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MDax 21472.0 1.08%
TecDax 1734.5 0.26%
BCDI 130.93 0.00%
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Börsenprognosen: Analysten-Berichte sollten stets hinterfragt werden!

Aktien-Analysen taugen meist nur als Kontraindikatoren!


Index-Prognosen und Aktien-Analysen der Banken gehören zum Börsenalltag. Die vermeintlichen Profis liegen allerdings oft falsch und sind daher keine guten Entscheidungshilfen für erfolgreiche Investments. Vertrauen Sie stattdessen den Signalen, die die Kurse liefern!

Wenn Unternehmen ihre quartalsmäßigen Geschäftszahlen veröffentlichen, herrscht in den Research-Abteilungen der Bankentürme regelmäßig geschäftiges Treiben. Denn sobald das Zahlenmaterial auf dem Tisch liegt, wird dieses in die neuesten Empfehlungen für die betreffenden Aktien eingearbeitet. Als Entscheidungshilfe taugt ein solches Zahlen-Research aber nur bedingt. Denn:

DAX-Prognosen: Schätzungen liegen häufig daneben


Vor allem die zu jedem Jahreswechsel abgegebenen Schätzungen für die Kursniveaus zum Jahresultimo sind in der Regel das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. So hatte zum Beispiel Ende 2007 keine Bank den heftigen 2008er-Crash auf der Rechnung. Konkret:

Als der Dax in den letzten Handelstagen des Dezembers 2007 bei 8062 Zählern notierte - während die Analysten den Index übrigens im Schnitt bei 7027 erwartet hatten -, wurde für 2008 ein Konsensziel von 8567 Punkten ausgegeben. Dabei schwankten die Prognosen zwischen 9250 und 7700 Zählern. Beendet wurde das Katastrophenjahr 2008 bei nur 4810 Punkten, sodass selbst die negativste Schätzung um satte 38% daneben lag! Und auch im ersten Quartal 2009 wurden die meisten Research-Abteilungen mit ihren Prognosen auf dem falschen Fuß erwischt: Anfang März schlug der Dax bekanntlich bei nur noch 3589 Punkten auf, doch mit einem Abtauchen unter die 4000er-Marke hatten im Dezember nur wenige gerechnet. Sie sehen:

Prognosen bedeuten oft nur "weiter so"


Viele Analysten lassen sich stark von der jüngsten Kursentwicklung beeinflussen. 2007 war zum Beispiel das fünfte Gewinnjahr in Folge, sodass für 2008 einfach von einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung ausgegangen wurde. Ein Jahr später wurde bei der 2009er-Prognose die Seitwärtsbewegung des Dax zwischen 4000 und 5400 Punkten einfach nach vorne projiziert. Im Grunde bedeuten Analysten-Prognosen also zumeist ein prozyklisches Fortschreiben der jüngsten Kursentwicklung in die Zukunft. Diese Vorgehensweise ist selbstredend auch bei den Einzelwert-Empfehlungen gang und gäbe. Dabei erwiesen sich die Analysten seit dem Jahreswechsel 2008 sogar als nahezu perfekte Kontraindikatoren. Konkret:

2008 stand die E.ON-Aktie ganz oben auf den Kauflisten der Banken. Selbst als dieser Strom-Champion vom Januar-Top bei 51 Euro bis Mitte März um 23% wegbrach, änderte sich nichts an der einhelligen Kaufen-Meinung der Analystenriege. Selbst als Mitte September und Ende Oktober Kurs-Einbrüche von 35% bzw. sogar 52% zu Buche standen, gab es praktisch keinen, der E.ON zum Verkauf empfahl! Zu einer größeren Anzahl negativer Einschätzungen (z.B. von UniCredit, WestLB, HSBC) kam es erst wieder im Februar/März 2009, also just im Zeitraum, in dem die Aktie nach einer Kursdrittelung den Boden gefunden hatte. Dazu kommt:

Kaufurteile von Analysten überwiegen meistens!


Grundsätzlich geben Analysten mehr positive als negative Einschätzungen ab. Statistisch beträgt das Verhältnis Kauf- zu Verkaufsempfehlungen in etwa drei zu eins. Dies hat vor allem zwei Gründe: Zunächst wollen die Banken zum Aktienhandel animieren, denn schließlich werden mit jeder Order Einnahmen erzielt. Natürlich verdienen die Institute sowohl mit Kauf- als auch mit Verkaufsaufträgen. Anleger handeln aber nun einmal einfach lieber bei positiven Nachrichten. Dazu kommt:

Um an die für das Research erforderlichen Informationen zu kommen, sind die Analysten auf ein gesundes Verhältnis zu den analysierten Unternehmen angewiesen. Zudem pflegen die Institute in der Regel auch Kundenbeziehungen zu den betreffenden Firmen, wodurch sich zwangsläufig Interessenkonflikte ergeben.

Analysen stets kritisch hinterfragen


(Bank-)Analysten agieren - trotz aller sogenannter Chinese-Walls, die den Informationsaustausch zwischen den Abteilungen verhindern sollen - oftmals nicht so unabhängig, wie dies aus Sicht der Privatanleger wünschenswert wäre. Deshalb sollten Sie deren Analysen und Prognosen stets kritisch hinterfragen.

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