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Kolumne09:30 10.01.12

Börsenexperte, Experte und Author Sven Brand
Zurück zum alten Trott
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

nach ein paar zögerlichen ersten Tagen beginnt das neue Jahr genau so, wie das alte endete:

Die Krise in Europa steht wieder im Vordergrund und der Euro setzt seine Talfahrt weiter fort. Gegen den japanischen Yen schreibt der Euro gar neue Tiefstwerte seit seiner Einführung als „echtes“ Geld vor zehn Jahren. Gute US-Arbeitsmarktzahlen sowie eine schwache Staatsanleihenauktion Frankreichs haben der Euro-Baisse neuen Zündstoff gegeben.

Nach dem Brechen des Jahrestiefes 2011 bei 1,2900 beschleunigt sich der Abwärtstrend des EUR/USD wieder etwas und die Bären scheinen zunächst kaum Widerstände (bzw. Unterstützung) befürchten zu müssen. Das nächste Jahrestief von 2010 liegt bei 1,1900 und damit noch unter der nächsten runden Marke 1,2000. Spätestens in diesem Bereich ist mit neuen Bullen zu rechnen, welche den Euro wieder ein paar Punkte nach oben hiefen sollten. Für den Rest dieser Woche geht es allerdings wohl weiter bergab, mit der 1,3000er–Marke als erster Widerstand und Limit nach Oben; danach folgt der Gleitende Durchschnitt (GD) 50, welcher sich momentan im Bereich 1,3200 aufhält. Bärisch gesehen wäre 1,2500 ein erstes Wochen–Kursziel. Nachdem die letzten drei Tage der vergangenen Woche einen beachtlichen Spurt nach Süden hingelegt haben und ein neues tieferes Hochs etablierten, ist zu Beginn der Woche jedoch erst mal etwas Grün zu erwarten – und somit ein neues tieferes Tief wahrscheinlich.



Die ware Schwäche des Euro wird bei einem Blick auf das britische Pfund deutlich. Die Talfahrt im EUR/GBP kann durchaus mit dem Verfall des euro-amerikanischen Kurses mithalten. Hier schreiben wir ein 12-Monats-Tief und haben nun die äußerst wichtige Unterstützungsmarke 0,8300 unterschritten. Diese dürfte sich zu einem beachteten Widerstand wandeln. Unmittelbares Wochenziel ist hier die Marke 0,8200. Da der EUR/GBP dazu neigt, solche technischen Levels zu respektieren, sollte diese Gegend die Abwärtsbewegung etwas aufhalten. Wird dies nicht der Fall sein, gilt die nächste Unterstützungszone bei 0,8064 bis 0,8139. Dieser Bereich wurde zum letzten Mal im Juli 2007 unterboten!



Im Vergleich hierzu befindet sich das britische Pfund zum US-Dollar seit Monaten in einer Seitwärtsbewegung. Zurzeit hat sich im GBP/USD eine Dreiecksfalle ausgebildet. Diese sollte sich jedoch in den nächsten Tagen auflösen, wobei wir den bärischen Ausbruch bevorzugen.



Der direkte Vergleich der drei Charts gibt uns eine gute Übersicht über die „realtive Stärke“ des Euro. Wenn wir bedenken, dass die britische Währung zum US-Dollar seit Oktober 2011 eine neutrale Position einnimmt, während der Euro zum Pfund deutlich nachgibt, dann wird offensichtlich, dass die Schwäche des EUR/USD durchaus ernstzunehmen ist. Andere Währungen halten sich da gegen den amerikanischen „Greenback“ deutlich besser. So stehen nach wie vor alle Zeichen bei allen Währungspaaren den Euro betreffen auf Short – abgesehen vom EUR/CHF, denn der Schweizer Franken wird von der dortigen Zentralbank künstlich schwach gehalten.


Happy Trading!
Ihr

Sven Brand


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