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Rohstoff-ETF

Nachdem Sie die klassischen Indexfonds nun bereits kennen, ist das Grundprinzip der Rohstoff-ETF schnell erklärt, denn es ist nämlich dasselbe: Nachbildung der Wertentwicklung eines Index!

 

Anders als klassische Indexfonds sind ETF, wie der Name »Exchange Traded Funds« schon verrät, börsennotiert. Sie können also den ganzen Handelstag hindurch wie Aktien zum aktuellen Preis gekauft und verkauft werden. Da noch hinzukommt, dass beim Kauf eines ETF keine Ausgabeaufschläge bezahlt werden müssen und die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis recht gering ist, eignen sich ETF auch zur Ausnutzung kurzfristiger Trends. Mit ETF können bereits sehr kleine Vermögen von nur wenigen hundert Euro kostengünstig in die Assetklasse Rohstoff investiert werden.

 

Doch auch langfristige Vermögensanlagen in ETF sind sinnvoll, denn die Gebühren für die Verwaltung des Fondsvermögens sind deutlich geringer als diejenigen von aktiven Fonds und herkömmlichen Indexfonds, so dass die Performance der neuen Form der Indexfonds normalerweise besser sein wird als diejenige ihrer Vorgänger.

 

ETF erreichen ihr Ziel, die Entwicklung eines Index nachzubilden, auf eine recht seltsam anmutende Art und Weise. Sie kaufen dabei nicht einfach die dem Index zugrundeliegenden Commodity-Futures, vielmehr investieren sie in einen Korb von Wertpapieren, die nur sehr wenig oder gar überhaupt nichts mit Rohstoffen zu tun haben und sich im Grunde komplett unabhängig von den Rohstoffpreisen entwickeln. Beispielsweise hat ein Rohstoff ETF, der den Reuters/Jeffries CRB-Index abbilden will, ein umfangreiches Aktienportfolio angekauft, in denen die Großkonzerne Renault, Alstom und Nissan vertreten sind.

 

Swap-Vereinbarungen um zuverlässig abilden zu können

 

Um das Ziel, den nachzubildenden Rohstoffindex dennoch zuverlässig abbilden zu können, schließt das Fondsmanagement eine Swap-Vereinbarung (siehe auch Globale Rohstoffmärkte / Exkurs: Swap Dealers)ab. In dieser Swap-Vereinbarung vereinbaren die beiden Swap-Partner – der Fonds und eine große Investmentbank – den Austausch der Rendite des vom Fonds gehaltenen Wertpapierkorbes gegen die Rendite des Rohstoff-Index. Im Grunde genommen ganz einfach, doch durchaus etwas gewöhnungsbedürftig.

 

Wichtig ist bei dieser Art von Swap-basiertem-ETF, dass der Swap-Partner von einwandfreier und unzweifelhafter Bonität sein muss, denn eine Insolvenz dieses Swap-Partners würde gegebenenfalls zu Verlusten innerhalb des Fondsvermögens führen, was den Fondspreis empfindlich in Mitleidenschaft ziehen würde. In der Regel werden deshalb zusätzliche Sicherheiten gestellt, um in einem solchen Fall größtmögliche Sicherheit für die Anleger zu erreichen. Hier sollten Anleger möglichst genau hinschauen, wie dieses doch recht heikle Thema gelöst wurde, denn nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, die im Geschäft mit Swaps ein großes Rad gedreht hatte, ist eine gute Absicherung sehr wichtig. Die nächste Bankenkrise kommt nämlich bestimmt!

 

Rohstoff-ETF gibt es auf eine Vielzahl unterschiedlicher Indizes, auf die großen und bekannten, aber auch auf viele Subindizes oder weniger bekannte, von Banken aufgelegte Neukreationen. Bei der Auswahl sollten Sie – wie bei allen anderen Indexinvestments auch – neben dem zugrundeliegenden Index auch die Gebührenstruktur und die Kauf-/Verkaufsspanne genau unter die Lupe nehmen.

 

Einige Fonds bieten zur Vermeidung von Währungsrisiken auch eine Währungsabsicherung innerhalb des Sondervermögens an. ETF ist also nicht gleich ETF, es gibt bessere und schlechtere. Doch das ist leider auf den ersten Blick gar nicht so leicht ersichtlich.

 

 


 

 

Möchten Sie mehr über ETFs, ihre Anlagemöglichkeiten, Chancen und Risiken wissen, informieren Sie sich doch im umfangreichen »ETF Basiswissen«.

Grundlagen

Globale Rohstoffmärkte

Besonderheiten des Rohstoffhandels

Rohstoffindizes im Überblick

Rohstoffinvestment - auch für Privatanleger?

Passive Rohstoffstrategien

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