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- Short hedge

Zur Erlangung einer besseren Planungssicherheit können die Produzenten nun also die Warenterminbörsen nutzen: An diesen ist es beispielsweise möglich, Waren zu einem zukünftigen Termin zu einen bereits bei Abschluss des Handelsgeschäftes festgelegten Preis zu verkaufen. Diese Absicherung ist somit unter Zuhilfenahme von Termingeschäften recht einfach und unkompliziert möglich. Man spricht bei dieser Art von Absicherung gegen fallende Preise von »short hedging«, da Produzenten sich durch den Terminverkauf ihrer Rohstoffe absichern. »Short gehen« bedeutet im Börsenjargon immer, dass ein Marktteilnehmer etwas verkauft.

 

Short hedge =

Preisabsicherung durch Terminverkauf zu einem vorab festgelegten Preis

 

Minenbetreiber sind eine wichtige Gruppe am Edelmetallmarkt, die in großem Umfang short hedging betreiben. Das Management einer Mine weiß genau, ab welchem Verkaufspreis für das geförderte Metall Gewinne geschrieben werden – und wann Verluste.

 

Regelmäßig müssen neue Metallvorkommen gesucht, deren Förderfähigkeit und Förderwürdigkeit überprüft und anschließend neue Minen errichtet werden. All dies kostet sehr viel Geld, so dass bei niedrigen Metallpreisen schnell ein Verlustgeschäft aus dem Abbau der Erze wird.

 

Dies bedeutet, dass Produzenten, die in Relation zum aktuellen Weltmarktpreis zu teuer produzieren, entweder Verluste hinnehmen müssen, die Produktion vorrübergehend (bis zu einer Erholung der Metallpreise) oder dauerhaft (wenn die Preise dauerhaft unter des für die Erreichung von Gewinnen notwendigen Mindestpreises verharren) stilllegen müssen.

 

Dieses Ausscheiden von Marktteilnehmern führt tendenziell zu einer Angebotsverknappung, was die Preise stützen wird oder sogar wieder ansteigen lässt. Da das Management »seine« Preis-Schmerzgrenze kennt, wird es in Erwartung stark schwankender oder gar fallender Preise versuchen, einen großen Teil der zukünftigen Produktion bereits heute zu einem auskömmlichen Preis zu verkaufen – was nichts anderes bedeutet, als dass die Gesellschaft sich des Instruments des short hedgings bedient.
 

Sehen wir uns hierzu ein konkretes Beispiel an:

Die kanadische Silvercrest Mines Inc. ist auf die Suche und den Abbau von Edelmetallen spezialisiert und betreibt auch selbst einige Minen in Mexiko und El Salvador, darunter auch Abbaustätten für Gold. Um die finanziellen Risiken für das Unternehmen klein zu halten, hat das Management beschlossen, für die kommenden Jahre einen Großteil der Produktion per Termin zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Dabei stellt sich die Verkaufsstrategie wie folgt dar:

 

Short hedging der Silvercrest Mines Inc.

 

ChartQuelle: Quartalsbericht III/2009 

 

Wie Sie sehen, hat der Minenbetreiber rund 55.000 Feinunzen Gold per Termin verkauft und hat dadurch gemäß Angaben des Unternehmens einen Verkaufspreis in Höhe von 926,50 US-Dollar pro Feinunze festgeschrieben. Egal nun, welche Entwicklung der Goldpreis für die kommenden Jahre nimmt, durch die getätigten Terminverkäufe hat sich Silvercrest Mines Inc. effektiv gegen fallende Goldpreise abgesichert.

 

Andererseits profitiert der Minenbetreiber jedoch auf der anderen Seite aber auch nicht mehr von steigenden Notierungen für das gelbe Metall. Doch umsonst ist nur der Tod, wie es ja so schön heißt!

 

Diese Art der Preisabsicherung ist nicht nur für die Rohstoffproduzenten ein (überlebens)notwendiges Anliegen. So wie sich die Rohstoffproduzenten gegen das Risiko unerwarteter Preisschwankungen schützen wollen und müssen, so gilt dasselbe naturgemäß auch für die Abnehmer der Rohstoffe. Auch die Weiterverarbeiter, Rohstoffveredler oder Großhändler von Rohstoffen haben ein großes Interesse daran, sich vor allzu großen Überraschungen an der Preisfront zu schützen.

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