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Aktuelle Übertreibungen

Gold als Antwort auf die Wirtschaftskrise

 

Ein anderes Beispiel: Gold wird aktuell verstärkt von Schwellenländern wie China und Indien nachgefragt, die zum einen die Nachfrage der immer größer werdenden Mittelschichten nach hochwertigem Schmuck befriedigen, zum anderen aber auch ihre Währungsreserven auf breitere Füße stellen wollen und deshalb ihren offiziellen Goldschatz vergrößern. Aber auch immer mehr Investoren legen sich nach den traumatischen Börsenerlebnissen der letzten Jahre Goldbarren und Goldmünzen in ihre Tresore. Gold als krisenfeste Kapitalanlage und als klassischer Schutz gegen hohe Inflationsraten, die von vielen Volkswirten als Folge der Niedrigzinspolitik und der ausufernden Staatsverschuldung vieler Länder in Reaktion auf die Wirtschaftskrise erwartet werden. Auf der Angebotsseite steht die Endlichkeit des gelben Metalls und ein relativ kleines Angebot dieser steigenden Nachfrage gegenüber, so dass das Ergebnis ein klarer Aufwärtstrend des Goldpreises ist und ständig neue Höchststände an den Goldbörsen.

 

Legt man jedoch den Fokus auf die ganz langfristige Entwicklung der Rohstoffpreise, dann kommt man zu einem ganz anderen, sehr erstaunlichen Ergebnis: Trotz der enormen Kursausschläge nach oben und nach unten, tendieren die meisten Rohstoffe über einen Zeitraum von 150 Jahren, gemessen in realen Preisen (also unter Berücksichtigung der in diesem Zeitraum zu beobachtenden Inflation), klar nach unten!

 

 

Entwicklung des Rohölpreises 1861 - 2007

 

Entwicklung des Rohölpreises

 

Die dunkelgrüne Linie im Schaubild zeigt die Preisentwicklung für Rohöl auf nominaler Basis, das bedeutet, in den jeweiligen Preisen der entsprechenden Jahre (in US-Dollar). Beispielsweise kostete ein Barrel Rohöl (die Handelseinheit für das »Schwarze Gold«, entsprechend 158,98 Litern) im Jahr 1865 etwa 10 US-Dollar. Es ist ersichtlich, dass ungefähr einhundert Jahre lang die dunkelgrüne Linie mehr oder weniger »geschlafen« hat und erst mit den Ölkrisen der 1970er und 1980er Jahre des 20. Jahrhunderts stark steigende Ölnotierungen auf nominaler Basis zu beobachten waren.

 

Richtig interessant wird das Bild aber erst, wenn man nun zusätzlich die hellgrüne Linie in Betracht zieht. Diese zeigt den inflationsbereinigten Ölpreis, ausgehend von dem Wert eines US-Dollars von 2007. Diese Linie gibt Auskunft darüber, wie viel Dollar heutigen Wertes man in den jeweiligen Jahren für Rohöl hätte bezahlen müssen.

 

Betrachtet man den Verlauf dieser beiden Kurven, so wird relativ schnell ersichtlich, dass Öl über die Jahre hinweg, unter Berücksichtigung der Inflation, lange Zeit immer billiger wurde. Ein Effekt, der sicherlich auch den ständig neu entdeckten Ölvorkommen und damit einhergehend einem immer größer werdenden Angebot an Öl geschuldet war. Dieser Trend hat sich zeitweise mit den genannten Ölkrisen umgekehrt, bevor wieder in das alte Muster niedriger realer Ölpreise zurückgehrt wurde. Doch spätestens seit dem Jahr 2008, dem Jahr mit Ölpreisen von über 150 US-Dollar je Barrel, haben die Ölpreise nicht nur nominal, sondern auch real neue Höchststände erreicht – bis die tiefe Wirtschaftskrise für einen jähen Absturz sorgte.

 

Stark schwankende Rohstoffpreise

 

Wissenschaftler haben berechnet, dass der reale Preisverfall über die Jahre hinweg mit einer durchschnittlichen Rate von rund 1% pro Jahr vor sich ging. Diese Entwicklung wurde bereits in den 1950ern Jahren beobachtet und damals damit erklärt, dass der enorme Produktivitätsfortschritt beim Abbau von Rohstoffen höher wäre als bei den sonstigen Gütern, welche auch in der Nachinflationsbetrachtung beständig teurer werden würden. Beachtet werden muss bei dieser Betrachtung eines extrem langfristigen flachen Abwärtstrends der inflationsbereinigten Preise, dass innerhalb des Beobachtungszeitraums mehrere länger andauernde Zeitspannen mit stark steigenden und stark schwankenden Rohstoffpreisen zu beobachten waren, die diese nach unten führende Langfristbewegung zumindest zeitweise konterkarierten. Oftmals sind solche, meist jahrzehntelang auftretenden heftigen Preisausschläge verursacht durch Kriege, strukturelle Brüche, eine systematisch sich verschlechternde Angebotssituation oder durch einschneidende technologische Entdeckungen.

 

Dieses Preismuster ist nicht nur bei Rohöl zu beobachten, auch viele andere Rohstoffe fristeten bis vor wenigen Jahren ein Schattendasein an den Märkten. Gold etwa stürzte vom Beginn der 1980er Jahre mit einem Preis pro Feinunze von über 800 US-Dollar bis zum Tiefpunkt Mitte der 1990er Jahre auf weniger als 300 US-Dollar ab. Nominal, versteht sich, in realen Preisen war der Rückgang noch weit dramatischer. Aktuell, zu Beginn des Jahres 2010 befindet sich der Goldpreis jedoch wieder in einem steilen Aufwärtstrend mit Preisen von weit über 1.000 US-Dollar pro Feinunze von 31,103 Gramm. Bei diesen, aus einer langen »Winterstarre« wiedererwachten Märkten ist es also kein Wunder, dass sich immer mehr Anleger – vom Profi bis zum Privatanleger - für Investments in Rohstoffen interessieren.

 

Ob die Entwicklung rückläufiger Realpreise für Commodities durch den seit etwa 2003 anhaltenden Trend zu höheren Rohstoffpreisen endgültig gebrochen wurde oder ob nur wieder eine längere Phase steigender Preise innerhalb des noch längeren Abwärtstrends eingeläutet wurde, darüber streiten sich die Experten trefflich.

 

Hat sich durch die strukturellen Veränderungen der Globalisierung die Angebots- und Nachfragesituation so grundlegend verändert, dass die Preise einfach nur noch steigen können oder führt der Fortschritt in Technik und Forschung und der starke und immer stärkere werdende Wettbewerb in Produktion und Förderung dazu, dass die (realen) Preise auch zukünftig niedrig bleiben?

 

Eine Antwort auf diese Frage bekommen wir sicherlich erst in einigen Jahren oder gar Jahrzehnten. Eins jedoch steht bereits heute fest: Solange die Preise weiterhin stark schwanken oder sich in eindeutigen Aufwärts- oder Abwärtstrends bewegen und dabei oft im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen wie Aktien oder Rentenpapieren gegenläufige Kursverläufe aufweisen, solange sind Investments in Rohstoffen eindeutig eine interessante und sinnvolle Ergänzung in der Vermögensanlage und dienen dabei noch der breiteren Risikostreuung!

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