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Rohstoff-Klassifizierung

Wohl keine andere Anlageklasse bietet dem Anleger ein so großes Betätigungsfeld wie die globalen Rohstoffmärkte. Von Wolle über Hafer und Lebendrinder bis hin zu Kupfer, Gold und schlussendlich zum Erdgas stehen dem Investor alle Möglichkeiten offen, an der Preisentwicklung von natürlichen Ressourcen oder bereits etwas veredelter Naturstoffe wie Orangensaft oder Heizöl teilzuhaben – zumindest in der Theorie.

 

In der Umgangsprache und dem allgemeinen Verständnis nach versteht man unter Rohstoffen alle in der Natur vorkommende Ressourcen, welche noch nicht zu einem Zwischen- oder Endprodukt weiterverarbeitet worden sind. Allerdings greift diese recht enge Definition, wenn es um die Investitionsmöglichkeiten in Commodities geht, eindeutig zu kurz: Denken Sie beispielsweise an Strom oder Orangensaft, die beide an einer Börse gehandelt werden. Daran ist schon zu erkennen, dass eine ganz eindeutige Definition, welche Arten von natürlichen Ressourcen unter den Begriff „Rohstoff“ oder „Commodity“ fallen, nicht so ganz einfach ist.

 

Eine genaue Eingrenzung, was schlussendlich zu den Rohstoffen gehört, ist deshalb extrem schwierig und oftmals Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die nachfolgende Grafik versucht, die gängigsten Commodities sinnvoll zu klassifizieren, ohne dabei jedoch einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

 

Klassifizierung von Rohstoffen 

 

Auflistung

 

Wie gesagt, es ist bei der Betrachtung der Grafik zu beachten, dass es weitere Rohstoffe gibt, die aufgrund ihrer Eigenschaften oder Herkunft nicht in dieses allgemein anerkannte Schema eingeordnet werden können. Denken sie beispielsweise an Diamanten oder Wasser, die jeweils eine ganz eigene Rohstoffklasse darstellen.

 

Gerade Trinkwasser wird aufgrund der bereits heute schon deutlich sichtbaren Knappheit in manchen Regionen der Welt und der zukünftig erwarteten Wetterkapriolen mit längeren Trockenperioden in vielen Teilen der Erde als eine immer wichtiger werdende Ressource angesehen, mit der es wirtschaftlich und ökologisch umzugehen gilt. Die Gewinnung und die sparsame Nutzung von Trinkwasser wird deshalb in den kommenden Jahren und Jahrzehnten eine immer wichtigere Rolle spielen. Gerade deshalb, weil das Angebot an dem kostbaren Nass tendenziell immer geringer wird, entpuppt sich die Assetklasse Trinkwasser immer mehr auch zum interessanten und lukrativen Anlagethema.

 

Geht man bei der Definition des Begriffs »Rohstoff« noch einen Schritt weiter, dann kann man feststellen, dass neben den genannten klassischen Rohstoffen manchmal auch Frachtraten auf Tankern und Frachtschiffen und Wetterderivate sowie seit neuestem auch Emissionszertifikate unter dem Begriff Commodities geführt werden. Dies macht insofern Sinn, da Rohstoffe meist per Schiff auf den Weltmeeren transportiert werden und das Wetter einen großen Einfluss auf die Nachfrage oder die Produktion von Rohstoffen hat. Somit bewegen sich die Preise dieser „alternativen“ Rohstoffe oft im Gleichklang mit den Preisen der herkömmlichen Rohstoffe oder aber genau gegenläufig, was sie als ideale Produkte zur Absicherung von Kursrisiken bei Rohstoffen qualifiziert.

 

Schauen wir uns nun die gängige Systematisierung etwas genauer an: 

 

Auf oberster Ebene wird vor allem zwischen Soft Commodities und Hard Commodities unterschieden.

