Dax 11166.5 -0.33%
MDax 21736.0 0.06%
TecDax 1757.0 0.03%
BCDI 133.37 0.00%
Dow Jones 19756.85 0.72%
Nasdaq 4894.66 0.78%
EuroStoxx 3214.5 0.08%
Bund-Future 161.54 0.08%

Die amerikanischen Terminbörsen

Die amerikanischen Terminbörsen sind ähnlich den Aktienbörsen aufgebaut. Nur Mitglieder der Börse dürfen auf dem Parkett Terminkontrakte kaufen und verkaufen. Grundsätzlich können nur natürliche Personen Mitglieder werden. Die Mitglieder können sowohl auf eigene Rechnung als auch im Auftrag von Personen oder Institutionen handeln. Sie werden in zwei Hauptgruppen unterteilt; die "Floor Broker" und die "Locals". Die Floor Broker (auch Commission Brokers genannt) führen Kauf- und Verkaufsaufträge auf Rechnung anderer durch (z.B. für Broker-Firmen) und kassieren für jeden gehandelten Terminkontrakt eine Kommission. Die "Locals" versuchen ihren Lebensunterhalt dadurch zu bestreiten, dass sie auf eigene Rechnung Terminkontrakte kaufen und verkaufen. Sie sind reine Spekulanten und tragen durch ihre Aktivität wesentlich zur Liquidität im Markt bei. Die Terminbörsen selbst besitzen weder Rohstoffe noch Finanzinstrumente, tätigen keine Termingeschäfte auf eigene Rechnung und tragen in keiner Weise zur Bildung des Marktpreises bei. Zweck der Börsen ist einzig und allein, einen geeigneten Ort zur Verfügung zu stellen, wo ihre Mitglieder in geordnetem Rahmen Terminkontrakte handeln können. Dazu erarbeiten und veröffentlichen die Terminbörsen Regeln und Bestimmungen, deren Einhaltung sie nötigenfalls auch durchsetzen können.

Zur Verwaltung der Börsen werden Personen eingestellt, die einem Direktorengremium und mehreren Komitees unterstehen. Die zahlreichen Komitees werden für die verschiedenen spezifischen Börsenfunktionen gebildet. So gibt es z. B. Komitees für die Belange der Mitgliedschaft, für das Schiedsgerichtsverfahren bei Streitigkeiten zwischen Börsenmitgliedern oder für die ordnungsgemäße Geschäftsabwicklung.

Zentrum und zugleich Lebensnerv jeder Börse ist das Börsenparkett (Trading Floor), wo die konkurrierenden Mitglieder Terminkontrakte kaufen und verkaufen. Auf dem Parkett sind mehrere Bereiche gegeneinander abgegrenzt. Diese werden auch als Ring bezeichnet, obwohl es sich meistens um achteckige, gegen die Peripherie hin ansteigende Holzkonstruktionen handelt. In jedem Ring wird ein bestimmter Terminkontrakt gehandelt. Die betreffenden "Locals" und die "Floor Broker" stehen dicht gedrängt im Ring, um mit lauten Zurufen und klar definierten Handzeichen ihre Kauf- und Verkaufsabsichten kundzutun. Der Betrieb ist selbst im Normalfall sehr hektisch. Ist jedoch der Auftragseingang besonders groß, so kann das tobende Geschrei und die nervöse Gestikulation dermaßen anschwellen, dass bei einem Besucher leicht der Eindruck entsteht, er befinde sich in einem Irrenhaus. Was aber wie eine heulende Horde von Wilden erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein hocheffizientes Marktsystem, mit dem innerhalb von Sekunden Tausende von Terminkontrakten umgesetzt werden können.

Das Geschehen auf dem Parkett der US-Terminbörsen kann von einem speziellen Besucherraum durch eine Glaswand beobachtet werden. Ein Besuch ist jedes Mal ein Erlebnis und deshalb unbedingt empfehlenswert.

Die Kundenaufträge aus aller Welt werden von den Filialen der internationalen Brokerhäuser via Fax oder Telefon auf das Parkett übermittelt. Die Aufträge werden hier von den Angestellten der betreffenden Brokerhäuser entgegengenommen und sofort an einen sogenannten Läufer (Runner) weitergereicht. Die Aufgabe des "Runner" wiederum ist es, mit den Aufträgen im Laufschritt so schnell wie möglich zu dem mit seiner Brokerfirma zusammenarbeitenden "Floor Broker" im Ring zu gelangen, damit er diese ausführt. Handelt es sich um einen "Bestens" -Auftrag, so wird er unverzüglich zum bestmöglichen Preis ausgeführt. Bei anderen Aufträgen notiert sich der "Floor Broker" die Preislimite zur späteren Ausführung. Ist ein Auftrag ausgeführt worden, so wiederholt sich dieses Prozedere in umgekehrter Reihenfolge, bis am Ende der Kette dem Kunden einer Brokerfiliale irgendwo in der Welt die Ausführung des Auftrages zusammen mit dem Preis bestätigt wird. Jede abgeschlossene Transaktion wird mit dem dazugehörigen Preis von einem Beobachter im Ring registriert. Diese Daten werden umgehend über die internationalen Informationsdienste verbreitet, so dass sie weltweit gleichzeitig auf den Monitoren der Finanzinstitutionen aufleuchten.

Der "Registered Representative"

Die"Registered Representatives", oft auch "Account Executives" oder "Financial Consultants" genannt, sind die Agenten der Brokerhäuser. Es sind diejenigen Personen, die den Kontakt zwischen Kunden und Filialen aufrechterhalten und pflegen. Die großen Brokerhäuser unterhalten Filialen in vielen wichtigen Städten, so dass die Kunden die Möglichkeit haben, mit "Registered Representatives" aus der gleichen Sprachgruppe zusammenzuarbeiten. Die der "Registered Representatives" obliegenden Aufgaben und Verantwortungen umfassen unter anderem:

- die Akquisition von neuen Kunden;

- die Bereitstellung und Erläuterung der zu unterschreibenden Formulare zur Konteneröffnung; - die Aufklärung der Kunden über Regeln und Funktionsweise des Termingeschäftes;

- die Übermittlung von Informationen (News) an die Kunden;

- das Weiterleiten von Kundenaufträgen per Telefon oder Telex an die Terminbörse, die Überwachung und Bestätigung der Ausführung mit den betreffenden Preisen an die Kunden;

- die Überwachung und Kontrolle der Kundenkonten;

- die Beratung der Kunden, wobei sich die "Registered Representatives" der renommierten Brokerhäuser auf die Analysen aufwendigen Research-Abteilungen am Hauptsitz stützen können.

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Grundwissen zu Optionen und Futures