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Aktienhandel im Land der aufgehenden Sonne - Der japanische Kabuto Cho

Die Nummer zwei der größten und wichtigsten Weltbörsen ist die japanische Börse, der Kabuto Cho. Japan entfaltete seine wirtschaftliche Macht erst in den achtziger Jahren, als die Welt mit japanischen Autos und japanischen Audiogeräten überschwemmt wurde. Diese Entwicklung haben die japanischen Aktien in unglaublicher Weise nachvollzogen. Doch wie so oft entstanden hier, verursacht durch die Euphorie der Anleger, gefährliche Übertreibungen nach oben.

Diese sogenannte "Spekulationsblase" platzte, als Japan zu Beginn der neunziger Jahre in eine Rezession rutschte, und die Gewinne der Aktiengesellschaften erstmals nach über zehn Jahren wieder rückläufig waren. Die Folge war ein beispielloser Kurssturz, von dem sich der Kabuto Cho und seine Aktienindizes bis heute nicht erholt haben. Während Ende 1996 die Mehrzahl der wichtigen Börsen an oder nahe an Rekordhochs notiert, müssten sich die japanischen Aktien im Wert mehr als verdoppeln, um den Anschluss an diese Performance zu finden.

Der wichtigste Aktienindex ist der "Nikkei 225". Dieser Index umfasst die 225 wichtigsten Aktienwerte der japanischen Börse. Auf diesen Index existiert ebenfalls ein gleichnamiger Future, der wie die meisten Futures auch in Chicago gehandelt wird.

Die japanische Börse öffnet um 02:00 MEZ ihre Tore und schließt um 08:00. Nehmen Sie die Öffnungszeiten der Wall Street und die Handelszeiten in Europa dazu, dann erkennen Sie: Es vergeht kaum eine Minute auf der Welt, an der nicht zumindest an einer wichtigen Weltbörse gehandelt wird.

Der nachfolgende Chart zeigt den kräftigen Kursverfall des Nikkei seit Ende 1989 und macht eindrucksvoll klar, dass die Börse keine Einbahnstraße darstellt. Immerhin musste der Index von seinem Rekordhoch bei 38.916 in nur zweieinhalb Jahren ganze 63% bis 14.300 Punkte abgeben! Diese Spekulationsblase erinnert jeden erfahrenen Anleger an frühere Katastrophen, die sich auf die gleiche Art und Weise abspielten, und eigentlich von den meisten hätten rechtzeitig erkannt werden müssen. 2001 fiel der Nikkei bis 11.819,70 Punkte und notierte somit knapp 70% unter seinem Allzeithoch.

Ganz egal, ob man die Tulpenkrise des siebzehnten Jahrhunderts oder den Crash von 1987 heranzieht, diese Situationen mit anschließendem Crash hatten einiges gemeinsam:

Offenbar glaubten fast alle Anleger fest an weiter steigende Kurse. Viele ließen die bei Börsengeschäften nun einmal unumgängliche Vorsicht außer Acht, und eine ganze Reihe von Anlegern hatten sich mit riesigen Summen auf Kredit in Futuresgeschäften auf weiter steigende Kurse engagiert. Die Erkenntnis, dass die Marktteilnehmer offenbar niemals aus ihren Fehlern lernen, ist ein wichtiger Grundgedanke der Charttechnik, die in einem späteren Kapitel ausführlich besprochen wird.

Die wichtigsten Märkte und Börsen für Einsteiger