Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
kaum sind die letzten Weihnachtsplätzchen verdrückt und die verführerischen Schokoweihnachtsmänner geschlachtet, da droht uns bereits mit dem in Riesenschritten nahenden Osterfest der nächste Zuckerschock.
Ob Zuckerinvestments in 2012 ebenfalls für einen Schock bei den Investoren sorgen werden oder eher für einen schönen Renditespeck im Depot, dass wollen wir uns im heutigen Rohstoff-Ausblick einmal genauer anschauen.
2011er Marktüberschuss sorgte für Achterbahnfahrt bei Zucker Zu Beginn des Jahres 2011 war die Zuckerwelt noch ziemlich in Ordnung. Der Preis bewegte sich auf einem 30-Jahres-Hoch. Doch recht schnell war es dann vorbei mit der Zuckerseligkeit: Der Preis kam im Frühjahr unter beträchtlichen Druck und Investoren mussten binnen weniger Monate einen Rückgang um mehr als vierzig Prozent verkraften. Der Grund für die rasante Talfahrt: Eine Überschussproduktion, die die Nachfrage übertraf, sorgte für Verkaufsdruck.
2012 könnte aus dem Überschuss eine Unterdeckung werden Wenn man den Händlern an der Terminbörse glauben schenkt, dann dürfte dieser Überschuss bald der Vergangenheit angehören. Denn: Seit einigen Wochen kostet Zucker per Termin mehr, als man für sofortige Lieferung für ihn auf den Tisch legen muss. Mit ein Zeichen für eine tendenziell ansteigende Preistendenz.
Schuld an dieser Entwicklung sind nach Angaben von Rohstoffanalysten die jüngsten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums und der internationalen Zuckerorganisation ICO. Diese sind mittlerweile recht pessimistisch gestimmt, was die diesjährige Erntemenge anbelangt.
Brasilien und Indien sind die Sorgenkinder der Analysten. Diese beiden Zucker-Dickschiffe stehen für etwa vierzig Prozent der weltweiten Zuckerproduktion. Die brasilianischen Zuckerbauern kämpfen mit dem zuckerunfreundlichem Wetter. Zusätzlich belasten Sorgen bezüglich der aufgrund der hohen Ölpreise lohnenswerten Umwidmung von Zuckerrohr zur Ethanolproduktion die Stimmung. Zudem kommen Marktgerüchte auf, dass auch in Indien Ernteausfälle zu befürchten sind.
Seitwärtsrange etabliert Ein Blick auf den aktuellen Zuckerchart verrät, dass sich der Preis in einer recht engen Spanne von etwa 0,23 – 0,24 US-Dollar bewegt und auf diesem Niveau einen Boden gefunden zu haben.

Positiv wäre ein Anstieg auf 0,26 US-Dollar, denn dann wird die Seitwärtsrange nach oben verlassen und gleichzeitig die 200-Tage-Linie durchstoßen, was beides preispositiv für Zucker wäre. Investments wie immer bitte nur mit Stop-Loss-Limit eingehen.
Herzliche Grüße
Ihr
Holger Wentz
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