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Index ist nicht gleich Index

Index ist nicht gleich Index

 

Seit Rohstoffinvestments nicht mehr nur den Profis unter den Kapitalanlegern vorbehalten sind, wurde eine Vielzahl unterschiedlichster Indizes geschaffen und regelmäßig kommen aufgrund der Dynamik an den Kapitalmärkten und der Kreativität der Anbieter von Börsendaten und Rohstoffinvestments neue Indizes hinzu.

 

Nun fällt es durch diese ständig wachsende Vielfalt an Marktbarometern immer weniger leicht, einen Überblick über die Indexwelt zu behalten, geschweige denn, den für ein Investment in Frage kommenden Index zu finden. Zwar liegen die Hauptunterschiede zwischen den diversen Indizes sicherlich in der jeweiligen Zusammensetzung und Gewichtung der einzelnen Rohstoffe, doch auch die Index-Konstruktion an sich und das Vorgehen bei der regelmäßig wiederkehrenden Neugewichtung der Bestandteile sollte beim Vergleich und der Beurteilung des einzelnen Index nicht vernachlässigt werden.

 

Betrachtet man sich die Wertentwicklung der vier großen Rohstoffindizes parallel, so wird schell ersichtlich, dass es zwischen den Indizes Unterschiede geben muss, sonst ließe sich die großen Abweichungen in der Performance nicht erklären.

 

Vier Indexwerte im Vergleich

 

Vergleichschart

 

Dies deutet darauf hin, dass - anders als bei den globalen Aktienindizes - auch die größten und bekanntesten Rohstoffindizes nicht einfach »den« Commodity-Markt abbilden. Einen solchen gibt es leider nicht, denn für eine allgemeingültige Definition dieses Marktes mangelt es leider an objektiven Kriterien.

 

Anders wie an den Aktienmärkten stehen leider keine Daten wie Marktkapitalisierung oder Börsenumsatz zur Verfügung, um einen repräsentativen Markt für Rohstoffe in einem einzigen Index darzustellen. Eine Marktkapitalisierung festzustellen ist bei vielen Rohstoffen unmöglich, weil es bei diesen oftmals keinen nennenswerten Bestand gibt. So ist es etwa bei Industrierohstoffen. Diese sind klassische Verbrauchsgüter, bei denen Angebot und Nachfrage fast ständig nahezu ausgeglichen ist. Auch basieren Rohstoffindizes auf Terminkontrakten, weil die einzelnen Komponenten wie Öl, Kupfer oder Getreide physisch nicht langfristig gehalten und gelagert werden können.

 

Wenn Sie sich noch einmal die Terminkurven für verschiedene Rohstoffe vor Augen führen: Verschiedene Laufzeiten resultieren in verschiedenen Preisen.

 

In jedem Indexkonzept erfolgen Investitionen in verschiedene Futures-Restlaufzeiten und in einer unterschiedlichen Auswahl und Gewichtung einzelner Indexkomponenten.

 

Aus diesen Unterschieden heraus entstehen schlussendlich die großen Differenzen bei der Wertentwicklung der Indizes. Streng genommen handelt es sich deshalb bei Rohstoffindizes nicht um eine rein passive Abbildung eines repräsentativen Rohstoffmarktes sondern vielmehr um aktive Handelsstrategien, die aufgrund der Anwendung unterschiedlicher Ansätze auch zu komplett unterschiedlichen Ergebnissen führen.

 

Bei den meisten Rohstoffindizes findet man, wie bei den gängigsten Aktienindizes auch, neben dem Haupt- oder Gesamtindex noch eine ganze Palette von Subindizes vor, die jeweils Teilbereiche aus dem übergeordneten Hauptindex abbilden. Dadurch wird es möglich, die Wertentwicklung einzelner Indexbestandteile einzeln nachvollziehbar, aber auch investierbar zu machen. Umfasst ein Gesamtindex etwa Anteile von Energie-, Agrar- und Industrierohstoffe, so gibt es in der Regel entsprechenden Subindizes auf diese in ihm enthaltenen Teilbereiche. Investoren können so beispielsweise gezielt im Rahmen einer Indexstrategie auf einzelne Rohstoffsegmente setzen oder bewusst bei ihrer Geldanlage einzelne Segmente unberücksichtigt lassen.

 

Fast noch wichtiger als die eigentliche Zusammensetzung und implizite Handelsstrategie eines Index zu kennen ist es, zu wissen, ob sich der Index auf eine Entwicklung des Spotpreises, des Excess-Returns oder des Total-Returns bezieht.

 

Wie Sie in bereits im Abschnitt »Besonderheiten des Rohstoffhandels / Renditekennzahlen« gesehen haben, tragen die drei Renditekomponenten unterschiedlich stark zur Entwicklung eines Rohstoffinvestments bei. Die Indexanbieter bieten ihre Rohstoffindizes meist in drei Varianten an:

  • als Spot-,
  • Excess-Return-, oder
  • Total-Return-Variante.

Beim Vergleich von Wertentwicklungen und bei der Auswahl eines Anlageproduktes ist es deshalb von ganz besonderer Bedeutung darauf zu achten, auf welchen der drei genannten Indizes und damit auf welche Renditebestandteile sich eine Erfolgsmessung bezieht bzw. welche davon als Grundlage für ein Rohstoffinvestment dienen.

Grundlagen

Globale Rohstoffmärkte

Besonderheiten des Rohstoffhandels

Rohstoffindizes im Überblick

Rohstoffinvestment - auch für Privatanleger?

Passive Rohstoffstrategien

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