18:46 07.02.12 Aktien Osteuropa Schluss: Verluste - Zurückhaltung wegen Griechenlandsorgen
WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST (APA/dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Anders als an den meisten westeuropäischen Börsen gelang ihnen der Umschwung ins Plus nicht. In Ungarn, Tschechien und Polen blieben die Anleger wegen der Griechenland-Sorgen zurückhaltend und skeptisch, während in Westeuropa die meisten Börsen bis Handelsende von hoffnungsvollen Signalen aus Griechenland profitierten. Nach Aussagen eines Athener Offiziellen arbeitet die griechische Regierung derzeit zusammen mit der "Troika" an einem Papier über zusätzliche Einsparungen und Reformen in dem hoch verschuldeten Euro-Land. Kreisen zufolge könnten die Verhandlungen dazu bis Donnerstagabend abgeschlossen sein.
In Budapest sank der Bux
um 1,23 Prozent auf 19.655,69 Einheiten. Das Handelsvolumen lag bei 13,25 (Vortag: 8,81) Milliarden Forint. Unter den Einzelwerten büßten Richter Gedeon trotz starker Geschäftszahlen 1,89 Prozent auf 38.605 Forint ein. Der Pharmakonzern erwirtschaftete im vierten Quartal 2011 einen Umsatz von 91,1 Milliarden Forint und übertraf damit die Konsensschätzung. Auch beim Nettogewinn wurden die Markterwartungen mehr als erfüllt. Die Papiere des Konkurrenzunternehmens Egis gingen indes mit einem leichten Plus von 0,34 Prozent bei 17.360 Forint aus dem Handel. Die Titel des ungarischen Bankenprimus OTP Bank sanken um 1,37 Prozent auf 4.090 Forint und FHB Land Credit & Mortgage Bank verloren 1,55 Prozent auf 508 Forint.
In Prag fiel der PX um 0,89 Prozent auf 1.002,30 Einheiten. Das Handelsvolumen belief sich auf 2,08 (Vortag: 1,84) Milliarden Kronen. Komercni Banka sanken um deutliche 4,48 Prozent auf 3.687,00 Kronen, nachdem sie allerdings tags zuvor zum fünften Mal in Folge mit Gewinnen geschlossen hatten. Kräftige Verluste verbuchten außerdem die Papiere des Minenkonzerns New World Resources, die um 4,88 Prozent auf 156,00 Kronen nachgaben. Die Aktien des Immobilienentwicklers Orco waren mit minus 6,54 Prozent auf 107,47 Kronen der schwächste Wert. Bereits am Vortag war das Papier um mehr als drei Prozent gefallen.
In Warschau sank der WIG-20 um 0,65 Prozent auf 2.374,64 Einheiten und der breiter gefasste Wig-Index verbuchte ein Minus von 0,41 Prozent auf 41.912,98 Punkten. Neben einem über weite Strecken schwachen internationalen Börsenumfeld belasteten schwache Arbeitsmarktdaten den polnischen Aktienmarkt. Erst im Späthandel sorgten neue Hoffnungen auf Einigungen in der Griechenland-Krise für eine Gegenbewegung. Die Arbeitslosenrate in Polen stieg im Januar auf 13,3 Prozent, nachdem sie per Ende Dezember noch bei 12,5 Prozent gelegen hatte. Der polnische Arbeitsminister Kosiniak-Kamysz erwartet laut der Nachrichtenagentur PAP bis Jahresende einen leichten Rückgang der Arbeitslosenrate auf 12,0 Prozent.
Unter den Einzelwerten gingen Lotos mit plus 4,77 Prozent auf 27,90 Zloty an der WIG-20-Spitze aus dem Handel. Der polnische Staat schließt mangels internationaler Interessenten einen Verkauf seines Anteils am Ölkonzern an einen polnischen Investor nicht mehr aus. Als mögliche Käufer des 53,19-prozentigen Anteils kämen PGNiG und PKN Orlen infrage. Die im Index schwer gewichteten Bankenwerte zeigten sich schwach: Allen voran sanken BRE Bank um 2,25 Prozent auf 296,00 Zloty, nachdem sie am Vortag noch um über zwei Prozent zugelegt hatten. Die Aktien der Bank Handlowy verloren 1,62 Prozent auf 76,15 Zloty und die der PKO Bank 1,03 Prozent auf 35,70 Zloty./teo/APA/ck
Quelle: dpa