Soft Commodities
ist dabei der Sammelbegriff für börsengehandelte landwirtschaftliche Rohstoffe. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie regelmäßig nachwachsen und deshalb in der Theorie zeitlich unbegrenzt verfügbar sein werden.

Hard Commodities
hingegen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie aufgrund ihres Vorkommens oder fehlender Abbaumöglichkeiten erschöpflich sind und deshalb irgendwann in naher oder ferner Zukunft zur Neige gehen werden.

  • Bei den Soft Commodites wird weiter zwischen pflanzlichen Produkten und Erzeugnissen des Ackerbau auf der einen Seite und Vieh und von Vieh gewonnen Produkten unterschieden. Als Tier- Commodities können lebendige oder aber auch bereits geschlachtete Tiere gehandelt werden. Hier finden sich beispielsweise die als Spekulationsobjekte berühmt-berüchtigten Schweinebäuche wieder.
    Bei Ackerbau-Commodities werden nochmals zwei weitere eigenständige Gruppen gebildet. Hier sind in der Getreide-Gruppe die wichtigsten Getreidesorten wie Weizen oder Mais, aber auch der in vielen Regionen der Welt als Hauptnahrungsmittel angesehene Reis oder die sehr vielseitig verwendbaren Sojabohnen zu finden. Unter dem Begriff „Softs“ finden sich dann keine wichtigen Grundnahrungsmittel wieder, sondern eher die das Leben süßer und angenehmer machenden Genussmittel wie Kaffee oder Kakao und Zucker. Doch auch weitere, zum Beispiel das Grundbedürfnisse des Menschen nach Wärme befriedigende Produkte wie Wolle oder Holz gehören zu diesen Softs.

  • Ein Blick auf die Hard-Commodites-Klassifizierung zeigt, dass hier zwischen Energie und Metallen unterschieden wird. Bei den Energierohstoffen werden die erneuerbaren Energien Ex-Definition meist ausgeblendet, da es sich bei den Hard-Commodities ja ausdrücklich um endliche Rohstoffarten handelt. Somit finden sich hier die fossilen Energieträger wie Erdöl nebst daraus gewonnener Produkte wieder oder das ständig wichtiger werdende Erdgas. Aber auch der Klassiker Kohle ist hier zu finden. Strittig ist wiederum, ob Strom auch als Energie-Commodity anzusehen ist. Als wichtiger Energieträger, der oftmals selbst aus fossilen Rohstoffen erzeugt wird, sollte er meiner Ansicht nach in der Auflistung auftauchen, diese Ansicht wird aber unter Marktexperten differenziert betrachtet.

Bleibt noch die große Gruppe der Metalle übrig. Diese wird weiter unterteilt in Industriemetalle und Edelmetalle.

  • Von Industriemetallen wird vor allem dann gesprochen, wenn für ein Metall wegen der großen Nachfrage nach ihm eine eigene Industrie begründet wurde. Dies kann vor allem für Eisen, Kupfer, Nickel, Blei, Zink und Aluminium als gegeben angesehen werden. Ein weiter gefasster Begriff ist derjenige von den industriell genutzten Metallen. Dieser schließt alle metallurgisch genutzten Rohstoffe mit ein, egal ob diese im Reinformat, also unlegiert, oder im Rahmen einer Legierung bei der Herstellung von Produkten verwendet werden.

  • Im Gegensatz zu den vergleichsweise preiswerten Industriemetallen, die als Massenware produziert und verkauft werden, sind Edelmetalle aufgrund ihrer relativen Seltenheit und des kostspieligen Abbaus wesentlich teurer. Edelmetalle werden in der Schmuckherstellung, verstärkt aber auch in der Industrie eingesetzt. Hier ist beispielsweise Platin zu nennen, das für Auto-Katalysatoren oder in der Medizintechnik ein beständig wachsendes Einsatzgebiet findet. Edelmetalle werden bereits seit Tausenden von Jahren in der Münzprägung verwendet und auch heute noch sind Münzen und Medaillen aus Gold oder Silber sehr begehrt. 

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