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- Long hedge

Im Gegenzug zu den Produzenten wollen die Unternehmen der weiterverarbeitenden Industrie jedoch die zur Produktion ihrer Waren benötigten Rohstoffe möglichst preiswert kaufen und auch vor Lieferengpässen geschützt sein.

 

Auch für diese Unternehmen steht die Planungssicherheit und der Schutz vor existenzbedrohenden Preissteigerungen im Vordergrund ihres Handelns an den Wartenterminbörsen.

 

Stellen Sie sich beispielsweise eine Fluggesellschaft wie die Deutsche Lufthansa AG vor, die einen hohen Anteil ihrer Geschäftskosten für Flugbenzin aufbringen muss. Die Flugtickets werden teilweise lange vor dem Abflug der Passagiere zum aktuellen Preis verkauft. Steigt während dieses Zeitraumes der Preis für Flugbenzin deutlich an, so wird der ursprünglich kalkulierte Flugpreis unter Umständen nicht mehr kostendeckend sein und die Gesellschaft würde Verluste »einfliegen«. In einem solchen Fall hätte sich der Kunde, der dieses Ticket im Voraus bucht, gegen das Risiko steigender Kerosinkosten abgesichert.

 

Doch auch die Fluggesellschaft kennt dieses Risiko und kann an den Warenterminbörsen rechtzeitig durch den Abschluss von Termingeschäften vorsorgen.

 

Treten Rohstoffproduzenten als Verkäufer an den Rohstoffmärkten auf, so nehmen die Abnehmer der Commodities entsprechend die Gegenposition ein. Sie gehen »long hedges« ein. »Long gehen« bedeutet im Börsendeutsch immer, dass ein Marktteilnehmer etwas gekauft hat.

 

Long hedge =

Preisabsicherung durch Terminkauf zu einem vorab festgelegten Preis

 

 

Die Deutsche Lufthansa AG schreibt in Ihrem Geschäftsbericht für 2008 zum Thema »Treibstoffpreisrisiken«:

 

»Der Treibstoffverbrauch des Lufthansa Konzerns lag im Berichtsjahr bei etwa 7,9 Millionen Tonnen Kerosin. Er stellt aktuell mit rund 21 Prozent der betrieblichen Aufwendungen für den Lufthansa Konzern einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Starke Veränderungen der Treibstoffpreise können somit das betriebliche Ergebnis erheblich beeinflussen. Lufthansa setzt deswegen eine regelbasierte Treibstoffpreissicherung mit einem Zeithorizont von bis zu 24 Monaten ein. Ziel ist es, die Schwankungen der Treibstoffpreise zu verringern.«

 

Long hedge

Lufthansa Hedging-Politik; Mittelfristiges Rohöl-Hedging

 

Grafik

 Quelle: Geschäftsbericht 2008, Deutsche Lufthansa AG

 

Das Unternehmen schließt aus diesem Grund diverse Termingeschäfte ab, um so, je nach Fälligkeitszeitraum einen Anteil zwischen 5 und 85% des notwendigen Treibstoffeinkaufs vor Preissteigerungen abzusichern. Das Schaubild zeigt diese Strategie nochmals mit den jeweiligen abgesicherten Anteilen je Fälligkeitsmonat auf. Da die Fluggesellschaft bei weiter in der Zukunft liegenden Abflugterminen die Ticketpreise einfacher an die dann vorherrschende tatsächliche Kostenlage anpassen kann, ist der aktuelle Absicherungsbedarf zu diesen Terminen wesentlich geringer als bei den zeitlich näher gelegenen.

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