Dax 10525.0 0.11%
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TecDax 1686.0 -0.03%
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Futures-Funds und verwaltete Futures-Depots

Theoretisches Know-how und reichlich Risikokapital sind zwar notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen, um an den Futures-Märkten erfolgreich zu operieren. Die außerordentliche Volatilität, verbunden mit der Hebelwirkung, verlangt vom Spekulanten auch, dass er ständig über die neuesten Meldungen und Preisbewegungen auf dem laufenden ist. Wer die Zeit dafür nicht aufbringen kann, mindert seine Erfolgschancen an den Futuresmärkten.

Schätzungen und Berechnungen zeigen immer wieder, dass viele Transaktionen von Privatanlegern am Terminmarkt mit einem Verlust abgeschlossen werden. Da jedoch an den Futures-Märkten die Summe aller Verluste exakt der Summe aller Gewinne entspricht, lassen sich mit den erfolgreichen Transaktionen weit überdurchschnittliche Profite erwirtschaften. Die großen Futures-Profite werden von einer relativ kleinen Zahl von Spekulanten gemacht, die das Geschehen täglich, stündlich, ja minütlich verfolgen. Es sind dies vorwiegend:

- die individuellen Broker an den Futures-Börsen;
- professionelle und private Spekulanten, die mit Disziplin und System vorgehen;
- professionelle Berater, die Futures-Funds verwalten oder spekulative Mittel individueller Anleger in deren Futures-Depots verwalten;
- professionell arbeitende Vermögensverwalter, die das Geschäft mit Futures von der Pike auf gelernt haben;

Ein wichtiges Hilfsmittel für diese erfolgreichen Akteure ist der Computer, in Verbindung mit jahrelanger technischer und fundamentaler Analyse der Märkte. Die Computerprogramme legen das Hauptgewicht auf die technische Analyse und werden entwickelt, indem die täglichen Futures-Preise von mehreren zurückliegenden Jahren eingespeichert werden. Mit verschiedenen Simulationen werden dann die Ergebnisse festgestellt, welche die Kauf- und Verkaufssignale des zu testenden Programms ergeben hätten, wenn dieses in der Vergangenheit tatsächlich angewandt worden wäre.

Computer bringen jedoch nicht nur Zeitersparnis. Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass die Computer-Entscheidungen frei von Emotionen sind. Der Computer kennt keine psychologische Barriere, wenn es darum geht, eine Verlustposition glattzustellen, bevor der Schaden ins Uferlose gewachsen ist. Anderseits tendiert ein gut programmierter Rechner dazu, Gewinne nicht allzu früh zu realisieren, sondern positive Trends lange auszureizen.

Inzwischen haben auch die europäischen Investoren diese Anlageform entdeckt. Dabei spielt nicht bloß die theoretisch mögliche, überdurchschnittliche Rendite von Futures-Funds und verwalteten Futures-Depots eine Rolle. Vielmehr wurde erkannt, dass in Zeiten auf- und abschwingender Aktien- und Rentenmärkte professionell verwaltete Futures-Investments kaum volatiler sind, ja oft sogar geringere Preisschwankungen aufweisen als die Kassamärkte. Dazu kommt, dass diversifizierte Futures-Anlagen mit Aktien- und Obligationen-Portefeuilles eine sehr geringe Korrelation aufweisen. Oft ist diese Korrelation sogar negativ, d.h. bei haussierenden Effektenmärkten können Futures-Investments negative Ergebnisse aufweisen und umgekehrt. Während z. B. der Oktober-Crash von 1987 weltweit die Aktienkurse abstürzen ließ, verzeichneten die öffentlichen Futures-Funds in den USA mit ihrer Performance das beste Quartal aller Zeiten. Empirische Studien des Harvard-Professors John K. Lintner und der spezialisierten Publikation "Managed Account Reports" zeigen, dass gut verwaltete Futures-Anlagen sehr gut geeignet sind, zur Diversifikation eines Aktien- und Obligationen-Portefeuilles beizutragen. Dabei wird gleichzeitig die Volatilität des Gesamtportefeuilles verkleinert und die Rendite erhöht. Aus dieser Erkenntnis haben in den USA auch institutionelle Anleger und Pensionskassen-Fonds begonnen, einen Teil ihrer Mittel den professionellen Futures-Beratern anzuvertrauen.

Persönliche Futures-Depots werden in der Regel ab mindestens $ 30.000 in Verwaltung genommen. Für ein verwaltetes Depot eröffnet der Anleger bei einem US-Broker ein Futures-Konto. Der Broker bespricht dann mit dem Anleger die Anlagephilosophie, Methode und Performance einiger (normalerweise unabhängiger) professioneller Berater, wovon einer ausgewählt wird. Der große Vorteil eines individuellen Depots besteht darin, dass dem Investor auf Wunsch nach jeder getätigten Transaktion per Post eine Bestätigung zukommt. Damit weiß er jederzeit, welche Positionen er inne hat.

Grundwissen zu Optionen und Futures