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MDax10.181,00-0,07%Nasdaq2.531,35-0,61%Rohöl (WTI)90,87-0,13%
TecDax750,000,06%EuroStoxx2.149,30-0,33%Gold1.561,500,08%

Chartformationen erkennen

Die Charttechnik basiert (ebenso wie die Markttechnik) auf der Erkenntnis, dass sich Ereignisse und Entwicklungen stets wiederholen, weil sie auf Handlungen von Menschen zurückzuführen sind, deren Verhalten sich niemals ändern wird. So ist es möglich, anhand bestimmter Abläufe - mit Blick auf Beispiele aus der Vergangenheit - den weiteren Verlauf von Kursen zu prognostizieren. In diesem Zusammenhang haben die Charttechniker bestimmte Verhaltensweisen entdeckt, die sich in Form von komplexen Kursbewegungen (Formationen) im Chart niederschlagen. Dabei lassen sich Formationen unterscheiden, die einen vorherrschenden Trend bestätigen, andere, die einen ungewissen Ausgang haben, und zuletzt Formationen, die auf eine Umkehr des momentanen Trends hinweisen. Wenngleich nichts an der Börse absolut sicher ist, haben diese Formationen doch eine sehr hohe Trefferquote.

Trend bestätigende Formationen

Trend bestätigende Formationen (oft auch "Konsolidierungsformationen" genannt) zeigen an, wie der Name bereits suggeriert, dass nach deren Vollendung eine Fortführung der Trendbewegung zu erwarten ist. Sie treten oft nach sehr schnellen, heftigen Kursbewegungen auf. Ihnen allen gemein ist die wichtige Voraussetzung, dass die Umsätze während der Formation stetig zurückgehen müssen, beim Ausbruch aber sprunghaft ansteigen. Ist dies nicht gegeben, ist einige Skepsis angebracht, ob es sich bei der beobachteten Bewegung wirklich um eine trendbestätigende Formation handelt.

Flaggen

Flaggen (engl. Flags) sind kurze, dem Trend entgegen laufende Korrekturbewegungen. Sie lassen sich am besten als "Minitrendkanal" bezeichnen. In dieser Phase nehmen einige Investoren nach einem sprunghaften An- oder Abstieg Gewinne mit, was zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Trendbewegung führt. Die dabei entstehenden Fluktuationen der Kurse haben das gleiche Ausmaß, so dass die Formation wie ein an- oder absteigendes Rechteck aussieht. Eine Flagge hat eine maximale Dauer von vier Wochen. Ist dieser Zeitrahmen überschritten, ist es zweifelhaft, ob es sich tatsächlich um eine Flagge handelt. Die Formation gilt als vollendet, wenn der Kurs, wie am Beispiel Siemens dargestellt, über die obere Trendlinie der Flagge steigt. Flaggen gehören zu den Formationen mit der höchsten Zuverlässigkeit.

Flaggen- und Wimpelformationen
Flaggen- und Wimpelformationen. Quelle: boerse.de

Wimpel

Wimpel (engl. Pennants) treten ebenso wie Flaggen nach starken Kursbewegungen auf. Man findet sie - ebenso wie alle anderen Formationen - in Auf- wie Abwärtsbewegungen gleichermaßen. Das Beispiel Mannesmann zeigt einen Wimpel in einem Aufwärtstrend.

Bei Wimpeln nehmen die Fluktuationen des Kurses während dieser Konsolidierungsformation stetig ab, so dass aus den über die oberen und unteren Wendepunkte zu zeichnenden Trendlinien ein kleines - meist unregelmäßiges - Dreieck entsteht. In Aufwärtstrends zeigt der Wimpel meist eher nach unten, in Abwärtstrends nach oben.

Achtung: Wenn diese Formation nicht spätestens nach drei Wochen vollendet ist, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine der im folgenden beschriebenen Dreiecksformationen, die eine völlig andere Bedeutung haben!

Keil-Formationen: Trendbestätigung und Trendumkehr
Keil-Formationen: Trendbestätigung und Trendumkehr. Quelle:boerse.de

Keile

Keile (engl. Wedges) zeichnen sich ebenso wie Wimpel durch eine zügig abnehmende Fluktuation der Kurse aus, sind aber deutlich stärker gegen den Trend gerichtet. Dabei gilt: Je stärker die vorangegangene Trendbewegung war, desto kräftiger geneigt ist auch der Keil.

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