Börse Frankfurt Schluss: Aufschläge, PUMA im Höhenflug
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Standardwerte notierten im Donnerstagshandel in der Gewinnzone. Dabei stützte der Umstand, dass EZB-Chef Mario Draghi weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone signalisiert hat. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewann zuletzt 2,75 Prozent auf 6.582,96 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 2,36 Prozent zu auf 10.722,69 Punkte. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,32 Prozent nach oben auf 4.832,41 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 2,16 Prozent auf 772,57 Punkte anzog. Der Bund Future verlor zuletzt 0,46 Prozent auf 144,02 Zähler, während der Euro um 1,27 Prozent auf 1,2292 Dollar zulegte.
In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 1,33 Prozent im Plus. Am Freitag steht in Deutschland die Veröffentlichung der Verbraucherpreise für Juli auf der Agenda. In den USA wird das BIP zum zweiten Quartal sowie der Verbraucherstimmung gemeldet.
Das Konsumklima in Deutschland kann seine stabile Entwicklung fortsetzen. Die größer werdenden Konjunkturrisiken haben sich bislang nicht auf den GfK-Konsumklimaindikator ausgewirkt. Dies gab die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute bekannt. Der Gesamtindikator prognostiziert demnach für August 2012 einen Wert von 5,9 Punkten nach 5,8 Zählern im Juli. Die GfK bestätigt ihre zu Beginn dieses Jahres getroffene Prognose, wonach der reale private Konsum 2012 um 1 Prozent steigen wird. Im Einzelnen verringert sich der Index der Konjunkturerwartung um 8,6 auf -5,6 Zähler. Daneben verliert der Indikator der Einkommenserwartung 3,8 Punkte auf 36,3 Zähler. Der Indikator für die Anschaffungsneigung steigt um 3,1 Punkte auf 35,8 Zähler. Daneben haben sich die deutschen Außenhandelspreise im Juni nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit abgebremstem Tempo erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich die Importe um 1,3 Prozent, nach einem Plus von 2,2 Prozent im Vormonat und 6,5 Prozent im Juni 2011. Auf Monatssicht fielen die Einfuhrpreise um 1,5 Prozent. Davor waren die Preise im Mai 2012 um 0,7 Prozent und im Juni 2011 um 0,6 Prozent gesunken. Die Exportpreise legten im Vorjahresvergleich nur noch um 1,4 Prozent zu, während sie im Mai 2012 um 1,6 Prozent und im Juni 2011 um 3,4 Prozent geklettert waren.
Als Folge der Abstufung Deutschlands hat die Rating-Agentur Moody`s am späten Mittwochabend nun auch den Ausblick für die Bonität von 17 Geldhäusern von "stabil" auf "negativ" reduziert. Prominente Namen sind etwa die BayernLB, die LBBW, die HSH Nordbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie die IKB Deutsche Industriebank.
Auch heute stand wieder eine ganze Reihe an Quartalsausweisen im Fokus der Investoren. Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) konnte im zweiten Quartal mit einem soliden Ergebnis aufwarten. Die Nettoerlöse der Gesellschaft waren mit 506,7 Mio. Euro trotz einem insgesamt schwachen Finanzmarktumfeld stabil. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem deutlichen Anstieg der Handelsvolumina in Indexderivaten sowie der Eurex-Akquisition. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft lagen angesichts des niedrigen Zinsniveaus mit 13,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 18,5 Mio. Euro. Die Unternehmensaktie reagierte mit einem Plus von 2,6 Prozent.
Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) hat sein Konzernergebnis im dritten Quartal vor dem Hintergrund eines starken Umsatzwachstums deutlich verbessert. Nach neun Monaten zeigte sich das Ergebnis dagegen rückläufig, während im dritten Quartal ein deutlicher Gewinnanstieg ausgewiesen werden konnte. Indes verwies der Konzern darauf, dass es aufgrund einer zunehmenden Investitionszurückhaltung bei den Kunden und einem stärkeren konjunkturellen Gegenwind schwieriger geworden ist, die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr zu erreichen. Des Weiteren ist eine Abspaltung von Osram geplant. Die Titel des Technologiekonzerns verbilligten sich um 1,2 Prozent. Daneben meldete der Chemiekonzern BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11), dass sein Konzernergebnis im zweiten Quartal gesunken ist, während der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis zulegen konnten. Im ersten Halbjahr zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Ausblick für 2012 wurde trotz zunehmender konjunktureller Risiken bestätigt. Das Papier stieg um 2,9 Prozent.
Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) notierten nahezu unverändert, nachdem der Automobilkonzern seinen Rekordkurs im ersten Halbjahr unverändert fortsetzen konnte und sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich zulegte. Die Zahl der Fahrzeugauslieferungen stieg um mehr als 10 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Volkswagen weiterhin ein Umsatzplus. Dabei gehen die Wolfsburger von einem weiteren Anstieg der Fahrzeugauslieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2012 aus. Bereits gestern Abend teilte der Nutzfahrzeugkonzern MAN (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) mit, dass sein Umsatz im ersten Halbjahr 2012 gesunken ist. Der Gewinn war ebenfalls rückläufig. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das Geschäftsfeld Commercial Vehicles zurückzuführen. Für das Gesamtjahr erwartet MAN einen Rückgang des europäischen Nutzfahrzeugmarktes um 5 bis 10 Prozent. Für die MAN Gruppe insgesamt wird daher weiterhin von einem leicht rückläufigen Umsatz ausgegangen. Die Umsatzrendite wird auf etwa 6 Prozent zurückgehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern. Die Anteilsscheine brachen als Schlusslicht im DAX um 5,7 Prozent ein. Vorne legten adidas um 2,4 Prozent zu.
GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) konnte im ersten Halbjahr mit einem Gewinnanstieg aufwarten und hat im Anschluss die Jahresprognose bestätigt. Beim Umsatz und Auftragseingang konnte man ebenfalls deutlich zulegen. Die Titel des Werkzeug- und Maschinenbauers rückten um 4,6 Prozent vor. Daneben ging es für Wincor Nixdorf (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) um 7,3 Prozent nach oben. Der Anbieter von IT-Lösungen und -Services für Retail-Banken und Handelsunternehmen musste im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Umsatz konnte aber leicht gesteigert werden. Dabei macht dem Konzern weiterhin vor allem die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone zu schaffen.
Die Aktie von LEONI (ISIN DE0005408884/ WKN 540888) gab als schwächster Wert im MDAX um 1,5 Prozent nach. Der Automobilzulieferer musste im zweiten Quartal nach vorläufigen Berechnungen einen Gewinnrückgang ausweisen und revidierte im Anschluss die Jahresprognose nach unten. Des Weiteren fuhren Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) um 2,4 Prozent vor. Der Bahntechnikkonzern musste im ersten Halbjahr trotz leicht verbesserter Umsatzerlöse einen Gewinnrückgang hinnehmen. Unterdessen vermeldete PUMA (ISIN DE0006969603/ WKN 696960) für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch. Der Umsatz wurde allerdings gesteigert. Das Papier des Sportartikelherstellers schoss an der Indexspitze des MDAX um fast 8 Prozent nach oben.
Im TecDAX rückten heute AIXTRON (ISIN DE000A0WMPJ6/ WKN A0WMPJ) als bester Wert um fast 6 Prozent vor. Der Technologiekonzern musste im ersten Halbjahr einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein. Der Vorstand geht aber weiter davon aus, dass Auftragseingang und Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr 2012 gegenüber den ersten sechs Monaten 2012 zulegen werden. An letzter Stelle gaben SolarWorld 5,6 Prozent ab.