10:33 31.05.12 Aktien Frankfurt Eröffnung: Gewinne - Teilweise Erholung von Vortagesrutsch
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat sich der deutsxche Aktienmarkt am Donnerstag etwas erholt. Der Dax
stieg um 0,43 Prozent auf 6.307,91 Punkte. Am Mittwoch war der Leitindex angesichts einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften um 1,81 Prozent abgerutscht, da die Schuldenkrise in der Eurozone in einen Teufelskreis zu geraten droht. Der MDax legte am Donnerstag um 0,18 Prozent auf 10.227,23 Punkte zu und der TecDax gewann 0,51 Prozent auf 754,90 Punkte. Zu rekordhohen Risikoaufschlägen für spanische und italienische Staatsanleihen gesellt sich derzeit eine nachlassende Konjunktur, was den Schuldenabbau erschwert. Die Anleger führen die Risiken in ihren Portfolios weiter zurück und mieden entsprechend die Aktienmärkte zugunsten sicherer Häfen, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Der Euro blieb schwach und zeugt damit von der Risikoscheu der Anleger. Auch die Vorgaben aus Übersee gaben keinen positiven Trend vor.
"Das dürfte heute ein geschäftiger Tag an den Börsen werden", ergänzte Händler Markus Huber von ETX Capital. Bei den Konjunkturdaten aus Europa und den USA liege der Fokus vor allem auf dem Arbeitsmarkt. In Deutschland blieb die Arbeitslosigkeit im Mai saisonbereinigt unverändert, wogegen Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten. Am Nachmittag stehen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Arbeitsmarktbericht des Dienstleisters ADP zur privaten Beschäftigung im Mai im Mittelpunkt. "Nach der jüngst schwachen Entwicklung am US-Arbeitsmarkt könnte eine weitere Verschlechterung Ängste schüren, dass die europäische Schuldenkrise die dortige Wirtschaft doch stärker als erwartet beeinträchtigt", so Huber weiter. Dazu komme das irische Referendum über den europäischen Fiskalpakt, dessen Ergebnis aber erst am Freitag erwartet wird. Die Experten der Commerzbank rechnen mit einem positiven Votum.
VW UND LUFTHANSA LEGEN ETWAS ZU
Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) verteuerten sich um bescheidene 0,27 Prozent auf 130,90 Euro. Einem Händler zufolge rechnet der Chef von Volkswagen Americas, Jonathan Browning, mit einem Anstieg der Autoverkäufe von VW in den USA im Mai um 20 bis 30 Prozent zum Vorjahr. Die anhaltend gute Entwicklung auf dem US-Markt sollte dem Händler zufolge aber den Markt nicht überraschen. Zudem hat der Autobauer im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft IG Metall eine Einigung erzielt.
Die Aktien der Lufthansa legten nach einem Medienbericht um marktkonforme 0,42 Prozent auf 8,571 Euro zu. Laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" will die Fluggesellschaft für Kurzstreckenflüge, die nicht über die Drehkreuze Frankfurt und München laufen, nach einem Konzept unter dem Namen "Direct4U" 90 Flugzeuge der Lufthansa und der Tochter Germanwings zusammenfassen und so Kosten sparen. Entsprechende Pläne hatte die Lufthansa allerdings schon am vergangenen Freitag in ihrer Mitarbeiterzeitschrift "Lufthanseat" im Rahmen des Sparprogramms "Score" vorgestellt. Händler sahen dennoch einen leicht positiven Kursimpuls und betonten, dass die Fluggesellschaft daran arbeite, an allen Fronten die Kosten zu optimieren.
NORDEX PROFITIERT VON HANDELSSTREIT USA-CHINA
Für deutlichere Kursbewegungen im Dax sorgten Analystenkommentare: Eine Hochstufung ließ die SAP-Aktien um 1,76 Prozent steigen, nachdem die Schweizer Bank UBS ihr Votum für die Titel des Softwareherstellers von "Neutral" auf "Buy" angehoben hatte. Davon profitierten mit plus 2,46 Prozent auch die Aktien des im TecDax notierten Konkurrenten Software AG . Dagegen büßten die Papiere des Zementherstellers HeidelbergCement wegen einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley 0,38 Prozent ein und gehörten damit zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex.
An der TecDax-Spitze ging es für die Nordex-Titel um 4,31 Prozent auf 3,197 Euro hoch. Händler verwiesen auf eine weitere Verschärfung des Handelskriegs zwischen den USA und China um alternative Energien. Das US-Handelsministerium kündigte am Vorabend Strafzölle von 13,7 bis 26 Prozent auf chinesische Windkraftanlagen an. Dies sei eine Reaktion auf entsprechende staatliche Subventionen, mit denen Peking seine heimische Industrie unterstütze. Hiervon könnte Nordex wegen seiner Aktivitäten in den USA etwas profitieren, meinten Händler. Vor allem sei es aber gut für die Stimmung bei den zuletzt stark unter Druck stehenden Nordex-Aktien, die seit Mitte April mehr als 22 Prozent an Wert eingebüßt haben./gl/ag
Quelle: dpa
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