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13:44 21.06.16

Aktien Frankfurt: Dax zeigt sich vor dem Brexit-Referendum stabil

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die geschwundenen Sorgen vor einem Brexit haben am Dienstag den deutschen Aktienmarkt gestützt. Der Dax , der am Vortag beeindruckend kräftig gestiegen war, zeigte sich bis zur Mittagszeit stabil mit plus 0,01 Prozent auf 9963,40 Punkte. Die aktuellen ZEW-Konjunkturdaten und das wie erwartet ausgefallene Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Geldpolitik der EZB fanden wenig Beachtung.

Der MDax der mittelgroßen Konzerne sank um 0,08 Prozent auf 20 328,23 Punkte und zeigte sich damit ebenfalls kaum verändert. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,36 Prozent auf 1612,59 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte zugleich um 0,34 Prozent zu.

STÄRKERE SCHWANKUNGEN JEDERZEIT MÖGLICH

Wegen des Brexit-Referendums sei aber nach wie vor jederzeit mit stärkeren Schwankungen zu rechnen, warnte Marktstratege Michael Hewson vom Broker CMC Markets. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex wegen der Sorgen um einen Austritt der Briten aus der EU deutlich nachgegeben, bis am Freitag die Zuversicht zurückkehrte. Denn Umfragen zufolge haben inzwischen die Gegner eines Brexits die Nase vorn, was am Montag zu einem Kurssprung im Dax von knapp 3,5 Prozent geführt hatte.

Das Urteil der Richter aus Karlsruhe nahmen die Anleger gelassen hin: Die Europäische Zentralbank (EZB) darf im Ernstfall mit deutscher Beteiligung Euro-Krisenstaaten durch Staatsanleihenkäufe stützen, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich derweil im Juni trotz der Ungewissheit vor dem EU-Referendum in Großbritannien aufgehellt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 12,8 Punkte auf 19,2 Zähler.

KION WILL GESCHÄFT IN DEN USA PER ZUKAUF STÄRKEN

Nachrichten zu deutschen Einzelwerten waren dünn gesät und nur wenige bewegten deutlich: So büßten am MDax-Ende die Aktien von Kion nach der Bekanntgabe eines Übernahmevorhabens knapp 2 Prozent ein, nachdem sie am Morgen zeitweise mehr als 5 Prozent verloren hatten. Der Hersteller von Gabelstaplern will für 2,1 Milliarden US-Dollar den Anlagenbauer Dematic kaufen, um vor allem sein Geschäft in den USA auszubauen. Die Finanzierung soll über Kredite und eine Kapitalerhöhung gestemmt werden. Anleger sahen das Vorhaben insgesamt als "strategisch sinnvoll".

Unter den Kleinwerten gewannen Cropenergies zugleich 2,5 Prozent, während Südzucker um etwas mehr als 3 Prozent zulegte und damit zu den Spitzenwerten im MDax zählte. Der zur Südzucker-Gruppe gehörende Bioethanol-Hersteller hatte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 angehoben. Dank gesunkener Rohstoffpreise und niedrigerer Kosten rechnet die Südzucker-Tochter nun sowohl mit mehr Umsatz als auch einem höheren operativen Ergebnis als bisher.

BANKENWERTE WEITER AUF ERHOLUNGSKURS

Ansonsten setzten im Dax die Aktien der Deutschen Bank ihre Erholungsrally fort und legten an der Index-Spitze um weitere 1,4 Prozent zu, nachdem sie am Vortag bereits um knapp 6 Prozent gestiegen waren. Die Papiere der Commerzbank rückten zuletzt um 0,5 Prozent vor. Zuvor waren die Bankaktien wegen Brexit-Sorgen allerdings auch massiv unter Druck geraten.

Die Papiere der schwer gebeutelten Versorger RWE und Eon erholten sich ebenfalls weiter und legten jeweils um etwas mehr als ein halbes Prozent zu. JPMorgan nahm Eon mit "Overweight" wieder in die Bewertung auf./ck/das

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---



Quelle: dpa


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