12:34 29.05.12 Aktien Europa: Indizes knapp ins Minus abgedreht - Euro-Sorgen belasten weiter
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die anhaltenden Sorgen um die Eurozone haben dem europäischen Aktienmarkt am Dienstag den Wind aus den Segeln genommen. Der EuroStoxx 50
drehte gegen Mittag ins Minus ab und verlor zuletzt 0,25 Prozent auf 2.142,56 Punkte, nachdem er zum Auftakt noch sehr deutlich zugelegt und dabei von positiven Vorgaben aus Asien profitiert hatte. In Paris lag der Cac 40 hauchdünn mit 0,01 Prozent im Minus bei 3.042,62 Zählern. Der Londoner FTSE 100 gab zugleich um 0,12 Prozent auf 5.349,96 Punkte nach. Für neue Impulse könnten am Nachmittag aktuelle Wirtschaftsdaten aus den USA sorgen.
Am Markt wurde der Dreh ins Minus mit negativen Nachrichten aus Spanien und einer pessimistischen Einschätzung zur Gewinnentwicklung im Bankensektor begründet. Die US-Bank Merrill Lynch hatte ihre Prognosen für US-Banken laut Börsianern deutlich zurückgeschraubt. Zuvor hatten schon Aussagen der spanischen Notenbank belastet, wonach die Wirtschaftskraft des Landes auch auch im zweiten Quartal sinken werde. Börsianern zufolge war dies aber keine Überraschung. Die Experten von Close Brothers Seydler Research hatten am Morgen schon darauf verwiesen, dass die Sorgen um den spanischen Bankensektor gemeinsam mit der unsicheren Zukunft Griechenlands in der Eurozone nach wie vor alarmierend seien.
Finanzwerte kamen wieder europaweit unter Druck: Der Teilindex Stoxx 600 Banks gehörte mit einem Abschlag von fast einem Prozent zu den schwächsten Branchenindizes. Insbesondere bei spanischen Banken mussten die Aktionäre erneut kräftige Verluste verkraften: Papiere der schwer angeschlagenen Bankia setzten ihren Kursrutsch ungebremst fort und brachen um weitere 11,76 Prozent auf 1,20 Euro ein. Im EuroStoxx blieben die Papiere der beiden größten spanischen Finanzhäuser BBVA und Banco Santander sehr deutlich mit einem Minus von mehr als zwei Prozent unter Druck.
Schlusslicht im europäischen Leitindex waren allerdings die um 4,63 Prozent abgesackten Anteile von Repsol . Der spanische Ölkonzern will seine Aktionäre künftig weniger an seinem Gewinn beteiligen. Für das laufende Geschäftsjahr sollen 40 bis 55 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner gehen, teilte Repsol am Dienstag in Madrid mit. Für das vergangene Jahr hatte das Unternehmen noch 64 Prozent des Gewinns ausgeschüttet.
ArcelorMittal dagegen gehörten nach einer Hochstufung durch die HSBC- Experten mit plus 1,71 Prozent zu den Spitzenwerten im europäischen Leitindex. Laut Analyst Thorsten Zimmermann beruht die Bewertung von ArcelorMittal auf einem sehr düsteren Szenario, was die Aktie in ein attraktiveres Bild rücke.
Kursgewinne waren ferner im Autosektor zu verzeichnen, was am Markt mit der Hoffnung auf Einführung einer "Abwrackprämie" in China begründet wurde. Entsprechende Spekulationen hatten zuvor schon in Asien die Kurse gestützt. Der Branchenindex Stoxx 600 Automobiles & Parts legte als Spitzenreiter in der Sektortabelle 1,42 Prozent zu. Renault und PSA Peugeot Citroen gehörten in Paris mit 0,95 und 1,54 Prozent zu den Gewinnern.
In London tendierten die Minenwerte freundlich: Kazakhmys verbuchten mit einem Anstieg um 1,38 Prozent die größten Gewinne in der Branche. Rio Tinto und BHP Billiton standen dem mit einem Plus von mehr als einem Prozent nur wenig nach. Wolseley waren dagegen nach einem enttäuschenden Umsatz für das dritte Quartal mit einem Minus von rund vier Prozent der größte Verlierer./tih/ag
Quelle: dpa
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