Kakaopreis befindet sich nach einem Höhenflug bis ins Frühjahr 2011 hinein auf Talfahrt und hat mittlerweile wieder ein Niveau erreicht, wie es letztmals Ende 2008 vorherrschte.

Fundamental stehen die Ampeln für steigende Kakaopreise mittelfristig auf grün, die Markttechnik spielt allerdings noch nicht mit. Die Chancen auf einen Stopp des Preisrückgangs stehen jedoch auf dem aktuellen Unterstützungsniveau nicht schlecht. Neuinvestments bitte wie immer nur mit Stopp-Loss-Limit eingehen.

Als treuem Rohstoff-Ausblick-Leser habe ich Ihnen heute ein ganz besonderes Neujahrsgeschenk mitgebracht. Im kostenlosen Spezialreport „Top-Investment-Chancen 2012“ stellt Ihnen das Börsenverlag-Team seine Anlage-Favoriten für das kommende Jahr vor.
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Herzliche Grüße und bis zum nächsten Rohstoff-Ausblick
Ihr

Holger Wentz


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