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Währungsrisiken

Währungsrisiken an Bord! - Rohstoffmärkte sind Dollarmärkte

 

Bestimmt ist Ihnen bei der Verfolgung der Wirtschafts- oder Börsennachrichten bereits aufgefallen, dass die Angabe der Preise für Gold oder Öl immer in US-Dollar erfolgt. Wenn nicht, dann wissen Sie das spätestens jetzt! Doch nicht nur diese wohl bekanntesten Rohstoffe notieren in US-Dollar, die allermeisten der global gehandelten Rohstoffe werden in der US-Währung gehandelt und abgerechnet. Dies wundert auf den zweiten Blick wenig, wenn man sich vor Augen hält, dass die US-amerikanischen Waren- und Rohstoffbörsen den Löwenanteil am weltweiten Handel mit Commodities auf sich vereinen.

 

Diese Tatsache hat für Nicht-US-Anleger eine gravierende Auswirkung:

 

Rohstoffinvestments sind durch die Dollarbindung in erster Linie auch US-Dollar-Investments und unterliegen somit neben dem reinen Rohstoffrisiko noch zusätzlich einem Devisenkursrisiko! Diese zusätzliche Risikokomponente kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Rohstoffinvestments von z.B. Euro-Anlegern haben.

 

Für Rohstoffanleger spielt also neben der Entwicklung der Rohstoffmärkte auch das Geschehen am Devisenmarkt eine extrem wichtige Rolle. Die Verfolgung der Devisenkurse, insbesondere der Notierung des US-Dollars, gehört deshalb zum täglichen Rüstzeug für erfolgreiche Rohstoffinvestoren. Führen wir uns die Auswirkungen dieser zusätzlichen Risikokomponente für Euro-Anleger am Beispiel von Gold bildlich vor Augen, damit Sie sich der hohen Bedeutung des Währungsrisikos eindeutig bewusst werden.

 

Auswirkungen von Divisenkursänderungen auf Rohstoffinvestments am Beispiel von Gold

 

Gold in US Dollar : Euro

 

Wer in Rohstoffe investieren möchte, der muss neben einer Einschätzung für die Preisentwicklung des interessierenden Rohstoffes unbedingt auch eine Prognose zur Entwicklung des US-Dollars abgeben, denn was nutzen einem Investor mit einer guten Nase für die Entwicklung von Rohstoffpreisen die schönsten Gewinne in US-Dollar, wenn ein schwacher Greenback (so wird der Dollar oftmals liebevoll von Devisenhändlern genannt) ihm auf der anderen Seite einen guten Teil seiner Performance in Euro wieder zunichte macht!

 

Starke Korrelationen bei Krisenrohstoffen

 

Wichtig zu wissen ist außerdem die Tatsache, dass zwischen den Preispfaden von Rohstoffen und US-Dollar häufig starke Korrelationen zu beobachten sind. Dies trifft vor allem auf »Krisenrohstoffe« wie Gold oder Öl zu. Das häufigste zu beobachtende Phänomen dabei ist, dass der Preis dieser Rohstoffe sehr oft stark positiv mit der Veränderung des Euro/US-Dollar-Kurses korreliert.

 

Ein steigender Euro – das bedeutet im Umkehrschluss ein schwächer tendierender US-Dollar – ist sehr oft mit steigenden Gold- und Ölnotierungen verbunden - und umgekehrt.

  

Dieser Zusammenhang kann zwar nicht immer, aber langfristig gesehen relativ häufig beobachtet werden, wie eine Langfristbetrachtung der Korrelationen zeigt.

 

Korrelation von Goldpreis und US-Dollar (12-Monats-Basis)

 

Vergleich Gold/US-Dollar : Euro/Dollar

 

 

Sehr häufig sind dabei sehr hohe Korrelationswerte von bis zu über 0,8 zu beobachten was bedeutet, dass die Entwicklung des Goldpreises fast vollständig durch die Veränderung des Wertes des US-Dollars erklärt werden kann. Die Lage und die Entwicklung am Devisenmarkt kann also wichtige Impulse für die Zukunftsaussichten von Rohstoffinvestments liefern.

 

Euro-Anleger, die sich für ein Investment in Rohstoffen entscheiden, gehen also ganz bewusst auch eine Wette auf die Entwicklung des Außenwertes des US-Dollars ein. Ob sie dieses zusätzliche Risiko tragen wollen oder nicht, das entscheidet letztendlich das individuelle Risikoprofil jedes Einzelnen.

 

Investoren, die kein zusätzliches Währungsrisiko übernehmen aber trotzdem Commodities in ihr Portfolio mit aufnehmen wollen haben die Chance, dies zu tun, indem sie Produkte mit »eingebauter« Währungsabsicherung wählen oder selbständig die notwendige Währungsabsicherung durchführen.

 

Doch dieser Schutz vor unliebsamen Währungsveränderungen verringert die möglichen Renditechance des Anlegers. Die anfallenden Absicherungskosten können – in Abhängigkeit der Zinsniveaus in den USA und in Euroland, der Schwankungsfreudigkeit der Währungen und des Rohstoffs sowie der bestehenden Korrelationen zwischen Dollar und dem Rohstoff – durchaus mehrere Prozentpunkte jährlich betragen. Hinzu kommt noch, dass sich der Schutzbedürftige Anleger nicht nur gegen einen sinkenden Dollarkurs schützt – gleichzeitig beraubt er sich durch die Währungsabsicherung auch der Chance auf zusätzliche Gewinne aus einem Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro. Verluste sind eben immer nur eine Seite der Medaille »Risiko«: auf der anderen steht immer auch die Chance auf zusätzliche Gewinne.

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