Dax 10980.5 1.90%
MDax 21174.0 0.91%
TecDax 1716.0 0.53%
BCDI 129.24 -0.02%
Dow Jones 19272.14 0.11%
Nasdaq 4789.32 0.05%
EuroStoxx 3137.5 0.67%
Bund-Future 160.32 0.29%

Strategien – Spreads

Die Kunst einen Spread Gewinn bringend einzusetzen


Ein Spread ist der gleichzeitige Kauf und Verkauf von zwei verschiedenen Futures-Kontrakten. Da bei einem Spread je ein Kontrakt gekauft und ein anderer verkauft wird, ergeben sich in den beiden Futures im Normalfall sowohl ein Verlust als auch ein Gewinn, egal ob die Preise steigen oder fallen. Die Kunst besteht nun darin, den Spread so zu platzieren, dass am Schluss der Gewinn bei dem einen größer ist als der Verlust beim anderen Kontrakt. Bei einem Spread ist also der Investor nicht so sehr an der Richtung der Preisbewegungen interessiert. Vielmehr hofft er, aus der "Differenz" der Preisbewegungen einen Profit zu erzielen.

Bei einem Spread ist das Risiko im allgemeinen kleiner als bei einer reinen Short- oder Long-Position. Aus diesem Grund verlangen die Terminbörsen und Brokerhäuser für Spreads einen kleineren Einschuss als bei einer einseitigen Position. Trotzdem darf auch bei Spreads das Risiko nicht unterschätzt werden. Erstens wird der Investor durch den kleineren Einschuss oft dazu verleitet, eine entsprechend größere Anzahl von Spreads einzugehen. Damit steigt natürlich das Gesamtrisiko, bis es im Extremfall sogar dasjenige von reinen Long- oder Short-Positionen übertrifft. Zweitens können sich zwei sonst preisverwandte Kontrakte in Ausnahmefällen auch in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Hat der Anleger Glück, weisen am Schluss beide Positionen seines Spreads einen Gewinn aus. Hat er jedoch Pech, resultiert bei beiden Positionen ein Verlust. Dies geschieht zwar selten, trotzdem zeigt dies, dass Spreads nicht vorbehaltlos als risikoarm eingestuft werden dürfen.

 

Strategien mit dem Handel von Spreads


Es gibt mehrere Kategorien von Spreads und eine noch größere Zahl von Strategien, um mit Spreads zu handeln.

Die zwei Hauptkategorien sind:

INTRA-MARKET Spread:

Eine Long- und eine Short-Position in zwei verschiedenen Monaten desselben Kontraktes und an derselben Terminbörse.

Zum Beispiel:
long 1 März-CME-S&P-500-Index -
short 1 Juni-CME-S&P-500-Index.


INTER-MARKET Spread:

Eine Long-Position bei einer Terminbörse und eine Short-Position bei einer anderen Terminbörse in einem gleichen oder verwandten Kontrakt; dabei kann es sich um die gleichen oder um verschiedene Kontraktmonate handeln.

Zum Beispiel:
long 1 März-CME-S&P-500-Index - short 1 März-KBT-Value-Line-Index.
Long 3 Juni-IMM-Gold - short 3 Dezember-COMEX-Gold.


Unterteilung in Bear- und Bull-Spreads

BULL-Spread:

Eine Long-Position in einem näheren Terminmonat und eine Short-Position in einem weiter entfernten Monat desselben Kontraktes.

Zum Beispiel:
long 1 Juni-CBT-US Treasury-Bonds -
short 1 Dezember-CBT-US Treasury-Bonds.


BEAR-Spread:

Eine Long-Position in einem weiter entfernten Terminmonat und eine Short-Position in einem näheren Terminmonat desselben Kontraktes.

Zum Beispiel:
long 2 IMM-Schweizer Franken -
short 2 September-IMM-Schweizer Franken.



Wer mit Spreads handeln will, sollte mindestens die folgenden Kriterien sorgfältig analysieren:

  1. In welcher Preisspanne haben sich die beiden Kontrakte in der Vergangenheit bewegt?
  2. Was war das bisherige Maximum der Preisdifferenz zwischen den beiden Kontrakten?
  3. Was war das bisherige Minimum der Preisdifferenz zwischen den beiden Kontrakten?
  4. Welche ökonomischen Faktoren und "News" beeinflussen diese Preisdifferenz?


Spreads eignen sich sowohl für den Profi als auch für den noch weniger erfahrenen Anleger. Es gibt immer wieder Situationen, die das Eingehen eines Spreads lohnen. Diese Möglichkeiten treten aber meistens nicht offen zutage und werden oft nur von jenen erkannt, welche die Preisdifferenzen gewisser Terminkontrakte über Tage, Wochen und Monate hinaus verfolgen und analysieren.

Grundwissen zu Optionen und Futures