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Liquiditätskennziffern

Auch die besten Unternehmen können im Laufe der Zeit in schwierigeres Fahrwasser geraten. Ob es gelingt, aus der Krise gestärkt hervorzugehen und den Turnaround zu schaffen, hängt auch davon ab, ob die „goldene Bilanzregel“ eingehalten wurde. Stellen Sie sich dazu folgendes Szenario vor:


Ein Autokauf wird mit einem Kredit über eine Laufzeit von 20 Jahren finanziert. Während das Fahrzeug irgendwann längst ein Fall für den Schrottplatz ist, müssen die Rückzahlungsraten für den Kredit noch jahrelang bedient werden. Sie erkennen:


Bei der „goldenen Bilanzregel“, auf deren Einhaltung Value-Investoren wie Warren Buffett besonders achten, müssen die Fristigkeiten von Investitionen und Finanzierung übereinstimmen. Schließlich geht es dabei um die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität, damit kurzfristige Schulden und Verbindlichkeiten auch fristgerecht bedient und zurückbezahlt werden können. Stimmen die Fristigkeiten nicht überein, muss mit Zahlungsschwierigkeiten und im schlimmsten Fall sogar mit der Insolvenz gerechnet werden.


Welche Aktien es sind, die unter anderem durch strikte Einhaltung der „goldenen Bilanzregel“ erfolgreich sind und daher an der Börse langfristig überdurchschnittliche Kursentwicklungen aufweisen, erfahren Sie börsentäglich im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick. Und der Turnaround-Trader hat sich auf unterbewertete Aktien spezialisiert, in eine vorübergehende Krise geraten sind und jetzt vor einem fulminanten Comeback stehen. An der Börse winken beim Turnaround Verdoppelungs- bzw. sogar Vervielfachungspotenziale. Voraussetzung dafür ist unter anderem eine vernünftige Finanzierungsstruktur, die in der fundamentalen Aktienanalyse durch Liquiditätskennziffern gemessen wird. Konkret:


Fundamentale Aktienanalyse: Liquidität 1. Grades oder Cash Ratio


Bei der Liquidität 1. Grades werden die zur Zahlung von Schulden bereitstehenden Mittel, den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenübergestellt. Die Formel lautet:


Liquidität 1. Grades (Cash Ratio) = (flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten)


Dabei gilt: Flüssige Mittel sind Schecks, Bank- und Kassabestand, diskontfähige Wechsel – also Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Kurzfristige Verbindlichkeiten sind Zahlungsverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr sowie kurzfristige Rückstellungen.


Nimmt die so gemessene Liquidität 1. Grades oder cash ratio einen Wert von über 1 an, so können alleinmit dem Bestand an liquiden Mitteln alle kurzfristigen Verbindlichkeiten beglichen werden. In einem solchen Fall wäre die Liquidität übertrieben hoch. Denn ein so hoher Anteil an flüssigen Mitteln ist nicht notwendig und unnötige Kassehaltung zudem teuer ist. Sinnvollerweise sollte die Liquidität 1. Grades im Bereich von 0,1 bis 0,3 liegen.


Fundamentale Aktienanalyse: Liquidität 2. Grades oder Quick Ratio


Ein erweitereter Liquiditätsbegriff, der die eigenen Forderungen des Unternehmens als Quasi-Liquidität berücksichtigt, ist die Liquidität 2. Grades, die auch Quick Ratio genannt wird:


Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) =
(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten)


Damit die kurzfristigen Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlt werden können, muss diese Kennzahl mindestens den Wert 1 aufweisen. Eine niedrigere Quick Ratio ist ein Warnsignal für Liquiditätsengpässe.


Fundamentale Aktienanalyse: Liquidität 3. Grades oder Current Ratio


Bei der Liquidität 3. Grades oder Current Ratio werden auch noch die vorhandenen Vorräte zu den liquiden Mitteln gezählt. Die Berechnung:


Liquidität 3. Grades (Current Ratio) =
(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfristige Verbindlichkeiten)


Diese Kennzahl gibt also an, in welchem Ausmaß die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch das Umlaufvermögen gedeckt sind. Ist diese Kennzahl kleiner als 1 müssen Substanzverkäufe aus dem Anlagevermögen getätigt werden, um Zahlungsfähig zu bleiben. Die Current Ratio sollte daher immer größer als 1, besser mindestens 2 sein.


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Grundlagen der Fundamentalanalyse