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Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Sollten Ihnen die volkswirtschaftlichen Indikatoren ein für den Erwerb von Aktien günstiges Umfeld offenbart haben, geht die Suche nach der "besten" Aktie los. Dazu muss natürlich eingeräumt werden, dass sich Aktien nur selten nach den Maßstäben der Wissenschaft bewegen. Einzelne Branchen können andere in der Kursentwicklung deutlich hinter sich lassen, wenn Währungsverschiebungen oder Zinsveränderungen auftreten.

Doch die Entscheidung, besser zyklische Exportwerte oder zinssensitive Banktitel zu kaufen, wird Ihnen ja, wie vorstehend erklärt, durch die momentane Phase eines konjunkturellen Zyklus erleichtert. Nur:

Welchen Chemie- oder Stahlwert wähle ich aus? Wo liegen die größten Chancen auf hohe Gewinne?

Um diejenigen Aktien aus der Masse herauszufiltern, welche die größten Chancen auf Kursgewinne aufweisen, muss man sich mit den Kennzahlen eines Unternehmens vertraut machen. Viele dieser betriebswirtschaftlichen Indikatoren sind Ihnen sicherlich bereits geläufig. Im Fernsehen und in der Fachpresse gleichermaßen wird oft genug von Gewinnen, dem Buchwert, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Cash Flow gesprochen.

Beginnen wir aber zunächst mit derjenigen Übersicht, die Ihnen die wichtigsten Zahlen eines Unternehmens auf einen Blick liefert - wenn man sie zu lesen versteht: Die Bilanz.

Muss man eine Bilanz lesen können?

Wer jemals eine kaufmännische Lehre oder ein Wirtschaftsstudium absolviert hat, wird den Schrecken nie vergessen, den Kosten- und Leistungsrechnung oder Buchführung und Bilanzierung in der unbedarften Lehrlings- oder Studentenseele hinterlassen haben. Doch der Anleger muss sich in seinem Bestreben, den besten und dynamischsten Wert für seine Spekulation zu finden, nicht mit den Geheimnissen der Buchungssätze oder der Faszination von zwischen Aktiv- und Passivseite hin- und herwechselnden Summen befassen. Es sind nur einige wichtige Zahlen, auf die es ankommt.

Jeweils nach Ende eines Geschäftjahres (welches bei vielen Unternehmen mit dem Kalenderjahr zusammenfällt) muss eine Aktiengesellschaft eine Bilanz erstellen. Diese Bilanz können Sie über Ihre Hausbank oder direkt beim Unternehmen anfordern. Doch die wichtigsten Eckdaten werden im allgemeinen ohnehin in der Wirtschaftspresse veröffentlicht. Wichtig ist dabei vor allem der Vergleich zu den jeweiligen Zahlen des Vorjahres. Steigen die Gewinne an, und wenn ja, wieso?

Die Tücken einer Bilanz liegen darin, dass die Zahlen alleine nicht genug aussagen können. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Bilanz "gut aussehen" zu lassen, und damit die vielleicht nicht besonders günstige Situation zu schönen.

Gehen wir jetzt auf die Kennzahlen ein, die für Sie von Bedeutung sind. Dies sind diejenigen betriebswirtschaftlichen Indikatoren, die Ihnen verdeutlichen, ob dieses Unternehmen ein Investmentwert sein könnte oder nicht. Solche Kennzahlen lassen sich zwar auch aus einer Bilanz ableiten oder herauslesen, aber:

Die Mehrzahl der betriebswirtschaftlichen Indikatoren bezieht sich auf jeweils eine einzige Aktie, die Bilanzzahlen auf das gesamte Unternehmen. Man müsste also jedes Mal zum Taschenrechner greifen, um entsprechende Zahlen zwischen zwei Unternehmen sinnvoll vergleichen zu können. Sie erkennen:

Es kann zwar nicht schaden, eine Bilanz mit sicherem Blick auf mögliche Chancen und Risiken abklopfen zu können - aber es ist wirklich kein Muss. Bedenken Sie bitte, dass jede Bank eigene Analystenteams beschäftigt, die sich jahrein und jahraus mit dieser Thematik befassen. Bis die Bilanz auf Ihrem Schreibtisch liegt, haben sich die Analysten schon längst zu Wort gemeldet.

Vorab bemerkt: Diese Zahlen werden teilweise vierteljährlich, also außerhalb der Jahresbilanz bekannt gegeben. Denn das Unternehmen muss seine Teilhaber ja regelmäßig über den Geschäftsverlauf in Kenntnis setzen, und da bei einer AG der Kreis der Aktionäre weit gestreut ist (und die AG meist nicht weiß, wer ihre Aktien im einzelnen hält), geschieht dies durch Veröffentlichungen in den Medien.

Gewinne eines Unternehmens

Jedes Unternehmen, in das der Anleger investiert, sollte natürlich Gewinne erzielen. Wie viel von diesen Gewinnen beim Aktionär ankommt, ist eine andere Frage, die es später zu klären gilt. Doch die tatsächliche Höhe der Gewinne ist isoliert betrachtet ebenfalls ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Indikator, denn mit dieser Zahl (ebenfalls oft quartalsweise veröffentlicht) wird der Investor in die Lage versetzt, zu prüfen, ob die Geschäfte im Vergleich zu den letzten Jahren erfolgreicher werden. Und nur eine Gesellschaft, von der man steigende Gewinne gewohnt ist und sie ihr auch für die kommenden Jahre zutraut, wird eine das Angebot überwiegende Nachfrage nach ihren Aktien vorweisen können.

Der veröffentlichte Unternehmensgewinn alleine beantwortet aber nur wenige Fragen. Es ist unumgänglich, eine genaueren Blick auf diese Zahlen zu werfen. Zunächst einmal:

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Grundlagen der Fundamentalanalyse