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MDax 20504.0 -0.23%
TecDax 1682.5 -0.21%
BCDI 128.75 0.00%
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Nasdaq 4738.16 0.26%
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Wie ein Index entsteht

Wie erwähnt, werden wir im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag ständig mit einer großen Anzahl verschiedener Indizes konfrontiert: 

  • Börsenindizes,
  • Produktionsindizes,
  • Erzeugerpreisindizes,
  • Effektivitäts- und Produktivitätsindizes,
  • Kaufkraftindizes,
  • Konzentrationsindizes,
  • Konjunkturindizes,
  • Wohlfahrtindizes und
  • demographische Indizes

sind nur einige Beispiele dafür. Indizes sind heute aus dem Leben selbst ganz normaler Menschen kaum noch wegzudenken und bringen ihren Konstrukteuren und Anwendern einen ganz konkreten Nutzen.


Was genau ist also ein Index?


Die einfachste Erklärung könnte wie folgt lauten:

 

Ein Index macht Veränderungen in verschiedenen gesellschaftlichen Aktivitäten, insbesondere in der Wirtschaft, gegenüber früheren Zeitpunkten oder Zeiträumen sichtbar.

 

Setzt man den Wert eines Indexes auf eine Startgröße (zum Beispiel 100), beziehen sich alle weiteren Index-Feststellungen auf diesen Anfangswert. Diese fortgeschriebenen Indexzahlen fassen dann die durchschnittliche Entwicklung einzelner Veränderungen (z. B. Aktienpreise) in einer Zahl zusammen. Durch die Division eines Index-Wertes durch seine Basis lässt sich die Veränderung über einen bestimmten Zeitraum errechnen (z. B. plus 10 Prozent innerhalb eines Jahres).

 

Beispiel: Weltpreisindex für Transportmittel

 

Für die Bildung eines solchen Indexes müsste zunächst die Gesamtheit von vielleicht einer Milliarde unterschiedlichen Transportmitteln klassifiziert werden. In technischer Hinsicht ließen sie sich nach Antriebsarten, PS-Zahl und Hubraumgröße, Höchstgeschwindigkeit und anderen Leistungsparametern einteilen.

 

Ökonomen würden dagegen eher nach der Nutzungsart fragen,  ob ein Transportmittel also ein Flugzeug, ein Schiff, eine Straßenbahn oder ein Auto ist. Bei den Autos könnte man noch feiner unterscheiden und zum Beispiel prüfen, ob es sich um ein generelles Nutzfahrzeug (für wissenschaftliche Zwecke), einen LKW oder einen PKW handelt; bei letzteren wären weitere Unterteilungen in Kleinwagen, Luxuslimousinen, Mittelklassewagen oder Sportautos möglich. Wie weit auch die ökonomische Gliederung gehen mag, sie wird immer eine technische Gegenseite haben.


Ohne eine derartige Unterteilung wäre ein Index wenig aussagekräftig: Jedem dürfte einleuchten, dass eine Preisverdoppelung bei Jumbo-Jets nicht sinnvoll mit der gleichen Preisentwicklung bei Mofas zu vergleichen ist. Es handelt sich hier um zwei ganz unterschiedliche Märkte, obwohl es in beiden Fällen um Transportmittel geht.

 

Index als Kapitalanlage


Analog verhält es sich in der Welt der Kapitalanlagen. Auch hier können Preisänderungen (Kursänderungen) einer bestimmten Klasse von Anlagen mit Hilfe von Indizes untersucht werden. Auch diese Indizes haben neben der technischen ihre ökonomischen Seiten. Und auch hier sind Teilmärkte wie Aktien-, Renten- oder Immobilienanlagen zu unterscheiden.

 

Grafik

 

In der Abbildung sind die wichtigsten Unterteilungskriterien für Indizes zusammengefasst. Für die praktische Anwendung haben wir die Indizes in solche mit einem ökonomischen Nutzen und solche ohne konkreten Nutzennachweis unterteilt. Diese Vorgehensweise erinnert  etwas an die Arbeit in einem Pharmalabor: Dort gibt es neben der Grundlagenforschung, die keinen direkten Nutzen erbringen muss, den Bereich der Medikamentenforschung, dessen Ergebnisse vermarktet werden sollen. Genau so ließen sich auch die Erschaffer von Indizes einteilen.

Index-Grundlagen