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Go with the smart money

Go with the smart money -

einfache Handelsstrategien unter Zuhilfenahme der CoT-Reports

 

Die von der U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichten CoT-Reports zeigen, wie bereits schon angesprochen, die jeweiligen Kauf- und Verkaufspositionen der am Rohstoff-Terminmarkt aktiven Interessengruppen auf. Schauen wir uns einen der Reports einmal etwas genauer an und konzentrieren wir uns dabei auf die wichtigsten Details:

     

Auszug aus dem Original CoT vom 15. Dezember 2009 für Gold

 

Abbildung

 Quelle: http://www.cftc.gov/

aktuelle Reports in englischer Sprache finden Sie unter http://www.cftc.gov/dea/futures/other_sf.htm

 

 

Die Kategorisierung der Marktteilnehmer kennen Sie bereits aus der Chart-Darstellung der Goldnettopositionen, wobei dort die Bezeichnung »Other Reportables« in »Kleinspekulanten« abgeändert wurde, um aufzuzeigen, dass sich hinter dieser Position eben in der Regel keine großen und gewichtigen Marktteilnehmer befinden, die Geschäfte in einem meldepflichtigen Umfang betreiben. Nichtsdestotrotz nimmt diese Gruppe bei der Interpretation der CoT-Daten in einem der im weiteren Verlauf vorgestellten Erklärungsansätze eine wichtige Rolle ein.

 

Für jede der Interessengruppen wird detailliert aufgelistet, wie groß jeweils die Liefer- (Short) oder Abnahmeverpflichtungen (Long) sind und wie sich die Positionen im Vergleich zur Vorwoche verändert haben. Die Differenz zwischen Long- und Shortpositionen stellt die für die Auswertung der Daten so wichtige Nettoposition der jeweiligen Gruppe dar. Diese Nettoposition zeigt demgemäss auf, auf welcher Seite sich die Mehrzahl der Mitglieder einer Interessengruppe positioniert haben und welche zukünftige Markterwartung sie dementsprechend an die Preisentwicklung des beobachteten Rohstoffes haben.

 

Auch die Veränderungen in den Nettopositionen werden von den Beobachtern im Zeitablauf gerne beobachtet und daraus Long- oder Short-Trends der Marktteilnemer herausgearbeitet. Genau eine solche historische Entwicklung wurde im Chart »Gold-Nettopositionen verschiedener Marktteilnehmer« bereits in visualisierter Form aufbereitet. Zum Beobachten und zur Überwachung sind solche graphischen Aufbereitungen wesentlich besser geeignet als in der tabellarischen Form, da mit ihnen auf einen Blick die wichtigsten Entwicklungen und Trends erfassbar und auswertbar sind. Schauen wir uns diese Grafik also nochmals an:


Gold-Nettopositionen verschiedener Interessengruppen

 

Vergleichschart

 © www.wellenreiter-invest.de

 

Im historischen Vergleich kann durch die Beobachtung der Nettopositionen schnell festgestellt werden, ob eine Händlergruppe eine bestehende Netto-Long oder Netto-Shortpositionen weiter aufbaut, abbaut oder gar von einer Long- in eine Shortposition gewechselt hat. Dadurch ist es oftmals möglich, wichtige Wendepunkte an den Rohstoffmärkten frühzeitig und zielgenau zu identifizieren und sich dementsprechend zu positionieren.

