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Aktien Asien: Risikoscheue Investoren sorgen für tiefrote Börsen

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (dpa-AFX) - Tiefrot haben sich am Montag die Börsen in Asien gezeigt. Die Investoren auf der anderen Seite der Welt mieden vor der Volksabstimmung in Großbritannien das mit Aktienengagements verbundene Risiko, sagten Marktanalysten. Zudem herrscht auch eine gewisse Zurückhaltung vor den Notenbanksitzungen in Japan und den USA in dieser Woche. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific büßte zuletzt 1,78 Prozent auf 154,23 Punkte ein.

Mit Blick auf Großbritannien hatten zahlreiche Volkswirte, Zentralbanker und Firmenchefs am Wochenende eindringlich vor gravierenden Konsequenzen gewarnt, falls sich die Briten aus der EU verabschieden. Umfragen zufolge halten sich Befürworter und Gegner eines Brexit in etwa die Waage. Das Referendum findet am 23. Juni statt.

In Tokio schloss der Nikkei 225 um 3,51 Prozent schwächer bei 16 019,18 Punkten. Der Yen, von Investoren als sicherer Hafen eingestuft, sprang im Vergleich zum US-Dollar um rund ein Prozent hoch, während das britische Pfund auf das tiefste Niveau seit zwei Monaten fiel. Am Aktienmarkt zählten etwa die Papiere des Stahlherstellers Kobe Steel mit minus 6,45 Prozent zu den größten Verlierern. Unter den Aktien exportorientierter Unternehmen, denen ein starker Yen besonders zu schaffen macht, fanden sich etwa die Papiere des Autobauers Mazda , die 6,00 Prozent verloren. Sony büßten 3,97 Prozent ein.

Die chinesischen Börsen zeigten sich nach dem verlängerten Wochenende - am Donnerstag und Freitag waren die Aktienmärkte geschlossen geblieben - ebenfalls sehr schwach. Der CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 größten Aktienwerte der chinesischen Festlandbörsen abbildet, fiel um 3,09 Prozent auf 3066,34 Punkte. Ein Analyst führte das Minus vor allem auf die chinesischen Wirtschaftsdaten für den Monat Mai zurück: "Die Daten sehen nicht allzu gut aus, aber der Markt rechnet wegen des jüngsten Abwertungsdrucks auf den Yuan nicht mit weiteren Zinssenkungen durch die Regierung." Der Industrieausstoß in China legte im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent zu, der Umsatz im Einzelhandel stieg um zehn Prozent. Beide Werte lagen damit in etwa auf Vormonatsniveau, das die Investoren vor rund vier Wochen spürbar enttäuscht hatte.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong, wo neben chinesischen auch ausländische Marktteilnehmer handeln dürfen, sank der länger gehandelte Hang-Seng-Index zuletzt um 2,67 Prozent auf 20 481,82 Punkte. Der Index Hang Seng China Enterprises (HSCEI), der am Freitag erstmals wieder seit dem 26. Mai nachgegeben hatte, setzte seine Talfahrt zuletzt mit minus 2,68 Prozent fort und fiel damit so kräftig wie seit vier Monaten nicht mehr. Die Papiere von PetroChina und China Petroleum & Chemical litten unter den weiter sinkenden Ölpreisen: Sie büßten in Hongkong jeweils um die 3 Prozent ein.

Der indische Sensex-Index gab im späten Handel um 1,07 Prozent auf 26 26 351,31 Zähler nach. In Australien blieben wegen des Feiertags "Queen's Birthday" die Handelsräume geschlossen./ck/stb



Quelle: dpa


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