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Aktien Wien Schluss: Brexit-Sorgen lassen etwas nach

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Freitag deutlich fester geschlossen. Der ATX stieg um 48,55 Punkte oder 2,32 Prozent auf 2.139,81 Einheiten. Das bestimmende Thema am Markt ist weiter das in der kommenden Woche anstehende EU-Referendum in Großbritannien. Am 23. Juni stimmen die Briten über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. Nachdem am Donnerstag die Sorgen vor den Folgen eines möglichen "Brexit" schwer auf den Börsen gelastet hatten, machte sich am Freitag mehr Zuversicht an den Märkten breit.

Am Donnerstag war die als Brexit-Gegnerin geltende britische Labour-Abgeordnete Jo Cox bei einem Angriff tödlich verletzt worden. Beide Lager setzten nach Bekanntwerden der Tat den Wahlkampf für die Volksabstimmung vorerst aus.

Stark gesucht waren in Wien vor allem Wienerberger. Die Aktie des Baustoffriesen schloss am Freitag mit einem kräftigen Plus von 7,51 Prozent bei 15,75 Euro. Marktteilnehmer begründeten die starken Gewinne mit der anstehenden Aufnahme der Wienerberger-Aktie in einen Index der Stoxx-Familie. Ab Montag ist Wienerberger neu im Stoxx Europe 600 enthalten. Der dreifache Verfallstag für Optionen und Futures am Freitag dürfte einige Kursbewegungen zudem noch verstärkt haben, hieß es am Markt.

Größere Nachfrage gab es auch in den ATX-Schwergewichten Voestalpine (plus 3,55 Prozent auf 30,94 Euro) und Andritz (plus 3,02 Prozent auf 42,50 Euro). Bei höheren Volumen fest schlossen zudem Schoeller-Bleckmann (plus 4,09 Prozent auf 53,94 Euro) und OMV (plus 2,35 Prozent auf 24,61 Euro). Auch an anderen Börsen fanden sich Ölwerte vor dem Hintergrund wieder gestiegener Rohölpreise unter den Gewinnern.

Unter den Bankwerten gewannen Erste Group bei hohen Umsätzen 1,60 Prozent auf 21,30 Euro. Raiffeisen Bank International legten 1,44 Prozent auf 11,28 Euro. Europaweit konnten sich Bankwerte am Freitag erholen, nachdem sie am Vortag noch unter den Brexit-Risiken gelitten hatten.

Mit Spannung erwartet wird jetzt die näher rückende Abstimmung in Großbritannien. In der kommenden Woche stehen mit der Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum EZB-Anleihenkaufprogramm und der Wahl in Spanien zudem noch zwei weitere Termine an, die für Unsicherheit sorgen, schreiben die Experten von CMC Markets. "Somit dürfte das Aufwärtspotenzial zumindest zum Start in die neue Woche begrenzt bleiben", erwartet der CMC-Analyst Jochen Stanzl./mik/bel/APA/men



Quelle: dpa


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