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Contango

Contango – wer zu spät kommt, den bestraft die Terminkurve

 

Werden an einer Terminbörse mit zunehmender Laufzeit der Futureskontrakte höhere Preise notiert als für solche mit kürzerer Laufzeit, so befindet sich ein Markt in Contango. Ein Rohstoff mit einer Lieferung in fernerer Zukunft ist also teurer, als wenn er direkt in der Kasse oder in naher Zukunft gekauft wird. Der Begriff Contango kann deshalb auch mit »Kursaufschlag« oder »Kurszuschlag« übersetzt werden.

 

Schauen wir uns auch hier zunächst wieder ein Beispiel für eine Terminkurve mit einem steigenden Verlauf an. Je weiter in der Zukunft die Fälligkeit eines Futures liegt, desto teurer muss er also zum aktuellen Zeitpunkt gekauft werden. In einer solchen Situation befindet sich Anfang des Jahres 2010 beispielsweise Gold, ein Rohstoff, der klassischerweise fast immer in einer Contango-Situation anzutreffen ist.

 

Contango am Beispiel Gold

 

Grafik

 

 

Eine Contango-Situation kann bei vielen Rohstoffen als Normalfall angesehen werden. Denken Sie etwa an Commodities, bei denen die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass mittel- bis langfristig aufgrund von fundamentalen, saisonalen oder situationsbedingter Faktoren eine Knappheitssituation eintreten wird.

  • Sei es aufgrund einer stark steigenden Nachfrage, eines Rückgangs des Angebotes oder einer Kombination aus beidem.
  • Oder bei lagerfähigen Rohstoffen, bei denen für längere Lagerzeiten höhere Lagerkosten anfallen.
  • Oder die Kapitalkosten, die für die Produktion und die Bindung von Kapital in Form von gelagerten Rohstoffen für den Produzenten entstehen.

Alle diese Gründe sorgen dafür, dass Futures-Verkäufer nur bereit sind, zukünftige Lieferverpflichtungen einzugehen, wenn sie eine Entschädigung für die ihnen entstehenden Kosten und ihre Erwartung mittelfristig steigender Preise erhalten. Und diese erhalten Sie dadurch, dass sie für länger laufende Geschäfte einen höheren Preis erhalten als für kürzere. Würde für längere Laufzeiten kein Aufschlag gezahlt werden, wären die Futurespreise für unterschiedliche Laufzeiten also gleich, so wäre es für einen Rohstoffproduzenten nicht sinnvoll, für längere Lagerzeiten Lagerkosten und Kapitalkosten in Form entgangener Zinsen für die Bindung von Kapital im Rohstofflager aufzubringen. Es wäre wesentlich sinnvoller für ihn, sein Lager frühestmöglich zu räumen und alle Vorräte so schnell wie möglich zu verkaufen. Das würde ihm die teure Einlagerung ersparen und den Erlös aus dem Rohstoffverkauf könnte zinsbringend angelegt werden.

 

Bei solchen Rohstoffen, die verhältnismäßig gut und preiswert lagerfähig sind und für die aufgrund der Angebotssituation auch ein gut funktionierender Leihemarkt besteht, können Arbitrageure nun ihrem eigentlichen Geschäft nachgehen und dafür sorgen, dass der theoretisch zu jedem Zeitpunkt gegebene mathematische Zusammenhang zwischen den einzelnen Laufzeiten auch gegeben ist.

 

Die Formel zum Erfolg der Arbitrageure lautet:

 

Terminpreis =

Spotpreis + mögliche Zinserträge bis zum Futuresfälligkeit + Lagerkosten - Leihekosten

  

Immer dann, wenn es zu Abweichungen des in der Formel genannten Zusammenhanges zwischen den Preisen unterschiedlicher Laufzeiten kommt, bestehen für Arbitrageure Möglichkeiten, diese gewinnbringend zu ihrem Vorteil auszunutzen. Dadurch bewegen sich die verschiedenen Märkte wieder zurück zu ihren gemäß Formel bestimmbaren Gleichgewichts.

 

Gold ist ein Paradebeispiel für einen Contango-Markt, an dem Arbitrage recht problemlos möglich ist, so dass sich die Abweichungen zwischen Kassa- und Futurespreis aufgrund der Marktkräfte meist auf die reinen cost-of-carry beschränken. Jede Abweichung hiervon führt wiederum zu erneuten Aktivitäten von Arbitrageuren, die schnell das Gleichgewicht wieder herstellen.

 

Tatsächlich ist es so, dass sich der Terminpreis von Gold aufgrund der sehr niedrigen Lager- und Leihekosten regelmäßig durch den möglichen Zinsertrag, der dem Verkäufer eines Futures während dessen Laufzeit durch die Bindung von Kapital in Gold entgeht, erklären lässt. Letztlich ist also regelmäßig die Höhe der Zinsen die erklärende Komponente bei der Goldterminkurve.

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