Dax 10396.5 0.33%
MDax 21400.0 0.38%
TecDax 1784.5 0.25%
BCDI 139.14 0.00%
Dow Jones 18228.3 0.74%
Nasdaq 4867.35 0.99%
EuroStoxx 2982.0 0.12%
Bund-Future 166.0 0.19%

Optionshandel an der Eurex

Die Entstehung der Eurex

Die Eurex wurde im Dezember 1996 gemeinsam von der Deutsche Börse AG und der Schweizer Börse gegründet und durch die Fusion der DTB Deutsche Terminbörse und SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) im Jahr 1998 gegründet. Die Zielsetzung dieser Fusion war die Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen Plattform der beiden Terminmärkte sowie die Harmonisierung der Produktpalette. Die Eurex bietet einen grenzüberschreitenden Markt. Als einzige elektronische Handels- und Clearing-Plattform mit weltweiten Zugriff bietet Eurex eine einheitliche Palette standardisierter Produkte auf Basis eines harmonisierten Regelwerks an.

Die Marktstruktur der Eurex

Die Marktstruktur dieser Börse zeichnet sich durch drei Elemente besonders aus.

  • Die Eurex ist eine reine Computerbörse. Die Händler treffen sich nicht mehr im altbekannten Börsensaal, sondern wickeln den gesamten Handel über ein Computersystem ab. So wird ein dezentralisiertes System geschaffen, zu dem die Händler weltweit via Bildschirm jederzeit Zugriff haben. Die Angebote, die früher an der Börse laut ausgerufen wurden, werden jetzt über die Tastatur in das System eingestellt. Dann laufen alle diese Informationen (engl. quotes) in den Zentralrechner in Frankfurt ein, wo sofort geprüft wird, welche Aufträge zusammengeführt werden können.

  • Eine weitere Eigenheit der Eurex ist das sogenannte Market-Maker-System. Dieses ist darauf zurückzuführen, dass es zwei Teilnehmergruppen gibt. Die erste Gruppe besteht aus Teilnehmern, die lediglich Eigen- und Kundengeschäfte ausführen. Darüber hinaus gibt es die Gruppe der Market-Maker. Sie stellen die Kurse für Optionen und Futures und haben die Aufgabe, für einen liquiden Markt zu sorgen. Sie sind verpflichtet, jederzeit auf Anforderung (quote request) verbindliche Geld- und Briefkurse zu stellen. Auf dieser Basis müssen sie auch Geschäfte abschließen. Market-Maker sind nur für genau festgelegte Werte zuständig, z.B. kann ein Händler Market-Maker für Optionen auf Siemens und SAP sein. Positiv aus Anlegersicht ist, dass es pro Basiswert mehrere Market-Maker gibt. So entsteht ein intensiver Wettbewerb und es wird garantiert, dass der Markt liquide ist und faire Kurse bringt.

  • Die letzte Eigenheit der Eurex ist, dass sie selber als Clearingstelle in jedem Geschäft fungiert. Sie ist damit verantwortlich für die Erfüllung aller Verpflichtungen aus dem Termingeschäft, d. h. für Lieferung und Bezahlung. Somit hat der Anleger, der über die Eurex operiert, keine Unsicherheit mehr bezüglich der Bonität seines Kontrahenten zu fürchten.


Die Eurex – ein standardisierter Markt

Anders als an der Präsenzbörse gibt es bei der Eurex zum Teil längere Handelszeiten. Der Anleger kann je nach Marktsegment zwischen 8.00 und 20.00 Uhr seine Geschäfte tätigen. Vor und nach dieser Zeit haben die Händler noch die Möglichkeit, Kundenaufträge zumindest in das System einzustellen. Zur Geschäftsausführung kommt es in dieser Zeit nicht.

Anders als bei den Optionsscheinen sind die Produkte an der Eurex standardisiert. Bei den Optionsscheinen ist bereits gesagt worden, dass es sowohl Kauf- (Call) als auch Verkaufsrechte (Put) gibt. Genauso ist es auch am DTB-Optionsmarkt. Es gibt allerdings einige ganz wesentliche Unterschiede am Terminmarkt.

Basiswerte: Es gibt Optionen auf Geldmarkt-, Kapitalmarkt-, Aktien- und Indexprodukte.

Basispreise: Die Bestimmungen der Eurex legen fest, dass es stets Optionen gibt, deren Basispreise auf Höhe des Aktienkurses, darüber und tiefer liegen.

Kontraktgröße: Die Handelseinheit an der Eurex heißt Kontrakt und umfasst 1 bis 500 Optionen.

Verfall: Die Laufzeiten werden ebenfalls von der Eurex vorgegeben. Aktien-Optionen stehen immer für die nächsten drei Folgemonate, sowie bis in die Endmonate der beiden Folgequartale. Bei DAX-Optionen genau die gleichen Regelungen, zusätzlich jedoch sind noch längere Laufzeiten verfügbar. Daraus ist schon ersichtlich, dass das Optionsgeschäft tendenziell noch kurzfristiger orientiert ist als das Optionsscheingeschäft. Der letzte Handelstag der Optionen im jeweiligen Monat ist der dritte Freitag, sofern dies ein Börsentag ist (anderenfalls der davor liegende Börsentag). Verfalltag der Optionen ist der Tag nach dem letzten Handelstag.

Ausübung: DAX-Optionen sind europäischer, Aktien-Optionen amerikanischer Natur.

An dieser Aufstellung wird deutlich, dass die Optionsausgestaltung nicht mehr in die Privatautonomie eines Emittenten fällt, sondern von vornherein fest geregelt ist.

Die Kennzahlen, die im Umfeld der Optionsscheine so ausführlich besprochen worden sind, gelten selbstverständlich auch für Optionen. Im Umgang mit Optionen gibt es allerdings noch einige grundlegende Unterschiede, die im folgenden aufgezeigt und anhand von kleineren Beispielen erläutert werden.