zurzeit drehen die Märkte ein ähnlich heißes Rad wie während brenzliger Phasen der New Economy vor 11 Jahren. Man weiß nicht, ob die Kurse am nächsten Tag je nach Gemütslage 5% höher oder tiefer stehen. Nur mit dem Unterschied, dass damals alle Welt vor lauter Begeisterung für Aktien voll ins Risiko ging, heute aber Optimismus und Pessimismus schneller wechseln, als ein Chamäleon die Farbe. Als der spanische Ministerpräsident Zapatero am vorigen Mittwoch den strengen Sparkurs seines Landes verkündete, schoss der DAX 300 Punkte hinauf und setzte damit seine Anfang der Woche dank des 750 Milliarden schweren Notfallfonds für finanzschwache Euro-Staaten begonnene Erholung fort. Erneut als Kurstreiber ins Bewusstsein rücken konnten dabei die über den Erwartungen liegenden Ergebnisse von den Unternehmen und günstige Daten zur Konjunktur. Unterstützung erhalten die Märkte von den ansprechend stabilen wirtschaftlichen Indikatoren sowie den weiterhin niedrigen Zinsen.
Als Deutsche Bank-Chef Ackermann kurz danach von einer möglichen Euro-Kernschmelze sprach, ging es am Freitag und auch heute morgen wieder stramm bergab, die Angst kehrte zurück. In Erinnerung tritt der crashartige Absturz vom 6. Mai, als an der Wall Street die Aktienbarometer zwischendurch um 9% gefallen waren. Die Euroland-Krise überlagert alles. Jetzt steht zur Debatte, ob der Aktienaufschwung seine Fortsetzung findet oder das Misstrauen mit der Folge fallender Kurse Regie führt. Von diesen Welten wird die Börsentendenz in naher Zukunft geprägt. Gegenwärtig erleben die Anleger eine Zeit der Extreme und staunen, welchen Gesetzen die Märkte gehorchen.
Generell sind Börsen mit allzu häufigen und blitzartigen Richtungswechseln mit Vorsicht zu genießen. Große und schnelle Bewegungen versprechen zwar einträgliche Geschäfte. Nur dürfen die Wechsel nicht zu rasch erfolgen. Denn die Gefahr, als Anleger auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, steigt rapide. Und die Schwankungen gewinnbringend umzusetzen, wird schwieriger. In diesem Spannungsfeld gilt es, besonnen zu bleiben, so verlockend die hohen Ausschläge auch sein mögen. Der Kurzfrist-Trader (KFT) bekräftigt seine jüngsten Aussagen, in denen es hieß: Selbst wenn das Tempo der Konjunkturerholung sich nicht halten ließe, besteht kein Grund zur Panik. Der Großteil der Unternehmen verdient wieder ordentlich, das Wirtschafstwachstum scheint bis auf Weiteres gesichert, wenn es auch nicht überragend ist. Die Markttechnik mahnt allerdings mehr denn je zur Vorsicht, also Schaukelbörsen mit abrupten Trendwechseln.
Viel Erfolg mit Ihren Investments wünscht Ihnen
Gerhard Mahler
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| Trefferquote | Performance | |
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