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Financial-Futures und Commodity Futures

Terminkontrakte an der Eurex

Financial-Futures sind Terminkontrakte, die an speziellen Börsen gehandelt werden. Da es vor der Einführung der ersten Financial-Futures im Jahr 1972 nur Terminkontrakte für physische Ware gab (sogenannte "Commodities" wie z.B. Kaffee, Zucker, Kupfer usw.), war es allgemein üblich, von Commodity-Börsen statt von Terminbörsen oder Futures-Börsen zu sprechen. Wer an diesen Börsen investierte, handelte demnach mit Warenterminkontrakten oder eben Commodities.

Es sind aber genau diese ehemals reinen Commodity-Börsen, welche die neuen Financial-Futures konstruierten und zum Handel in ihren Räumlichkeiten anboten.

  • Einerseits unterscheiden sich diese modernen Anlagemedien von den herkömmlichen Commodities insofern grundlegend, als es sich dabei nicht mehr um fassbare Güter, sondern zum Teil um abstrakte Konstruktionen handelt (einen Aktienindex kann man nicht anfassen).
  • Anderseits werden die Financial-Futures nach den genau gleichen Prinzipien und Regeln gehandelt wie die Commodities und unterstehen auch der gleichen Gesetzgebung und denselben Kontrollbehörden. Es ist demnach angebracht, ganz allgemein von Terminbörsen, Terminhandel und Terminkontrakten zu sprechen, da diese Begriffe sowohl die Financial Futures als auch die Commodities einschließen.


Die Geschichte des Terminhandels

Der Terminhandel ist keine Errungenschaft der modernen Finanzwelt. Vielmehr kann das grundlegende Prinzip des Terminhandels - Festlegung des Vertrages jetzt, Erfüllung später - bis etwa 2000 Jahre v. Chr. zurückverfolgt werden. Terminähnliche Geschäfte wurden von den Griechen und Römern getätigt.


Im Mittelalter wies der Handel mit Champagner in Frankreich ebenfalls Eigenschaften des Termingeschäfts auf. Er war der fortschrittlichste Markt seiner Zeit mit bereits sehr komplexen Regeln. Ein weiterer und wahrscheinlich der wesentlichste Aspekt des Terminhandels, nämlich die Ausschaltung des Risikos zukünftiger Preisschwankungen, wurde beim Handel mit Reis im japanischen Osaka ab 1730 und beim Baumwollhandel in Liverpool ab 1780 in die Praxis umgesetzt. Im Jahre 1848 entstand dann die Chicago Board of Trade, die erste organisierte Terminbörse in den USA. Dort wurden dann auch die Terminkontrakte entwickelt, wie wir sie heute kennen. Die Chicago Board of Trade ist nach wie vor eine der wichtigsten Terminbörsen.


Während vieler Jahrzehnte glaubte man, dass sich nur lagerfähige landwirtschaftliche Produkte (Mais, Sojabohnen, Weizen usw.) oder Metalle für den Terminhandel eigneten. Erst Anfang der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts konnte sich die Chicago Mercantile Exchange dazu durchringen, den Handel mit verderblicher und sogar lebender Ware aufzunehmen. Es handelte sich dabei um tiefgefrorene Schweinebäuche und später gar um lebende Rinder und Schweine.

 

Die erfolgreichste Neuerung des Terminhandels


Die interessanteste Entwicklung und den rasantesten Aufschwung haben jedoch die Terminmärkte in den letzten 35 Jahren mit dem Aufkommen der Financial Futures erlebt. Was 1972 bescheiden mit Devisen-Terminkontrakten begann und in den folgenden Jahren mit Zins-Terminkontrakten weiterging, gipfelte 1982 in den Aktienindex-Terminkontrakten. Dieses Finanzprodukt erwies sich schon kurze Zeit später als die weitaus erfolgreichste Neuerung in der Geschichte des Terminhandels überhaupt.

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