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Kolumne17:17 17.06.16

Börsenexperte und Autor Volker Meinel

Yahoo: Jetzt wird’s spannend

Es waren gleich zwei gute Nachrichten für die Yahoo-Aktionäre, die da vergangene Woche eingetroffen waren. Das schlug sich auch positiv nieder für die Aktionäre (und alle weiteren Long-Investoren): Die Aktie verteuerte sich auf das höchste Niveau seit August 2015. Und vielleicht liegt noch mehr drin. 
 

Denn Yahoo, das sich selber zum Verkauf gestellt hat, will auch seine 3.000 Patente versilbern. Diesen Schatz hatten Investoren bisher nicht in ihren Kalkulationen berücksichtigt gehabt - und entsprechend positiv war denn vergangene Woche die Reaktion am Aktienmarkt. Berichten zufolge erhofft sich Yahoo vom Verkauf dieser Patenten, die auch wichtige Funktionen der eigenen Webseite und Suchalgorithmen abdecken, eine Milliarde Dollar. Die Patente decken auch fundamentale Mechanismen für die Internet-Suche und die damit verbundene Online-Werbung ab. Käufer solcher Patente kommen neuerdings oft aus Asien; sie erhoffen sich so eine dramatische Beschleunigung eigener Online-Projekte und eine Absicherung eigener Entwicklungen gegen Patentklagen weiterer Firmen.
 

Und auch beim Verkauf des eigenen Unternehmens selber kommt Yahoo voran. Nach Medienberichten sind mehrere Gebote eingegangen, sie liegen teilweise bei über 5 Milliarden US-Dollar. Eingeschlossen sind via die Online-Tochter AOL populäre Online-Medien wie die Huffington Post und Techcrunch.
 

Die Höhe der Gebote ist eine positive Überraschung, denn bisher war man immer von Verkaufspreisen um 3,5 Milliarden Dollar ausgegangen. Gerüchteweise hatte der Telekommunikationskonzern Verizon einen solchen Betrag angeboten - und dabei bereits weitere Angebote (auch) von Private Equity-Firmen  teilweise deutlich übertroffen.
 

Die Zeit spielt demnach auf den ersten Blick für Yahoo - es sieht so aus, als ob die Höhe der Gebote laufend weiter steigt. Allerdings kann sich Yahoo keine zu ausgedehnte und langwierige Bieter-Zeit leisten. Denn das Kerngeschäft selber schrumpft mit zweistelligen prozentualen Werten. Google/Alphabet und Facebook absorbieren die mit Abstand größten Anteile am Online-Werbekuchen. Einige mögliche Kaufkandidaten haben dem Vernehmen nach nach dem jüngsten Rückgang beim Online-Werbegeschäft bei  Yahoo ihre eigenen Angebote deutlich reduziert - oder sie sind gleich ganz ausgestiegen. Bei nahezu 200 Knock-Outs und Optionsscheine haben Anleger auf www.bnp.de die Auswahl an Yahoo-Scheinen.
 

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