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Rohstoffe im Superzyklus

Es gibt auch durchaus kritische Stimmen, die zumindest kurz- bis mittelfristig betrachtet eine eher verhaltenere Entwicklung der Rohstoffmärkte sehen. Die Fortsetzung des von den Optimisten ausgerufenen »Superzyklus«, einer sehr lang andauernden Periode prosperierender Rohstoffmärkte, wird von den Pessimisten keineswegs am Börsenhorizont ausgemacht. Auch deren Argumentationskette ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen:

 

Im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise brach die Industrieproduktion in Folge des Beinah-Kollapses des Bankensystems weltweit schlagartig ein – und mit ihr die Nachfrage nach vielen Rohstoffen. Die Rohstofferzeuger wurden von einem Extrem ins andere katapultiert: Bis zum Ausbruch der Krise mussten viele Anbieter aufgrund der starken Nachfrage aus aller Welt Sonderschichten fahren und die Abbau- und Produktionskapazitäten drastisch ausweiten, um diese Nachfrage auch befriedigen zu können.

 

Und was passiert in einer solchen Situation an den Märkten, wenn eine stark steigende Nachfrage auf ein nicht ganz so schnell kletterndes Angebot trifft?

 

Richtig, die Preise für das begehrte Gut beginnen zu steigen.

 

Dann kam die Wirtschaftskrise und die Nachfrage brach innerhalb kürzester Zeit dramatisch ein – im Gegensatz zur Rohstoffproduktion. Diese lief eine zeitlang immer noch auf Hochtouren, da eine Anpassung an veränderte Nachfragebedingungen naturgemäß etwas Zeit benötigt. Produktionskapazitäten müssen nach unten angepasst werden, beispielsweise durch Produktionsstillegung oder Entlassungen von Mitarbeitern.

 

Hinzu kommen Anbieter, die wegen ihrer schlechten Kosten nur aufgrund der hohen Rohstoffpreise in der Lage waren zu überleben. Diese sind nach dem erlebten Preissturz und der dadurch nicht mehr profitablen Produktion mittlerweile teilweise vom Markt verschwunden. Dieser Wegfall auf der Angebotsseite und die Drosselung der Produktion der überlebenden Unternehmen sorgte für einen Rückgang des bestehenden Überangebots und schlussendlich für eine Stabilisierung der Preise und somit für einen Wendepunkt bei den Rohstoffnotierungen.

 

Trotz der wiedererwachten Nachfrage nach der großen Krise gehen die Konjunktur- und Rohstoffskeptiker davon aus, dass die Vorkrisenniveaus bei der Nachfrage nach Rohstoffen für längere Zeit nicht mehr erreicht werden können und dass deshalb die Preise nicht mehr die positive Dynamik aufweisen werden, wie sie bis ins Krisenjahr 2008 zu beobachten war. Im Zuge der Stabilisierung der Finanzmärkte im Jahr 2009 waren vor allem auch spekulative Kapitalbewegungen dafür verantwortlich, dass sich die Rohstoffmärkte relativ schnell wieder gefangen und die Preise für viele Commodities wieder den Trend nach oben angetreten haben.

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Rohstoffinvestment - auch für Privatanleger?

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