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Enhanced Indizes

Enhanced Indizes – rolloptimierte Marktbarometer der zweiten Generation

 

Da der Erfolg eines Rohstoffindexinvestments zu großen Teilen von den Gewinnen oder Verlusten aus dem Rollen der abgebildeten Rohstoffkontrakte abhängig sind und in den letzten Jahren überwiegend renditeschmälernde Contangosituationen an den Märkten vorherrschten, haben die Finanzmagier der Indexanbieter an der Weiterentwicklung und Optimierung der Indizes gearbeitet. Das vorrangige Ziel bei der Entwicklung der zweiten Generation von Rohstoffindizes war es deshalb, den Rollmechanismus entlang der Futureskurve effizienter zu gestalten und so die gefürchteten Performanceeinbußen in Form von Rollverlusten so klein wie möglich zu halten.

 

Herausgekommen sind dabei verbesserte Indizes, die häufig in der Bezeichnung den Zusatz »Enhanced« aufweisen. Dieser englische Begriff für »Innovation« oder »Verbesserung« soll darauf hinweisen, dass es sich eben nicht nur um einen klassischen Index, sondern dass es sich um einen – in welcher Form auch immer – optimierten Index handelt.

 

Doch wie wird dieses Kunststück der Rolloptimierung nun in der Praxis umgesetzt?

 

Bei den großen »alten« Indizes wie der S&P GSCI werden die abgebildeten Kontrakte zwischen dem fünften und neunten Handelstag eines Monats weitergerollt, was bei den diesen Index nachbildenden Indexfonds große Transaktionen auslöst, die wiederum selbst den Preis der Futures in diesem engen Zeitfenster beeinflussen können. Durch dieses monatliche Ritual ergibt sich für gewiefte Händler die Möglichkeit des Frontrunning, also der frühzeitigen Positionierung, um von den regelmäßigen und vorausschaubaren Rollaktivitäten profitieren zu können.

 

Einige  Indexentwickler versuchen nun unter Zuhilfenahme so genannter statischer Rolloptimierungen an anderen als den sonst allgemein üblichen Börsenhandelstagen die Kontrakte innerhalb des Index zu rollen, um genau diesem negativen Effekt zu entgehen. Ein anderes Konzept versucht, nicht in den nächstfälligen Future zu rollen sondern in länger laufende Kontrakte. Dadurch soll die Häufigkeit der für ein dauerhaftes Rohstoffinvestment notwendigen Rollaktivitäten und der damit manchmal verbundenen Nachteile verringert werden.

 

Besonderheiten der Rohstoffmärkte

 

Doch es gibt noch andere Enhanced-Techniken, die sich andere Besonderheiten der Rohstoffmärkte zu eigen machen. So werden beispielweise die Saisonalitäten bestimmter Rohstofffutures bewusst zur Indexoptimierung eingesetzt.

 

Wie Sie bereits wissen, ist zum Beispiel bei Erdgasfutures beobachtbar, dass die Preise für Januar-Futures in der Regel höher sind als die für Juli-Futures. Dieses wiederkehrende Muster ermöglicht ein lukratives Rollen der Winterkontrakte mit der Möglichkeit, einen systematischen Mehrertrag gegenüber der Standard-Rollverfahren zu erzielen.

 

Eine weitere Enhanced-Variante nennt sich »dynamisches Rollen«. Bei diesem dynamischen Vorgang wird versucht, die aktuelle Form der Futureskurve gezielt zu einer Optimierung der Erträge auszunutzen. In Contango-Märkten werden beispielsweise derjenige Futures-Kontrakt ausgewählt, die den geringsten Verlust versprechen oder in Backwardation-Märkten umgekehrt den größten Gewinn aus Backwardation liefern. 

 

Enhanced-Strategie Beschreibung
Statisches Rollen Zeitlich versetztes Rollen mit reduzierter Rollhäufigkeit
Saisonales Rollen  Bewusstes Ausnutzen saisonaler Effekte und Schwankungen beim Rollen
Dynamisches Rollen Bewusstes »spielen« des Verlaufs der Terminkurve um jeweils in den Kontrakt mit dem höchsten Rollgewinn bzw. geringsten Rollverlust einzutreten

 

Diese nicht von der Hand zu weisenden Vorteile der Enhanced-Strategien haben mittlerweile auch die Anbieter der großen und bereits seit langem etablierten Rohstoffindizes erkannt. So bietet S&P beispielsweise mit dem S&P GSCI Crude Oil Enhanced Index einen Index mit optimierter Rollmethode auf Rohöl an. In diesem verbindet der Anbieter das statische Rollen mit einem dynamischen Ansatz.

 

Einen etwas anderen Weg hat die Schweizer Großbank UBS gewählt, die gemeinsam mit dem Marktdatenanbieter Bloomberg den rolloptimierten Index UBS Bloomberg CMCI (Constant Maturity Commodity Index) entwickelt hat und vermarktet. Auch mit diesem können die Rolleffekte deutlich reduziert werden. Dieser Index deckt die gesamte Bandbreite der angebotenen Kontraktfälligkeiten ab. Auf täglicher Basis werden dabei anteilig alte in neue Kontrakte getauscht. Durch diesen gleitenden Rollprozess bleibt die Restlaufzeit im gewichteten Durchschnitt immer gleich. Vor allen bei sehr steilen Contango-Kurven werden so starke Rollverluste deutlich reduziert. Das erklärte Ziel der Anbieter ist es, mit diesem Index möglichst gut die Entwicklung des Spotpreises abbilden zu können.

 

Bei dieser Konkurrenz konnte auch Rohstoff-Guru Jim Rogers nicht zurückstecken. Auch er hat sein Indexkonzept der großen Nachfrage angepasst und bietet neben seinem Flaggschiff, dem RICI, auch eine angepasste Version, den RICI Enhanced Index an. Dieser »gepimpte«  RICI investiert ebenfalls nicht mehr nur in den nächstfälligen Kontrakt, sondern er streut über mehrere Fristigkeiten hinweg. Daneben werden saisonale Besonderheiten besonders berücksichtigt.

 

Grundlagen

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