 

Vor allem zwei Strategien haben sich in der Vergangenheit bei der Interpretation der CoT-Reports als besonders erfolgreich erwiesen:

  • »Following the smart money«
    Bei dieser Therorie wird bei der Auswertung der Daten die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Nettoposition der Hedger bzw. Produzenten gelegt. Die Anhänger dieser Theorie begründen diese Fokussierung damit, dass diese Marktteilnehmer aufgrund ihrer tiefen Marktkenntnis und der bestehenden Beziehungen untereinander das beste Gespür für zukünftige Marktentwicklungen haben dürfte. Hat sich seitens der Hedger also eine eindeutige Position herausgebildet oder sind eindeutige Positionsauf- oder -abbautrends seitens dieser Interessengruppe erkennbar, so stellen sich die Anhänger der Follow-the-smart-money-Theorie mit ihren eigenen Engagements nicht gegen diejenigen der Profis, denn diese nutzen ihre tiefen Marktkenntnisse und ihre Preissetzungsmacht sicher für den Aufbau von lukrativen Positionen an den Terminbörsen. Es macht dementsprechend Sinn, mit den eigenen Investments in die Fußspuren der Profis zu treten und sich auf der selben Seite zu positionieren.
    Rechnen beispielsweise Rohstoffproduzenten mit kurz- bis mittelfristig steigenden Notierungen für ihre Rohstoffe, dann werden sie bestehende Short-Positionen zurückfahren um dann, wenn die Preise tatsächlich angestiegen sind, wieder verstärkt ihre Ware auf Termin zu den dann höheren Preisen zu verkaufen. Dies könnten jeweils gute Zeitpunkte für einen Investor sein, zuerst den Rohstoff noch billig einzukaufen um ihn dann, zeitgleich mit den Produzenten wieder auf den Markt zu werfen, bevor die Preise wieder den Rückwärtsgang einlegen werden.

  • »Small speculators are always wrong«
    Die Anhänger dieser Theorie gehen davon aus, dass, wie an den Wertpapierbörsen auch, die Mehrzahl der Kleinanleger und Kleinspekulanten mit ihren Investments falsch liegen und diese gegen die Marktkenntnis und die Marktmacht der Rohstoffprofis keine Chance haben werden. Sie sehen sich also im Gegensatz zu den Freunden der follow-the-smart-money-Strategie genau an, wie sich die Gruppe der nicht meldepflichtigen Marktteilnehmer positioniert hat und gehen dann mit den eigenen Investments in Erwartung des Scheiterns der Kleinanleger entsprechende Gegenpositionen ein.
    Die Nettoposition der Kleinspekulanten stellt im Rahmen dieser Theorie einen so genannten Kontraindikator dar: Sind die Kleinanleger optimistisch bezüglich einer positiven Preisentwicklung gestimmt, so werden sie insgesamt eine Netto-Longposition eingegangen sein was dann eben ein guter Indikator dafür ist, »Kontra zu geben«, sprich eine entsprechende gegenläufige Short-Position einzugehen. Oder aber, wenn die Kleinspekulanten auf fallende Kurse setzen und dementsprechend eine Netto-Shortposition eingegangen sind, dann ist die Zeit gekommen, um Kontrakte zu kaufen und auf einen Anstieg der Rohstoffpreise zu setzen.

Eine erstaunliche Trefferquote bei Rohstoffinvestitionen

 

Das Handeln nach diesen beiden einfachen, aber effektiven Handelsstrategien hatte in der Vergangenheit bei vielen Rohstoffen eine erstaunliche Trefferquote an Gewinnerpositionen. Allerdings sollte man sich bei der Anwendung der CoT- Reports als Prognoseinstrument trotz der guten Erfahrungen immer wieder vor Augen halten, dass es sich bei diesen Daten immer nur um ein Hilfsmittel unter vielen handeln sollte, um fundierte und wohlüberlegte Investitionsentscheidungen zu treffen. Blind und mechanisch nur rein nach den aktuellen Positionierungen der Produzenten zu handeln ohne die sonstigen Rahmenbedingungen und Marktbewegungen zu beachten erscheint auf keinen Fall ratsam. Die Auswertung der CoT-Reports sollte allenfalls als Puzzlestein in einer umfangreichen Analyse einen festen Platz einnehmen – nicht mehr und nicht weniger. Richtig angewendet und interpretiert jedoch können die Ergebnisse für das Timing von Investitionen von entscheidender Bedeutung sein.

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Einfache Handelsstrategien mit CoT-Reports