Dax 11166.5 -0.33%
MDax 21736.0 0.06%
TecDax 1757.0 0.03%
BCDI 133.37 0.00%
Dow Jones 19756.85 0.72%
Nasdaq 4894.66 0.78%
EuroStoxx 3214.5 0.08%
Bund-Future 161.54 0.08%

Asset Allocation

Die Zusammensetzung Ihres Portfolios

 

Bevor Sie ein Depot anlegen, sollten Sie sich Gedanken machen, wie sich die einzelnen Investments zusammensetzen sollen. Die Struktur eines Portfolios entscheidet oft stärker über die Höhe der Rendite als die Performance eines einzelnen Investments. Wenn Ihr Depot ausschließlich aus Anleihen besteht, dann steht die Rendite eigentlich schon fest, wenn Sie die Wertpapiere bis zur Endfälligkeit halten. Bei manchen Anlageklassen kann man die ungefähre Wertentwicklung in gewissen Bandbreiten abschätzen. Wenn Ihr Depot vorwiegend aus offenen Immobilienfonds besteht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Sie damit eine Rendite von unter 5 Prozent im Jahr erreichen werden.
 

Die Aufteilung der Investments in einem Portfolio nennt man im Fachjargon der Börsianer Asset Allocation. Vernünftig strukturierte Portfolios diversifizieren nach folgenden Kriterien:

  • Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Devisen, Währungen, Immobilien)
  • Regionen und Länder
  • Währungen

Jede Anlageklasse hat ihre eigenen Chancen und Risiken. Die oft wiederholte Auffassung, ein breit gestreutes Portfolio könne das Risiko bei gleich hoher Rendite senken, hat sich zumindest in den letzten Jahren nicht immer bewahrheitet. In einer schweren Krise kann es vorkommen, dass alle Anlageklassen gleichzeitig fallen. Die schwere Wirtschaftskrise nach 2007 schickte nicht nur die Aktienmärkte auf Talfahrt, sondern auch die Kurse von Goldminenaktien, viele Rohstoffpreise, Immobilien und später die Umlaufrendite von Anleihen.

 

 

Die Struktur Ihres Portfolios

 

Dennoch kann Diversifikation sinnvoll sein, wenn Sie in mehrere Regionen investieren. Zwar betraf die letzte Krisen neben den entwickelten Ländern auch die Emerging Markets, aber dennoch konnten sich gerade die aufstrebenden Länder schneller erholen, wie das Beispiel China zeigt.
 

Achten Sie darauf, dass die Währungen, in die Sie investieren, breit gestreut sind. Zwar mag es sicher sein, nur im Euroraum präsent zu sein, Sie vergeben damit aber auch die Chance auf Währungsgewinne. Der chinesische Yuan (Renminbi) beispielsweise gilt als deutlich unterbewertet, da China aufgrund seiner ökonomischen Stärke viel besser abschneidet als andere Volkswirtschaften. Bislang stemmt man sich in Peking gegen eine Aufwertung des Yuan, da man dadurch eine Schwächung der eigenen Exportwirtschaft befürchtet.

 

Machen Sie sich also Gedanken über die Struktur Ihres Portfolios. Sie müssen nicht alle Anlageklassen mit einbeziehen, aber Sie sollten einige ausgewählte in Ihrem Depot haben. Viele Anleger machen den Fehler, dass Sie Immobilien unfreiwillig übergewichten. Das »Betongold« mag zwar als Beimischung sinnvoll sein, aber angesichts der Bevölkerungsrückgangs in Europa und besonders in Deutschland werden nur Immobilien in exzellenter Innenstadtlage eine akzeptable Rendite erzielen. Wenn Sie bereits ein Haus besitzen, ist ein Großteil Ihres Vermögens bereits in Immobilien fest gebunden, was Sie bei Ihrer Gliederung in Vermögensklassen berücksichtigen sollten.

 

Die alte Regel »ein Drittel Aktien, ein Drittel Anleihen und ein Drittel Immobilien« gilt daher nur bedingt. Wie Sie Ihr Depot auffächern, hängt letztlich von Ihrer persönlichen Lebenssituation, Ihren individuellen Zielen und Ihrer Risikobereitschaft ab.

 

Sie sollten aber folgende Grundregeln bei der Asset Allocation berücksichtigen:

 

1.     Ihr Portfolio sollte mehrere Anlageklassen umfassen. Setzen Sie nicht Ihr gesamtes Kapital auf Aktien oder Anleihen. Rohstoffe und Währungen können als Beimischung durchaus sinnvoll sein.

 

2.    Entwickeln Sie einen Plan für eine regionale Streuung. Viele Anleger neigen zum »Home bias«. Darunter versteht man, dass Geldanlagen im eigenen Land als sicherer und besser eingestuft werden. So haben viele Anleger zum größten Teil nur deutsche Aktien, deutsche Anleihen und deutsche Immobilien. Diese Sicherheit ist aber trügerisch, da es im Ausland vielleicht bessere Renditechancen gibt. Insbesondere die Schwellenländer weisen eine viel stärkere Dynamik auf als etablierte Länder, wenngleich die Risiken höher sind. Aber überlegen Sie: Was ist wohl besser? Eine Aktienanlage in deutschen Standardwerten oder chinesischen Papieren? Nach 20 Jahren könnte es sein, dass deutsche Aktien wesentlich »risikoreicher« waren, da Sie mit der geringen Rendite Ihre staatliche Rente kaum aufbessern können. Das Wort »Risiko« ist vor dem Hintergrund langer Zeiträume relativ.

 

3.    Berücksichtigen Sie bei Ihrer regionalen Streuung nicht nur Europa und Nordamerika, sondern auch gegenwärtige und zukünftige Boomregionen wie Afrika und Lateinamerika.

 

4.    Lassen Sie sich nicht von Modethemen blenden. In regelmäßigen Abständen entsteht eine regelrechte Euphorie um bestimmte Themen, die von den Zeitungen und Fachzeitschriften geschürt werden. Beispiele dafür sind Internetaktien, E-Commerce, regenerative Energien, Logistik und andere. Wenn über eine solche »Superbranche« bereits in allen Zeitungen und in den Medien berichtet wird und der Taxifahrer in München Ihnen schon vermeintliche Insidertipps gibt, ist es schon zu spät. Dann sind bereits alle sachkundigen Investoren im Markt und Sie springen auf den schnell fahrenden Zug in letzter Minute auf. Danach erzielt man meist nur noch dürftige Renditen oder riskiert einen Crash. Anleger mit einem langfristigen Zeithorizont sollten immer sorgfältig abwägen und auch die Situation in 10 oder 20 Jahren berücksichtigen. Die meisten Fonds, die auf Trends und Hypes setzen, sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr aktuell. Wesentlich ratsamer ist es, einen breit angelegten ETF zu wählen, der mehrere Branchen umfasst.

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